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16. Januar 2018

Das Gegenteil von Badewetter

Wir waren mit den VERBUND-Berufstauchern auf nasskaltem Einsatz im Donaukraftwerk Ybbs-Persenbeug. Bei milden Wintertemperaturen (1,7 Grad plus am Ufer, 4 Grad plus im Wasser) weiß man nicht, wer es ungemütlicher hat- der Taucher oder sein Team.

Taucher wird im Tauchkorb in die Donau gelassen
"Badewetter" ist relativ

Wenn überall Badeschluss einkehrt, dann fängt für unsere Taucher die Arbeit erst an. In den Wintermonaten führen die Flüsse weniger Wasser. In diesem schmalen Zeitfenster werden nach einem durchdachten Plan einzelne Turbinen abgestellt und inspiziert. Was für das Auto das „Pickerl“, ist für die Turbine die „Revision“. Um überhaupt zu den gewaltigen Maschinen an der Donau zu gelangen, müssen sie erst trocken gelegt werden. Hier springen die Taucher ein. Ihre Aufgabe ist es, am Grund der Kraftwerksmauer beim Einlauf der Turbinen den angeschwemmten Sand, Geröll und Baumstämme wegzuräumen.

Gruppenbild des dreiköpfigen Taucher-Teams

Ein typisches Taucher-Team

Ein typisches Taucher-Team besteht aus drei gut eingespielten Mitgliedern. Der „Signalmann“ leitet den Einsatz. Er notiert die Tauchzeiten und Wassertiefe und hält mit dem Taucher Sprechverbindung. Ihn unterstützt der „Leinenmann“, der die Sicherheit des Anzuges gegencheckt und den dicken Kabelstrang nachlegt. Dieser ist die Nabelschnur für den Taucher, der im trüben Wasser bestenfalls 20 Zentimeter weit sieht. Vor allem die trübe Donau ist mitunter noch undurchsichtiger und so muss der Taucher am Grund sich praktisch blind vorantasten. Damit er die Richtung nicht verliert, kriecht er am Boden entlang. 
Besucherkraftwerk Ybbs-Persenbeug