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06. Juli 2017

Maulwurfsarbeit an der Donau

Kurt Schauer löst mit seiner Mannschaft im VERBUND-Kraftwerk Aschach in Oberösterreich die kompliziertesten Aufgaben. Vor Weihnachten mussten er und seine Kraftwerksmannschaft mit einer bösen Überraschung fertig werden.

Kurt Schauer sichert die Energiezukunft im Donaukraftwerk Aschach.
Kurt Schauer sichert mit seinen Kollegen die Energiezukunft im Donaukraftwerk Aschach. © VERBUND

Die Donau ist eine treue Energielieferantin. Um aus Wasserkraft Strom zu erzeugen, braucht es aber große Maschinen und mitunter viel Hirnschmalz und Erfindungsreichtum, wie sich im Donaukraftwerk Aschach gezeigt hat. Vier der größten Laufräder Westeuropas erzeugen jährlich Strom für 570.000 Haushalte. Kurz vor Weihnachten erlebten die Mitarbeiter des Kraftwerks eine böse Überraschung: Die Schaufeln einer der 8,6 Meter großen Turbine konnten nicht mehr bewegt werden. „Wir haben lange nach der Ursache geforscht“, so der Instandhaltungs- und Betriebsingenieur Kurt Schauer. Nur aufgrund von Messungen konnte der Leistungsabfall nicht erklärt werden, also musste die Turbine abgestellt, ausgepumpt und inspiziert werden. Der Aufwand dafür war beträchtlich, denn es braucht Taucher und den gewaltigen VERBUND-Schwimmkran, um die Turbine zu sichern. Erst dann konnten die Experten tief unter der Donau den Schaden bestimmen – eine wahre Maulwurfsarbeit in der schwer zugänglichen Maschine.

Kurt Schauer zeigt am Plan auf den heiklen Punkt im Inneren der Turbine.
Kurt Schauer zeigt den heiklen Punkt mitten in der 20 Meter langen Stange im Inneren der Turbine. Genau dort mussten er und seine Mannschaft ansetzen. © VERBUND
Die Verstell-Welle ist die Seele des Laufrades. Damit lassen sich die Flügel des Kaplan-Laufrades optimal auf die Wassermenge einstellen und das Maximum an Effizienz erzielen. Genau diese Welle war gebrochen. Das Versagen dieses Teils bedeutet eigentlich den Todesstoß für die Maschine. Der komplizierte Schaden fachte aber auch die Kreativität und den Ehrgeiz der Kraftwerker in Aschach an, entgegen aller Möglichkeiten doch eine Reparatur zu versuchen.
Das Team leistet Millimeterarbeit bei der Behebung des Turbinenschadens.
Teamarbeit auf engstem Raum. Jedes Teil sitzt millimetergenau, Spielraum ist fast nicht vorhanden. © VERBUND

„Selbst Fachfirmen mit internationaler Erfahrung haben so etwas noch nie gesehen, aber unsere Leute vor Ort haben es trotzdem geschafft.“ Personal aus allen Teilen der Donau-Kraftwerke wurde zusammengezogen, um die beschädigten Teile mühsam auszufädeln und zusammenzuflicken. Auf einer Länge von elf Metern wurde ein Gewinde geschnitten. So wurde ein monatelanger, kompletter Ausbau der gesamten Anlage vermieden. „Im gleichen Zeitraum dazu mussten wir plangemäß eine der Schleusenkammern überholen. Bei diesem Druck zeigt sich, was solide Fachausbildung, jahrzehntelange Erfahrung und Teamgeist wert sind“, so Schauer.

Nach der komplizierten Arbeit an der Laufrad-Narbe wird die reparierte Welle vorsichtig eingehoben.
Nach komplizierter Arbeit an der Laufrad-Nabe wird die reparierte Welle mit größter Vorsicht eingehoben. © VERBUND

Die Reparatur verlief trotz aller Befürchtungen erfolgreich, die Turbine ist seit Ende März 2017 wieder am Netz und Aschach bleibt weiterhin das leistungsstärkste Kraftwerk an der Donau.

www.verbund.at/energiezukunft

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