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Anfang 2015 fiel der Startschuss: Beim Donaukraftwerk Ottensheim-Wilhering entsteht die längste Fischwanderhilfe Österreichs. Damit gestaltet VERBUND Lebensräume und macht den Fluss passierbar – zum Beispiel für den Huchen.

Lachse gibt’s nur in Alaska? Weit gefehlt. Selbst in heimischen Flüssen schwimmen imposante Lachsfische. Etwa der Huchen – auch bekannt als Donaulachs. Der vom Aussterben bedrohte Fisch ist in der Donau und ihren Nebenflüssen zu Hause. So auch beim Donaukraftwerk Ottensheim-Wilhering in Oberösterreich. Damit Huchen und ihre Artgenossen ihre Ziele ohne Hindernisse erreichen, errichtet VERBUND hier eine der längsten Fischwanderhilfen Europas.

VERBUND gestaltet Lebensräume
Bis Herbst 2016 entsteht ein rund 14 Kilometer langer Umgehungsarm. „Mit diesem Projekt machen wir die Donau für die Flussbewohner wieder durchgehend passierbar“, sagt Projektleiter David Oberlerchner. So wie die Huchen kommen auch andere Wassertiere mit der Wanderhilfe ungehindert am Kraftwerk vorbei. Dabei überwinden sie zwölf Meter Höhenunterschied. Tiefe Stellen, Furten und Buchten schaffen neue Lebensräume. „Derzeit fehlen Laichplätze. Unser Ziel ist, die Fischpopulation durch den Umgehungsarm zu erhöhen“, erklärt Oberlerchner. Das künftige Gerinne hat je nach Wasserstand rund 30 bis 40 Hektar Fläche – etwa doppelt so viel wie der Tiergarten Schönbrunn in Wien. Viel Platz also für die heimischen Fische.

Ein Gewinn für die Umwelt
Mit diesem Projekt setzt VERBUND die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie in die Tat um: Fließgewässer wie die Donau sollen für Lebewesen wieder durchgängig sein. „Wir machen das aber auch, weil uns die Umwelt am Herzen liegt“, sagt Oberlerchner. Denn Österreichs größtes Stromunternehmen hat ein Ziel – neue Lebensräume schaffen und bestehende aufwerten. Die Wanderhilfe beim Kraftwerk Ottensheim-Wilhering kostet rund acht Millionen Euro. Sie ist Teil eines größeren Projekts: Im Rahmen von LIFE+ Netzwerk Donau wird der Lebensraum in und an der Donau nachhaltig aufgewertet.



Die Bevölkerung weiß das Projekt ebenfalls zu schätzen. „Bis jetzt sind wir auf breites Verständnis getroffen. Die Menschen wissen, dass es wichtig ist, den Fischen ihren natürlichen Lebensraum zurück zu geben“, berichtet Oberlerchner. Auch die Menschen werden von der neuen Flusslandschaft profitieren. Ob Radfahren, Laufen oder Fischen – der Umgehungsarm schafft Raum für Erholung und Freizeit.

Im Fokus stehen jedoch die Flussbewohner. Höchste Zeit, dass das Projekt umgesetzt wird und der Huchen seine Reise ungehindert fortsetzen kann. Er ist in Deutschland übrigens heuer Fisch des Jahres.

Wie VERBUND Lebensräume bei Wasserkraftwerken gestaltet, lest ihr im aktuellen flow-Magazin.