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17. Mai 2016

Ente Doris’ Energie-ABC: Was ist Demand Response?

Sollen Kunden in der Energiezukunft ihren Stromverbrauch nach der Produktion richten? Ente Doris ist dem Konzept „Demand Response“ auf den Grund gegangen und hat festgestellt: Im VERBUND-Power-Pool wird diese Idee bereits umgesetzt.

Demand Response – dieses Modell hat in den USA bereits eine jahrelange Tradition. Als neugierigste Ente der Energiewelt habe ich natürlich längst mitbekommen: Auch bei VERBUND ist das Thema in aller Munde. Das Prinzip ist einfach. Kunden richten ihren Stromverbrauch nach der Produktion. Was das genau bedeutet? Das habe ich bei meiner Recherche in Erfahrung gebracht!

Windkraft und Sonnenkraft unter die Arme greifen
Wir alle wissen: Erneuerbare Energien werden zunehmend wichtiger. Doch was passiert, wenn sich die Sonne hinter den Wolken versteckt oder der Wind zu wehen vergisst? „In so einem Fall kommt die sogenannte Regelenergie zum Einsatz“, erklärt mir Ingomar Seeber von VERBUND. „Sie gleicht kurzfristige Schwankungen im Stromnetz aus und sorgt dafür, dass die Frequenz konstant bei 50 Hertz liegt.“ Demand Response hilft nun dabei, diesen Energiebedarf intelligent zu steuern. Das ist vor allem für Industriekunden reizvoll. Die Idee: Unternehmen richten ihre Erzeugung und ihren Verbrauch am Strommarkt aus. Fließt etwa zu wenig Strom im Netz, stellen sie einzelne Verbrauchsanlagen ab. Bläst der Wind zu stark und scheint zu viel Sonne, wird die Eigenerzeugung gedrosselt.

Willkommen im virtuellen Kraftwerk!
Genau dieses Konzept hat VERBUND für den VERBUND-Power-Pool übernommen. Darin schließen sich Unternehmen zu einem „virtuellen Großkraftwerk“ zusammen. Über den Power-Pool bündeln Industrie- und Gewerbekunden die Flexibilität ihrer Prozesse und Erzeugungsanlagen und stellen diese am Regelenergiemarkt zur Verfügung. Dafür erhalten sie Erlöse. Doch warum bietet Österreichs führender Stromproduzent so ein Service an? „Auf unserem Weg zum Energiedienstleister sind wir ständig auf der Suche nach Innovationen, die Mehrwert für unsere Kunden schaffen und eine klimafreundliche Energiezukunft fördern“, sagt Seeber. „Wir sind uns sicher, dass der Zusammenschluss vieler kleiner Player eine wichtige Rolle für das grüne Stromnetz von morgen spielt.“

Sind Haushalte Teil der Energiezukunft?
Da stellt sich mir doch sofort eine Frage: Wird mein lieber Freund, Bauer Hans, mit seiner Photovoltaikanlage oder seiner Wärmepumpe eines Tages ebenfalls Teil eines Power-Pools? Das ist möglich, denn das Prinzip „Verbrauch folgt Produktion“ ist auch im Privatkundenbereich denkbar. Schon heute setzt zum Beispiel die Swisscom Energy Solutions AG in der Schweiz mit tiko power ein solches Schwarmkonzept um. Haushalte können damit bis zu 60 % ihrer Wärmeenergie sparen, bekommen einen Überblick über ihren Verbrauch und werden bei Störungen ihrer Heizung benachrichtigt. Was denkt ihr: Würdet ihr auch gerne Strom zur Verfügung stellen und Teil der nachhaltigen Energiewelt von morgen sein? Ich halte euch auf dem Laufenden.

Eure Ente Doris

Ihr wollt mehr über die Energiezukunft erfahren? Ente Doris hat in ihrem Energie-ABC noch viele Themen für euch auf Lager!

© Titelfoto: VERBUND