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Das schlägt voll ein: 3 Tage lang lässt sich ein Künstler vom Blitz treffen. Wir verraten euch, was dahinter steckt. Werft mit uns einen Blick auf die spannendsten Kunstprojekte rund um die elektrischen Entladungen.

Einmal selbst Zeus spielen und ein Donnerwetter entfachen? Oder jemandem zusehen, der sich tausenden Blitzen aussetzt? Viele Künstler beschäftigen sich mit den Naturgewalten des Himmels und beeindrucken damit die Besucherinnen und Besucher ihrer Aktionen und Ausstellungen.

3 Tage unter Strom: David Blaine ist „electrified“
Ein Paradebeispiel ist David Blaine. Der Aktionskünstler erregte im Oktober 2012 in New York mit einer verrückten Aktion Aufsehen. Gesamte 3 Tage stand er, ohne zu schlafen oder zu essen, in der Mitte einer großen Kugel. Durch die Stahlträger daneben floss Strom. So wurden gigantische Blitze mit einer Million Volt erzeugt. Mit einem Schutzanzug ausgestattet, setzte sich Blaine den elektrischen Schlägen aus. Das Spektakel „Electrified“ wurde im Internet und in einigen Städten live übertragen. Der schräge Aktionskünstler hat sich bereits lebendig begraben und einfrieren lassen. Mit der Blitz-Aktion wollte er die Auswirkung der elektromagnetischen Kräfte auf seinen Körper und sein Gehirn testen. Videos der Performance findet ihr auf Youtube, zum Beispiel hier.

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David Blaine ist „electrified" – 3 Tage ließ er sich der umstrittene Aktionskünstler von Blitzen treffen. © macster7 (Paolo Villanueva/flickr)

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David Blaine ist „electrified" – 3 Tage ließ er sich der umstrittene Aktionskünstler von Blitzen treffen. © macster7 (Paolo Villanueva/flickr)

Gewitter erleben: Symphony in D Minor
Außer Blaine will wohl niemand vom Blitz getroffen werden. Aber wäre es nicht toll, selbst ein Unwetter zu erzeugen? In Philadelphia (USA) sorgte letztes Jahr eine Installation von Chris Klapper und Patrick Gallagher für Begeisterung. Bei „Symphony in D Minor“ hingen 4 zylindrische Rollen an der Decke. Wenn man sie berührte, begannen sie zu leuchten und erzeugten ein beeindruckendes Gewitter. Mit der interaktiven Erlebniswelt aus Sound und Video konnte somit jeder Besucher sein eigenes Donnerwetter veranstalten. Patrick Gallagher will die Ausstellung in der ganzen Welt zeigen – vielleicht ist sie ja auch einmal in Österreich zu bestaunen. Eine Vorstellung davon gibt dieses Video.

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Blitz, Wind und Regen als Musikinstrumente – wer in „Symphony in D Minor" in Philadelphia die Zylinder berührte, bekam ein Donnerwetter. © Ken Schuler

Naturereignis: Spektakuläre Blitzfelder im „Lightning Field“
Ein Kunstwerk der etwas anderen Art hat Walter de Maria 1977 in der Wüste New Mexicos  aufgebaut. Das „Lightning Field“ besteht aus 400 Edelstahlstangen, die im Abstand von 67 Metern in den Himmel ragen. Wenn der Blitz einschlägt, zeigt sich zwischen den Stäben das beeindruckende Blitzfeld. Die Naturerscheinung wird zum Kunstwerk – Walter de Maria thematisiert so das Erhabene der Natur. Das „Lightning Field“ könnt ihr nach Reservierung bis 31. Oktober 2013 besuchen. Ab 100 Dollar (Studentenpreis) seid ihr dabei, inklusive Übernachtung vor Ort. Mehr darüber erfahrt ihr hier.

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400 Stahlträger in der Wüste von New Mexico sorgen für Walter de Marias „Lightning Field" – ein riesiges Spektakel, wenn der Blitz einschlägt. © Retis (flickr)

Mit Blitzen lassen sich also spannende Kunstwerke gestalten. Aber habt ihr gewusst, dass diese sogar selbst als Künstler auftreten? Blitze können nämlich Musik machen. Ein Tesla-Transformator erzeugt die elektrischen Entladungen. Sie werden so gesteuert, dass sie als Lautsprecher funktionieren. Überzeugt euch selbst: Singende Blitze könnt ihr im Technischen Museum Wien bestaunen oder im Film „Duell der Magier“.