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Nein, ausnahmsweise keine Katastrophenmeldung vom Klimawandel, sondern die gute Nachricht zum heißen Sommer: unsere Trockenrasenflächen an der Traisen entwickeln sich ganz nach Wunsch der Ökologen. Ente Doris hat sich vor Ort ein Bild gemacht.

Im Mündungsbereich der Traisen entsteht gerade Österreichs bislang größtes Renaturierungsprojekt. Die Traisen, einst zugunsten des Donau-Kraftwerks Altenwörth umgeleitet und begradigt, wird nun auf 11 Kilometern Länge aufgeweitet und in eine natürliche Aulandschaft umgewandelt. Möglich wurde das durch Förderungen des Bundes und des Landes Niederösterreich, von via donau – Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft m.b.H., dem NÖ Landesfischereiverband und vor allem der EU durch Mittel aus dem LIFE+ Programm.

Vor über einem Jahr wurde der erste Abschnitt der neuen Traisen dem Wasser übergeben. Seitdem hat sich viel getan: Der Baustellenlärm ist verstummt, Schotterbänke begrünen sich, das Wasser füllt sich mit Leben. Besondere Freude haben die Ökologen mit der „Serengeti“.

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Dieser gleichsam liebevolle wie aussagekräftige Titel bezeichnet einen Kalkhalbtrockenrasen, den man in der ansonsten feuchten Au der Traisen nicht vermuten würde. Nicht Jahrhundertsommer und Erderwärmung haben hier zugeschlagen, sondern die gewünschte Vielfalt der Aulandschaft. Nährstoffarm und naturbelassen soll die Fläche sein. Sie bietet inmitten ansonsten schattigen Auwaldes Lebensraum für seltene Kostbarkeiten: heimische Orchideen, seltene Schmetterlinge und Insekten wie die Gottesanbeterin. Das gar nicht so scheue Sika-Wild streift durch das Gras (wenn es nicht gerade vom hässlichen Klicken des Fotoapparates verscheucht wird), die Hitze flimmert in den letzten Augusttagen und das Zirpen der Grillen lässt Afrika-Stimmung an der Traisen aufkommen.

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Mit der Sonne um die Wette strahlt Thomas Kaufmann, zuständig für die ökologische Bauaufsicht des LIFE+ Traisen Projektes. Er weist uns blinde Stadtmenschen auf Zittergras und wildes Basilikum hin (uns fällt spontan nichts weiter als „Pizza“ ein). Die gewaltige Eiche, die als einziger großer Baum in der Steppe steht, lobt er als Heim für den Hirschkäfer.

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Mit seinem phantasievollen Vortrag wächst vor unseren Augen aus dem zaghaften Grün entlang der neuen, verschlängelten Traisen ein junger Auwald. Weiden- und Pappeltriebe haben sich schon bis ans Ufer herangearbeitet und dort, wo wir heute noch eine freundliche Sicht auf die im Wasser liegenden „Raubäume“ haben, werden in ein paar Jahren Wasser und Wald die Landschaft der Traisen neu gestalten.

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Aktuelles zum Baugeschehen bei LIFE+ Traisen

Derzeit laufen die Aushub-Arbeiten am östlichsten Bauabschnitt des Projektes Traisen. Die Kampfmittelräumung hat mittlerweile die Donaumündung erreicht. Die Auweiher sind vorbereitet für den letzten Aushub, nach dem die Gewässer sich mit Grundwasser füllen werden. Bis Ende 2016 soll das Projekt weitgehend abgeschlossen sein.

Mehr Informationen unter www.life-traisen.at