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16. August 2017

Wer traut sich? Klettern im Antlitz der Staumauer

Der neue VERBUND-Klettergarten in Kärnten ist eröffnet – direkt neben der Kölnbreinsperre, Österreichs höchster Staumauer. Planer und Kletterprofi Franz Karger über Felswand-Reinigungen, Höhenangst und den „Stairway to Hotel“.

Kletterprofi Franz Karger in Action
Kletterprofi Franz Karger in Action ©THE ROCK Pictures

flow_Herr Karger, über 500 Arbeitsstunden haben Sie und Ihr Team in den Klettergarten an der Kölnbreinsperre investiert – was war die größte Herausforderung?

Franz_Karger _Am aufwendigsten war die Reinigung der Felswand: Wir mussten das ganze lose Gestein entfernen – bei so einem Felsen ist nicht alles stabil und fest. Doch dann ging’s relativ flott. Den Klettersteig und die Routen haben wir innerhalb von zehn Tagen errichtet. Die Sicherheit der Kletterer stand dabei an erster Stelle. Besonders wichtig war, das Areal am Fuß der Wand abzusperren. Damit auch herumtobenden Kindern nichts passiert.

flow_17 Kletterrouten und 200 Meter Seil sind nun fertig begehbar: Was erwartet die Kletterer?

Karger_Ein Highlight ist der „Stairway to Hotel“: Ein direkter Aufstieg zum anliegenden Berghotel Malta. Zudem haben wir eine optimale Kombination aus Kletterrouten und Klettersteig geschaffen. Denn die Anlage ist nicht nur als Übungsstätte für Profis, sondern auch für Familien und Anfänger gedacht. Deshalb wurde auf eine moderate Wandhöhe von höchstens 16 Meter geachtet. Neulinge sollen das Erlebnis ja genießen und nicht aus Höhenangst in Ohnmacht fallen.

flow_Müssen Abenteuerlustige besondere Voraussetzungen mitbringen?

Karger_Für die Klettersteige sind die Basics empfehlenswert. Das ist aber keine große Wissenschaft. Fähigkeiten – wie die richtige Sicherheitstechnik – kann man in wenigen Stunden Training erlernen. Beim Klettern mit Seil verhält sich das natürlich anders. Hier braucht es schon fundierte Kenntnisse.

flow_Der von VERBUND mit 35.000 Euro unterstützte Klettergarten liegt an der Kölnbreinsperre auf 1.933 Meter Höhe. Wie ist das Gefühl, direkt neben so einem imposanten Bauwerk zu klettern?

Karger_Die Mauer hinterlässt mit ihren rund 200 Metern bei jedem einen massiven Eindruck. Aber trotz dieser tollen Konstruktion kommt bei der Location ein absolutes Naturgefühl auf. Von der Anlage hat man einen direkten Ausblick auf den türkisblauen Stausee und die mächtigen Berge des Maltatals. Die Kombination aus Technik und Natur ist beeindruckend.

flow_Was macht für Sie persönlich die Faszination am Klettern aus?

Karger_Für mich ist Klettern der pure Genuss an der Bewegung. Nach rund 40-jähriger Erfahrung habe ich meine Technik natürlich perfektioniert – Laien sind davon oft begeistert. Doch im Moment zählen nur der Fels und man selbst. Das ist wahnsinnig befreiend und tut einfach nur gut.

flow_Vielen Dank für das Gespräch!

Euch hat die Abenteuerlust gepackt und ihr wollt selbst einmal Österreichs höchster Staumauer gegenüberstehen? Dann klickt hier: Besucherzentrum Malta Hochalmstraße.

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