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14. August 2015

„Brauchen Innovationen mit Wow-Effekt“

Ob Smartphone, Deo oder Stromprodukt: Wer Hypes auslösen will, muss Kundinnen und Kunden zum Staunen bringen. Experte Klaus Weissmann über Trends, Begeisterungswellen und das Geheimnis einer bahnbrechenden Innovation.

Könnt Ihr euch an euer erstes Smartphone erinnern? Diese futuristische Technik, diese praktische Bedienung – all das ließ nur eine Frage in uns aufsteigen: Ist das überhaupt noch ein Telefon? Im Jahr 2015 haben Smartphones längst den Globus erobert. Doch wie lässt sich so ein Trend erklären? Wie schaffen es Konzerne, immer wieder neue Hypes auszulösen? Und: Kann ein Stromunternehmen wie VERBUND das auch?

Trends: Mit Innovationen Gas geben

Antworten dazu liefert Klaus Weissmann: Als Experte für Service Design kreiert er mit Unternehmen Innovationen von morgen. „Ein Trend kommt nicht aus dem Nichts“, erklärt er. Menschen suchen stetig Neues und treiben so Entwicklungen voran – gut erkennbar sei das heute etwa im Umwelt- oder Energiebereich. „Der Clou ist: Wir nehmen Trends erst wahr, wenn sie uns zum Staunen bringen“, sagt Weissmann. „Dazu braucht es aber Innovationen, die einen Wow-Effekt auslösen.“

Die Meister dieses Wow-Effekts sind heute im US-amerikanischen Silicon Valley zu finden. Konzerne wie Apple oder Google bestimmen mit Produkten wie iPad oder Google Glass die Spielregeln ganzer Branchen. Aber: Trends bieten für jedes Unternehmen eine Chance. „Wir alle müssen mit der Zeit gehen“, erklärt Weissmann. „Führt Altbewährtes nicht zum Ziel, muss sich eine Organisation weiterentwickeln – oft braucht es dazu einen massiven Kurswechsel in der Unternehmenskultur.“

Hypes auf Kundenwunsch

Was also tun, um einen Hype auszulösen? „Wer begeistern will, muss Trends ernst nehmen und Kunden nach ihren Wünschen befragen – so machen wir es auch im Service Design-Prozess“, meint Weissmann. Bestes Beispiel dafür sei die Hautpflege-Marke Nivea. „Nivea wollte von seinen Kundinnen und Kunden wissen, was ihnen an einem Deo wichtig ist“, so Weissmann. „Die Antwort war: Es sollen keine Deo-Spuren zurückbleiben.“ Das daraus entstandene Produkt sei heute die Cash Cow des Unternehmens.

Doch kann wirklich jeder innovativ sein? „Konzerne wie Apple und Google haben es leichter, sie stehen für Innovation per se“, sagt Weissmann. „Die Herausforderung für Traditionsunternehmen wie VERBUND liegt im Markentransfer.“ Innovationen müssen auf den Markenwerten aufbauen. Die Frage lautet daher nicht: Was würde Google tun? Sondern: Wie wird man zum Google der Energiebranche?

Bereit für die Digitalisierung?

Genau jetzt ist die Zeit, dafür Antworten zu suchen: Nach der Energiewende steht der E-Wirtschaft mit der Digitalisierung die nächste Umwälzung bevor – der Ruf nach neuen Geschäftsmodellen wird lauter. „VERBUND ist mit dem Schritt zum Dienstleister schon auf einem guten Weg“, meint Weissmann. „Ein gutes Beispiel ist VERBUND-Eco-Home – in diesem Service steckt bereits viel mehr, als ein reines Stromprodukt.“

Welche Innovationen wir noch erwarten können? Die Antwort des Experten klingt vielversprechend. „Beim Energy2050 Lab haben wir mit VERBUND viele Ideen entworfen“, sagt Weissmann. „Die Ergebnisse werden bei der Energiekonferenz in Fuschl präsentiert.“ Wir dürfen also gespannt sein, was die Zukunft bringt. Eines ist aber sicher: Der nächste Hype kommt bestimmt.

Ihr wollt mehr über die neuesten Entwicklungen bei VERBUND erfahren? Dann werft doch einen Blick auf unsere Innovationen.

 

Fotos © Klaus Weissmann