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14. November 2014

Wien-Freudenau: VERBUND rettet Biber

Lange war der Biber "untergetaucht" nun hinterlassen die Nager wieder ihre Spuren. Einer der Artgenossen hat sich im Wehr des Kraftwerkes Wien Freudenau verirrt. In einer groß angelegten Biber-Rettungsaktion brachte VERBUND das Tier wieder in sein natürliches zuhause.

Im VERBUND-Kraftwerk Wien Freudenau – dem weltweit größten Flusskraftwerk in einem Stadtgebiet – wird nicht nur Fischen das Treppensteigen sondern neuerdings auch Bibern das Fliegen beigebracht. Inmitten der Wehranlage entdeckten aufmerksame Mitarbeiter bei Revisionsarbeiten das verschreckte Nagetier. Erst per Kran gelang es ihnen den Biber sicher ans Ufer zu bringen.

Vor über 15 Jahren errichtete VERBUND das bis dato letzte seiner neun österreichischen Donaukraftwerke inmitten der Hauptstadt Wien. Mit 7,5 m Laufraddurchmesser zählen seine Turbinen zu den größten in Europa – durch sie fließen Wassermengen in der Größe von umgerechnet 5 Mal dem Donaukanal. Die Realisierung verdankt das Kraftwerk dabei vorwiegend den Stimmen seiner Heimatstadt, als sich Wienerinnen und Wiener im Zuge einer Volksbefragung mit 72 % für den Bau des Flusskraftwerks entschieden. 

Seither profitierten nicht nur die Bewohner der Metropole von ihrem neuen „Wahrzeichen“, auch aus ökologischer Sicht wurden Meilensteine gesetzt: Die Eintiefung der Donau-Flusssohle konnte gestoppt werden, die Lobau und die alte Donau erhielten wieder ausreichend Wasser, die Donauinsel – die früher mehr einer Steppe ähnelte – wurde zum grünen Garten Wiens wie wir ihn heute kennen.  Im Besucherzentrum führen täglich von 7 bis 19 Uhr fachkundige Mitarbeiter durch die bewegte Geschichte des Kraftwerkbaus und seinen Erfolgen.

Doch wie jedes Bauwerk stellte auch Wien Freudenau einen Eingriff in die Natur dar. Ein Schwerpunkt von VERBUND ist daher die Entwicklung innovativer Lösungen, um Fisch & Co den Alltag so ursprünglich wie möglich zu gestalten. Damit Querbauwerke - wie Wehre oder Kraftwerke - für Fische passierbar sind, bedarf es spezieller Fischwanderhilfen. Im Fall von Freudenau wurde deshalb eine Wanderhilfe von Ökologen bereits in den Bauplan integriert. 

Doch nicht nur für Fische können Wasserbarrieren problematisch sein. Auch der Biber sieht sich von den Veränderungen in seiner Landschaft betroffen. Mehrere Jahrhunderte lang galt sein Bestand vom Aussterben bedroht. Heute ist der Biber Stammgast bei Donaukraftwerken wie beispielsweise Wien-Freudenau, Greifenstein und Melk. Besonders wohl fühlt er sich an Umgehungsbächen und Tümpeln, wie sie auch bei Wien Freudenau zu finden sind. 

Erst kürzlich schlug dort ein Biber sein Lager vorübergehend auf. Der 25 Kilo schwere Nager saß buchstäblich am Trockenen, als ihn VERBUND-Mitarbeiter bei einer Revision des Wehrfelds entdeckten. Erst nach einer Erstversorgung mit Äpfeln gelang es der Tierrettung Klosterneuburg das Vertrauen des Bibers zu gewinnen und ihn mithilfe von VERBUND mittels Krans ans Ufer zu schaffen. Nach erfolgreicher Evakuierung aus dem Wehrfeld tauchte dieser im Begleitbach sichtlich erleichtert unter.