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06. März 2017

VERBUND-Energiefrühstück: Revolution Blockchain?

Das Energiefrühstück bei VERBUND im Februar stand ganz im Zeichen einer hochspannenden Technologie – der Blockchain. Doch was kann sie genau und welche Chancen bietet sie für die Energiezukunft? Hier lest ihr mehr darüber.

Sonntagmorgen, die Sonne strahlt und ihr beginnt euer Frühstück. Der Clou: Der Strom für euren Toaster kommt aus der Photovoltaikanlage eures Nachbarn. Die Bezahlung erfolgt direkt über eine neue Technologie – die sogenannte Blockchain. Sieht so die Zukunft aus? Darüber diskutierten die Experten beim VERBUND-Energiefrühstück Ende Februar 2017 in Wien. Am Beginn stand aber eine andere Frage: Was genau ist eigentlich eine Blockchain?

Ente Doris sitzt vor dem Energiefrühstück.
Technologie und Genuss: Neben einer spannenden Diskussion zur Blockchain durfte auch ein leckeres Frühstück nicht fehlen. © VERBUND
Bitcoins, Miner und Tresore
„Die Blockchain ermöglicht Transaktionen und kommt dabei ohne Vermittler – wie Banken oder Notare – aus“, erklärte Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in seiner Keynote-Speech. Um das zu verstehen, bot er das Bild eines Tresors an. In diesen wandern verschiedene Verträge, die einzelne Personen miteinander vereinbaren. Ist kein Platz mehr, kommt ein „Miner“ ins Spiel. Er verschließt den Tresor gegen virtuelles Geld – sogenannte Bitcoins – mit einem Code, indem er viel Rechenkapazität zur Verfügung stellt. Das Besondere: In den nächsten Tresor wird neben neuen Verträgen auch der Code des letzten gelegt. Es bildet sich eine virtuelle Kette, die extrem sicher vor Hackangriffen ist: die Blockchain.
Die Dialogpartner des Energiefrühstücks (von links): Erwin Smole/Grid Singularity, Peter Böhmwalder/Nasdaq Commodities Europe, Udo Sieverding/Verbraucherzentrale NRW und Wolfgang Anzengruber/VERBUND.
Die Dialogpartner an diesem Morgen von links: Erwin Smole/Grid Singularity, Peter Böhmwalder/Nasdaq Commodities Europe, Udo Sieverding/Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und Wolfgang Anzengruber/VERBUND. © VERBUND
VERBUND setzt Kundenbrille auf
Diese Technologie steckt allerdings in den Kinderschuhen. Ob sie in ein paar Jahren noch wie oben beschrieben aussieht, steht in den Sternen. Für VERBUND-Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Anzengruber ist das auch nicht die zentrale Frage: „Wir müssen Blockchain aus der Sicht des Kunden denken, um innovative Geschäftsmodelle mit Mehrwert für alle zu entwickeln.“ Zudem werde die Stromerzeugung dank Photovoltaikanlagen und Co zunehmend dezentraler. Es brauche daher neue Wege, um die Transaktionskosten zu senken. Visionen für die Anwendung gibt es bereits: Zum Beispiel könnt ihr vielleicht schon in ein paar Jahren euer Elektroauto am Arbeitsplatz abstellen und es mit Solarstrom von zu Hause laden – dank der smarten Abrechnung über die Blockchain.
Das Publikum des Energiefrühstücks hört gespannt zu.
Fragen aus dem Publikum: Das Dachgeschoß des VERBUND-Gebäudes am Hof in Wien war auch diesmal bestens gefüllt. © VERBUND

Blockchain-Projekt in Ybbs-Persenbeug
Wie es auch weitergeht: Wien hält bei der Entwicklung der neuen Technologie aktuell eine Frontrunner-Position inne. Bester Beweis dafür ist die vielbeachtete EventHorizon 2017 im Februar. Auch VERBUND setzt sich intensiv mit dem Thema auseinander und hat als erstes großes Stromunternehmen aus Österreich „Bitcoin Mining“ in einem Pilotprojekt getestet. Dazu wurden im vergangenen Jahr fünf Hochleistungsrechner in einem Serverraum im Kraftwerk Ybbs-Persenbeug in Niederösterreich installiert.

Noch sind viele Fragen rund um die neue Technologie offen. Wolfgang Anzengruber, Udo Sieverding und die weiteren Diskutanten beim Energiefrühstück waren sich an diesem Morgen aber einig: Die Blockchain wird kommen. Ihr dürft somit gespannt bleiben.
 
Ihr wollt mehr zur über die Blockchain erfahren? Weitere Infos bietet die aktuelle Studie der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

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