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05. Februar 2016

Klettertouren am Limit

Markus Göbharter ist Teil des VERBUND-Einsatzteams, das unsere Windparks in Schuss hält. Der Windanlagenmechaniker über Höhenangst, Mut und die nötige Portion Fitness.

Und plötzlich läutet das Handy. Markus Göbharter blickt auf das Display: Im Windpark Bruck an der Leitha hat ein Unwetter eine Anlage außer Gefecht gesetzt – die Störung lässt sich nicht per Fernwartung beheben. Für den Windanlagentechniker gilt es keine Zeit zu verlieren. Mit einem Handgriff schnappt er sich seine Unterlagen und verlässt eilig das Büro. Auf ihn wartet ein wagemutiger Einsatz in schwindelerregender Höhe.

Windparks im Griff
In der Garage steigt der 35-Jährige in das Servicefahrzeug und gibt Gas. Mit an Bord ist sein Kollege Markus Naderer – gemeinsam mit Stephan Trnka bilden sie das speziell geschulte VERBUND-Einsatzteam, das im letzten Jahr ins Leben gerufen wurde. Zum Aufgabengebiet zählen auch technische Prüfungen: „Wir inspizieren 44 Anlagen in Hollern, Petronell-Carnuntum und Bruck-Göttlesbrunn in Niederösterreich“, verrät Göbharter. „Auch in Deutschland sind wir im Einsatz.“

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Beim Windpark angekommen, eilen sie zur betroffenen Anlage. Was folgt, ist Routine: Am Steuerschrank aktivieren sie den Stopp-Schalter, warten, bis sich die Rotorblätter in 90-Grad-Position befinden und führen eine Analyse durch. „Insgesamt warten wir die Anlagen viermal im Jahr“, so Göbharter. „Dabei führen wir umfassende elektronische und mechanische Überprüfungen durch.“ Vor Störungen sind die Anlagen dennoch nicht gefeit: Materialermüdung, Beschädigungen an Bauteilen oder Übertemperatur können zu Ausfällen führen.

„Körperlich muss man fit sein“
Nach der Analyse ist klar: Das Team wird den Aufstieg angehen. „Körperlich muss man fit sein, dafür lassen wir uns regelmäßig durchchecken“, sagt Göbharter. „Zudem ist Höhenangst fehl am Platz, unsere Anlagen sind bis zu 135 Meter hoch.“

Inzwischen laufen die Vorbereitungen für den luftigen Einsatz auf Hochtouren. „Klettergeschirr, Helm und Sicherheitsschuhe sind Pflicht. Dazu gehen wir immer zu zweit rauf und haben ein Notfall-Rettungsgerät dabei, um die Anlage schnell verlassen zu können.“ Strenge Sicherheitsvorgaben, wie sie Göbharter gewohnt ist. Schließlich ist er auch der offizielle Schaltauftragsberechtigte des Teams. „Wenn bei einem Windpark Arbeiten durchgeführt werden, koordiniere ich das Ein- und Abschalten der Anlagen und stimme mich mit den Technikern ab“, erklärt er. „Wir haben genaue Kontrollen, Starkstrom erlaubt keine Fehler.“

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Oben am Windrad hat Markus Göbharter bereits die Ursache der Störung festgestellt: Ein Blitzschlag hat die Platinen außer Gefecht gesetzt, die nun ausgetauscht werden müssen. „Falls wir mal weiteres Know-how benötigen, können wir uns an den technischen Innendienst des Anlagenbetreibers ENERCON wenden“, erklärt Göbharter.

Leistungsfähige Kolosse

Unterstützung ist an diesem Tag nicht notwendig – bald sind die Reparaturen abgeschlossen. Ein angenehmer Auftrag, schließlich hat Göbharter in seiner Karriere schon einige außergewöhnliche Einsätze erlebt. Bei VERBUND kommt er regelmäßig ins Staunen. „Unsere leistungsstärkste Windkraftanlage steht in Deutschland“, so der Technikliebhaber. „Die Ausmaße sind wirklich gigantisch – das Gondelgewicht so eines Kolosses beträgt rund 710 Tonnen, die Anlagenleistung 7,5 Megawatt.

An seinem Job schätzt Göbharter die viele Zeit in der Natur. Nach dem heutigen Einsatz ist jedoch die Arbeit fürs Erste getan. Der Windkraft-Experte notiert die Reparaturen im Anlagenlogbuch und erstellt einen kurzen Einsatzbericht – das nächste Abenteuer kann kommen.

Hier gibt’s mehr Info zu Windkraft bei VERBUND.



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