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17. November 2016

Bier mit Leib und Seele

Gutes Bier braucht ausgesuchte Rohstoffe, ausreichend Zeit und jede Menge Energie. Mit VERBUND-Strom kocht sich kreatives Bier gleich nochmal so gut. Den besten Beweis liefert das Lichtenthaler Bräu in Wien. Hier braut Markus Steinkamp mit Strom aus Wasserkraft. Und wie!

Seit fünf Jahren arbeitet das Lichtenthaler Bräu an seinem Ruf als Wirtshausbrauerei. Seit einem Jahr kocht hier Markus Steinkamp groß auf. Den Bierbrauer aus der Gegend von Osnabrück hat es schon in viele Teile der Welt verschlagen. Schon mit 16 Jahren übersiedelte er nach Bayern, um das Brauhandwerk zu lernen. Seine Gastspiele führten ihn über Indien in den Alsergrund. im Lichtenthalerbräu im 9. Wiener Bezirk hat er seine Spielwiese gefunden.
Seit einigen Jahren schon hat das Kreativbier-Fieber Wien erfasst. Schon mehr als ein Dutzend kleiner und kleinster Brauereien wetteifern darum, den Geschmack der Konsumentinnen und Konsumenten ein ums andere Mal zu überraschen. „Die Szene steht nicht in Konkurrenz, sondern ist sich freundschaftlich verbunden. Man tauscht Rezepte, kauft gemeinsam ein und freut sich, wenn immer mehr Menschen auf den Geschmack kommen“, plaudert Markus Steinkamp, während er in der Maische für seinen Winterbock rührt. Der kupferne Braukessel bestimmt die holzgetäfelte Wirtsstube. Nahezu wöchentlich wechselt die Bierkarte. Das Besondere ist, dass praktisch keine Standardrezepte, sondern außergewöhnliche Biere gebraut werden. Markus Steinkamp braut auch gerne mit wildem Hopfen, gerne aus der Nachbarschaft. Auf der Donauinsel hat er welchen entdeckt, sogar am Gelände der benachbarten Universität für Bodenkultur gedeiht der Hopfen, der für Aroma, aber auch die charakteristische Bitterkeit im Biergeschmack sorgt. „Bierbrauen bedeutet, ein Naturprodukt herzustellen“, philosophiert Markus Steinkamp. Das technische Wissen eines Chemikers paart sich mit dem Gespür eines Kochs für Zeitpunkt und Aromenentwicklung bei Sud. So entstehen Kürbis-Bier mit Piment und Ingwer oder das fast vergessene „Wiener Lager“ in zeitgenössischer Interpretation oder Weizenbier „Schoko-Banane“. Fortgeschrittene Bierkenner jubeln und für erste Gehversuche gibt es immer ein süffiges Helles, freilich naturtrüb.
 
500 Liter pro Woche werden im Lichtenthaler Bräu gekocht. Das benötigt eine Menge Strom. Wie gut, dass unweit das Gemeinschaftskraftwerk Nußdorf Strom aus dem Donaukanal erzeugt. Auch bei gleicher Rezeptur kocht doch jede Anlage ein anderes Bier. Wie sich Strom aus Wasserkraft dabei auswirkt, werden wir in einem hoffentlich langen Feldversuch ausgiebig testen- und das hoffentlich nicht nur im Lichtenthalerbräu.

Bierkenner finden das Lichtenthalerbräu und viele weitere Genuss-Spezialisten am Wochenende beim Wiener Craftbierfest