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08. Juni 2016

Erlebte Stromzukunft: Unser Heim, das Sonnenkraftwerk

VERBUND-Mitarbeiterin Sabrina Hofbauer lebt mit ihrer Familie in einem Einfamilienhaus, wo die Stromzukunft bereits Realität ist: PV-Anlage, programmierter Geschirrspüler, Staubsaug- und Rasemäherroboter und vieles mehr. Im flow-Blog teilt sie ihre Erfahrungen damit.

Mir war schon beim Planen unseres Einfamilienhauses klar, dass wir eine Photovoltaik-Anlage bekommen werden. Immerhin arbeitete ich in der Innovationsabteilung der VERBUND Sales GmbH und war dort unter anderem für das Marketing unseres Photovoltaik-Projekts zuständig. Das Thema war mir, nachdem ich schon unzählige Kunden beraten hatte, gleichsam in „Fleisch und Blut“ übergegangen.

Investition stark gefördert
Die starke Förderung, die wir damals bekamen, war dann nur noch ein Zusatzargument für meinen Mann, der 14.000 Euro teuren Investition für die netzgekoppelte Anlage zuzustimmen. Wir konnten um 10.000 Euro mehr Wohnbauförderung beantragen, und vom Klima- und Energiefonds bekamen wir 4.000 Euro in bar zurück. Im ersten Jahr also ein Nullsummenspiel und gut für unsere Finanzen, die wohl am Ende jedes Hausbaus etwas angespannt sind.

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Profis montieren vorsichtig
Am 19. März 2013 war es dann so weit: Die Installateure von Solavolta kamen zeitig in der Früh aus dem Burgenland angereist. Sie hievten die Module mit einer Art Seilzug über eine lange Leiter auf unser Flachdach. Ich kann mich noch genau erinnern, dass es an diesem Tag schneite. Trotzdem stieg ich mit aufs Dach um aufzupassen, dass nicht die Dachabdichtungsfolie beim Wegschaufeln des Schotters beschädigt wurde. Natürlich hatten die Solarenergie-Profis vorne auf den Schaufeln Gummilippen, sodass der Folie nichts passieren konnte.

29 kWh schon am ersten Tag
Gegen 15 Uhr war unsere 5,2-kWp-Anlage fertig montiert. Die Kabel waren durch die Leerverrohrung in den Technikraum im Keller gezogen, der Wechselrichter war montiert und hing auch schon im Internet. Am selben Tag noch startete die Stromproduktion. Am folgenden Tag erzeugten wir schon 29 kWh und damit mehr, als wir an diesem Tag verbrauchten. Im restlichen Jahr sollten wir knapp 4.887 kWh „ernten“.

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Verhalten sofort verändert
Wie ich zuvor unseren Kunden wieder immer erklärt hatte, begannen auch wir damit, unser Stromverbrauchsverhalten zu ändern. Zuerst stellten wir die Warmwasser-Produktion unserer Wärmepumpe auf 8 bis 18 Uhr ein, weil die Solarstromerzeugung ungefähr um 8 Uhr so richtig startet. Unser Wasser ist seither, wenn wir es brauchen, immer schön warm. Nur wenn wir Gäste haben und die Wassertemperatur unter einen gewissen Wert sinkt, wird nachgeheizt.

Dann programmierten wir den Geschirrspüler so, dass er mittags um 12 Uhr wäscht. Früher hatten wir ihn meistens nach dem Abendessen in der Nacht waschen lassen, dann aber aus Zeitmangel in der Früh ohnehin nicht ausgeräumt ...

Wäsche waschen zu Mittag
Die nächste Umstellung betraf das Wäschewaschen: Bevor wir im Zeitalter der Prosumer angekommen waren, wurde auch diese Aufgabe meist abends nach der Arbeit erledigt. Bis heute wundert mich, dass sich nie einer unserer Nachbarn beschwert hat, wenn in unserer Wiener Wohnung um 22 Uhr die Waschmaschine schleuderte, vielleicht war das Haus wirklich gut schallgedämmt. Mit unserer Solarstromanlage im eigenen Haus haben wir das Wäschewaschen auf Freitag und Sonntag verschoben, natürlich jeweils zu Mittag, wenn die Sonne am kräftigsten scheint.

Rasen mähen leicht gemacht
Auch den Rasenmäh-Roboter haben wir so ge-timed, dass er bei Sonnenschein startet, denn schon nach etwa einer Stunde fährt er wieder zu seiner Ladestation, um wieder Sonnenstrom zu „tanken“. Wenn der Akku wieder voll ist, mäht er weiter, bis er wieder aufladen muss oder bis längstens 16 Uhr, was wir ihm als Stoppzeit programmiert haben. Der Roboter fährt jeden zweiten Tag, nur Sonntag hat er einen zusätzlichen Ruhetag.

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Doppelte Freude über Sonnenschein
Faszinierend ist auch, dass unser Wechselrichter die Stromerträge nicht nur speichert, sondern auch ins Internet schickt, wo sie dann auf einer Plattform oder mittels App am Handy abgerufen werden können. Anfangs haben mein Mann und ich mehrmals pro Tag voll Stolz die App geöffnet und unserer Anlage beim Produzieren zugeschaut. Man kann die Tages-, Monats- und Jahreserzeugung begutachten und später auch ganze Jahre miteinander vergleichen. Da freut man sich doppelt, wenn die Sonne scheint!

Oft wurden wir auf der Straße vor unserem Haus von Nachbarn und Passanten auf die Photovoltaik-Anlage angeredet, weil sie auf unserem Flachdach auch von unten deutlich sichtbar ist. Die Skepsis war bereits gering, das Interesse groß, wahrscheinlich auch deshalb, weil das Thema ständig in allen Medien präsent ist und die Technologie mittlerweile so ausgereift, dass sie für jeden Hausbesitzer interessant ist.

Passivhaus kommt günstig
Besonders freut uns, über die Stromkosten zu sprechen, die über die Erzeugung der Solaranlage hinaus anfallen. Bei uns sind das ungefähr 350 Euro pro Jahr. Mit diesem Betrag heizen wir unser Haus – ein Passivhaus – mittels einer 2,8-kW-Wärmepumpe, betreiben Fernseher, Computer, Kühl- und Gefrierschränke. Manchmal lassen wir sogar das Licht auch in Räumen brennen, in denen wir uns nicht aufhalten.

Als VERBUND auf den großen Hausbau-Messen erstmals mit Solarstromanlage, Wärmepumpe und Speicher vertreten war, konnte ich viele Kunden mit meiner App begeistern. Skurril war anfangs, dass manche Kunden selbst ihr Handy zückten und ihre eigene Solarstromerzeugung zeigten. Früher hieß es in einem Werbespot: „Klassentreffen nach 20 Jahren: Mein Haus, meine Frau, meine Kinder“. Wir Solarstrom-Fans wirkten ähnlich, bloß mit anderem Text: „Meine Photovoltaik-Anlage, mein Speicher, meine Eigenverbrauchsstatistik“ …

Apropos Statistik: 2014 hat unsere PV-Anlage 5.336 kWh geliefert, 2015 waren es sogar 5.443 kWh. Unser Jahresverbrauch betrug vor dem Baby etwas weniger als 5.000 kWh, jetzt sind es etwas mehr.


Automatismus statt Euphorie
Drei Jahre nach Errichtung unserer Anlage ist die anfängliche Euphorie ein wenig gewichen. Solarstrom gehört so selbstverständlich zu unserem Haus wie die Eingangstür. In unserem Verhalten ist ein gewisser Automatismus eingekehrt.

In unserem Leben haben natürlich auch Veränderungen Platz gegriffen: So müssen wir derzeit bis zu fünf Mal pro Woche Wäsche waschen, weil sich unser ein Jahr alter Sohn diesbezüglich nicht an fixe Zeiten halten mag. So werden Waschmaschine und Trockner derzeit auch angeworfen, wenn sie noch nicht ganz voll sind oder die Sonne gerade nicht scheint.

Staubsaug-Roboter passt ins System
Auch sind neue Stromverbraucher hinzugekommen, die gut ins System eingebunden werden konnten: Seit kurzem fährt unser neuer Staubsaug-Roboter immer dann, wenn wir tagsüber nicht zu Hause sind. Junge Eltern haben ohnehin fast täglich etwas vor: Babyschwimmen, Spielgruppe, Kinderturnen … Tagsüber saugt nun der Roboter eine ganze Hausetage sauber, alle 90 Minuten lädt er Sonnenstrom nach …

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Wir haben uns mittlerweile schon sehr gut an unser Leben in der Stromzukunft gewöhnt. Jetzt sind wir gespannt, welche „elektrisierenden“ Innovationen noch auf uns zukommen.

Interesse geweckt? Hier gibt's mehr Infos zu unseren Photovoltaik-Produkten

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Fotos © VERBUND