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23. Juli 2015

Fluss-Abenteuer begeistert Jungforscher

Raus aus der Klasse und ab an die Traisen! Beim Aktionstag des Projekts traisen.w³ lebten zwei Schulklassen ihren Forscherdrang aus. Dabei zeigten die Jugendlichen Wissensdurst und Körpereinsatz.

Voller Begeisterung waten einige der Schülerinnen und Schüler des Realgymnasiums St. Pölten durch das Flussbett. Die Traisen ist an diesem Sommermorgen angenehm kühl, die Strömung schnell. Doch jetzt ist Konzentration gefragt. Ausgestattet mit Messlatten beginnen sie die Tiefe zu messen. Welche Tiere und Pflanzen leben hier? Welche Leistungen bietet das Gewässer den Menschen? Diese Fragen werden beim Aktionstag des Sparkling Science Projekts traisen.w³ am 25. Juni 2015 geklärt. Ein Großteil der Arbeit fand jedoch bereits im Vorfeld statt.

Lebensader Traisen unter der Lupe

Ein Blick zurück: Michaela Poppe und ihr Team von der Universität für Bodenkultur Wien betreten im Oktober 2014 das BG/BRG St. Pölten. Gemeinsam mit den Klassen 5N und 7N wollen sie eine Flusslandschaft erforschen. „Unser Ziel ist, die ökologischen und kulturellen Leistungen der Traisen festzustellen und zu bewerten“, schildert die Projektleiterin. Finanziert wird das Projekt traisen.w³ vom Wissenschaftsministerium – Unterstützung gibt es von VERBUND, ideell und mit einem Bus für den Aktionstag.

Um ihre Mission zu erfüllen, nehmen die 15- bis 17-Jährigen im November an ganztägigen Workshops teil. In Gruppen beginnen sie mit der Voranalyse von Geo-Daten. Programme wie Google Maps liefern Luftbilder, durch die sie Erholungszonen, Radwege und weitere Freizeitangebote kartieren. Zudem definieren sie Flächen, die sich als Fisch-Laichplätze eignen könnten. Dies werden sie später in der Natur überprüfen.

 Schüler messen Fließgeschwindigkeit der Traisen mit Flowmeter

Into the Wild: Bei der Querprofilmessung der Traisen zeigen die Schülerinnen und Schüler vollen Einsatz. © BOKU Wien.

Wissen schafft Begeisterung

Im Frühjahr schreitet das Projekt voran. Dabei zeigen nicht nur die Schülerinnen und Schüler Einsatz. Insgesamt lassen sie 300 Fragebögen von ihren Familien und Freunden ausfüllen. So bekommen sie ein Bild, wie die Menschen im Raum St. Pölten die Traisen nutzen und was sie über sie wissen. „Die Jugendlichen sind begeistert vom wissenschaftlichen Arbeiten“, so Poppe. „Sie beantworten die selbst erarbeiteten Forschungsfragen und lernen so, wie ein Ökosystem funktioniert.“

Am 25. Juni ist es dann endlich so weit: Um 7:40 Uhr rücken die Klassen zum Aktionstag aus. Eine Gruppe forscht in St. Pölten, eine andere am Unterlauf der Traisen zwischen Traismauer und Zwentendorf. „Im Stadtgebiet ist der Fluss stark reguliert. Der Unterlauf liegt im LIFE+ Gebiet“, so Poppe. „Die Jugendlichen können so die Unterschiede selbst erleben.“ Dazu messen sie die Fließgeschwindigkeit, kartieren Vegetationsstrukturen und Flächen, die der Freizeitnutzung dienen und vergleichen schließlich die Situation in der Natur mit ihren Voranalysen. Experten von VERBUND unterstützen sie dabei.

Schüler beim Aktionstag in der Traisen

Alles im Fluss? Die Fließgeschwindigkeit des Gewässers wird mit einem Flowmeter gemessen. © BOKU Wien.

Am Ende des Tages sind alle erschöpft, aber voller neuer Eindrücke. Im Herbst sollen die Daten ausgewertet werden. „Wir werden die Ergebnisse auf der European Geoscience Union-Konferenz in Wien präsentieren“, berichtet Poppe. „Im Vorgängerprojekt „FlussAu:WOW!“ haben uns hierbei bereits vier Schülerinnen unterstützt.“ Die Vorfreude ist somit groß. Das Projekt läuft noch bis 2016.

Ihr wollt mehr zum Projekt traisen.w³ erfahren? Dann klickt doch mal auf www.traisen.net.


Fotos © VERBUND