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03. März 2015

In Gebärden erzählen

Still und sich dabei gleichzeitig ganz angeregt unterhaltend, fragend und staunend erlebte eine Gruppe von Besucherinnen und Besucher Ende Jänner die Ausstellung my private world der SAMMLUNG VERBUND in der Vertikalen Galerie am Hof. Für Hörende eine ganz beeindruckende Erfahrung, denn für die Menschen, die sich die Bilder ansahen, war die Gebärdensprache ihre Muttersprache.

Maria Sobotka ist seit Herbst 2014 Accessibility Managerin bei VERBUND und hat die Führung organisiert. In ihrer Funktion kümmert sie sich um Barrierefreiheitsanliegen im Unternehmen.  „Barrierefreiheit sehe ich als utopischen Zustand. Ich spreche lieber von Barrierearmut. Das Ziel muss sein, die bestehenden Barrieren auf ein Minimum zu reduzieren und künftige zu vermeiden. Dabei geht es nicht nur um rollstuhlgerechtes Bauen; Es gibt viele Arten von Barrieren und viele Arten von Einschränkungen, die auch aufgrund von Alter, Verletzungen etc. auftreten können. Die erhöhte Zugänglichkeit, um die es geht, kommt allen zu Gute“, beschreibt Sobotka ihren Ansatz.

Eine ihrer ersten Aktivitäten ist die Organisation der Führung durch die Ausstellung my private world, die für Gehörlose in Gebärdensprache übersetzt wurde. Damit konnten die sozialen und kommunikativen Barrieren überwunden werden, die für Gehörlose bestehen. Beinahe 20 Gehörlose vom Verein „equalizent“ hatten dadurch einen barrierefreien Zugang. Die Ausstellung vereint drei Generationen von Künstlerinnen, die das Phänomen Privatheit zwischen Intimität und Öffentlichkeit auffächern. Die Veröffentlichung des Privatlebens im Medium der Fotografie nahm ihren Anfang in den 1960er Jahren. Sie war Revolte gegen die spießig-idealisierte Darstellung der familiären Privatheit der Nachkriegszeit. Die in der Ausstellung präsentierten Künstlerinnen dokumentieren die Nähe zu einer intimen Atmosphäre, die der Betrachterin und dem Betrachter nicht verborgen bleiben soll.

Infos zur Vertikalen Galerie finden Sie hier.