Zur Übersicht
25. September 2017

Rasch untergetaucht in der Freudenau

Auch die beste Maschine benötigt von Zeit zu Zeit ein Service, so auch die Turbine Nummer 3 im Donaukraftwerk Wien Freudenau. Was für den Wagen das Pickerl ist für die Turbine die Revision. Alle neun Jahre kommt eine andere der insgesamt sechs Turbinen an die Reihe, aber dazu braucht es einen Taucher.

Taucher steigt aus dem Wasser

So einfach ist es aber nicht, die etwa 2 Millionen Liter Wasser, die die Donau pro Sekunde gegen die Kraftwerksmauer spült, draußen zu halten. Darum braucht es schwere Sperr-Elemente, so genannte „Dammbalken“, um die Turbine abzudichten. Stück für Stück werden sie vor dem Einlauf der Turbine vom Portalkran aufgestapelt.

Damit sie auch wirklich dicht halten, braucht es einen Taucher, der 20 Meter unter dem Wasser kontrolliert, ob der unterste Dammbalken fest am Grund aufsitzt. Das kann er nur vor Ort, also in der kalten Tiefe der Donau machen. Bei einer Sicht von 10 Zentimetern muss der Taucher am Fuß der Staumauer auf allen Vieren entlang kriechen und allfällige Hindernisse oder Schlamm wegräumen.

Kraftwerksmauer Freudenau mit Portalkran

Heute hat Thomas Vondall von unserer Taucherfirma „Lestin“ Dienst. So unbeweglich er in seiner schweren Ausrüstung an Land ist, so elegant gleitet er in die Tiefe hinunter. Behaupten wir hier einfach, denn das Gegenteil kann niemand beweisen (weil die Donau so trüb ist, dass ohnehin niemand etwas erkennen kann). Nach 10 Minuten funkt er ans Ufer: „Alles sauber“ und so flott er abgetaucht ist, so zügig steigt er auf. Kaum an Land, senken die Kraftwerker auch schon den ersten Dammbalken mit einem Eigengewicht von etwa 40 Tonnen in die Tiefe. Nach einem zweiten Tauchgang ist der Badespaß auch schon wieder vorbei. Alles ist buchstäblich glatt gelaufen, dem weiteren Abdämmen steht kein Stein mehr im Weg.