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17. April 2018

Sustainability Challenge: Photovoltaik findet Stadt

Wie kann Photovoltaik im urbanen Raum voll durchstarten? Mit dieser spannenden Frage beschäftigen sich sechs Studierende im Rahmen der diesjährigen Sustainability Challenge. Unterstützung gibt’s von VERBUND.

Die Studentin präsentiert beim Stop-Over-Event das Projekt.
Sonnenkraft voraus: Beim Stop-Over-Event präsentiert das VERBUND-Team sein Projekt. © Daniel Schmelz/RCE

Die Sonne scheint über dem Mehrfamilienhaus im 14. Wiener Gemeindebezirk. Die hauseigene Photovoltaikanlage produziert Strom für alle Parteien. Eine schöne Zukunftsvision – doch die Mieterinnen und Mieter sind noch skeptisch. Wie funktioniert das dann mit der Abrechnung? Wer wird der Betreiber sein? Berechtigte Fragen, deren Beantwortung sich sechs Studierende seit Oktober bei der Sustainability Challenge widmen – einem interdisziplinären Event der großen Universitäten Wiens.

Zeit ist reif für urbane Photovoltaik
Klara Krgovic ist einer der schlauen Köpfe dieses Teams. Die 26-Jährige hat einen Master-Abschluss in Internationaler Entwicklung und studiert nun Umwelt- und Bioressourcenmanagement an der Universität für Bodenkultur in Wien (BOKU). „Geplant haben wir zehn Interviews mit Immobilienentwicklern, Architekten und Bewohnern“, schildert Krgovic das Forschungsdesign. „Wir erforschen, wo die Herausforderungen bei urbaner Photovoltaik liegen. Und wie stark das Bewusstsein zum Thema und der Wille zur Umsetzung ist.“

Eine spannende Mission – immerhin wären allein 64 % der Dachflächen Wiens geeignet, um darauf Photovoltaikanlagen anzubringen. Genutzt wird allerdings nur ein Bruchteil. Dass in dieser Richtung überhaupt geforscht werden kann, dafür sorgte 2017 der Gesetzgeber. Dank einer neuen Novelle des Elektrizitäts-, Wirtschafts- und Organisationsgesetzes wird die Erzeugung und Nutzung von Solarstrom nun auch bei Mehrparteienhäusern ermöglicht. Krgovic und Co leisten also echte Pionierarbeit.


Im Publikum des Stop-Over-Events saßen auch die Studierenden.
Frischer Wind für die Zukunft: Bei der Sustainability Challenge nahmen rund 60 Studierende teil. © Daniel Schmelz/RCE

Experten-Tipps von VERBUND
Das Team muss sich dieser wichtigen Aufgabe nicht alleine stellen. Expertise gibt es von VERBUND. Österreichs führendes Stromunternehmen ist einer von zwölf Partnern, die praxisnahe Forschungsfragen für die Sustainability Challenge formulierten und den Event fördern. „VERBUND hat uns in der ersten Projektphase mit ungemein viel Know-how unterstützt“, erzählt Krgovic. „Danach ist der Informationsaustausch auch nie abgebrochen. Ein kontinuierlicher Prozess.“

Die Sustainability Challenge selbst ist eine interdisziplinäre Lehrveranstaltung über zwei Semester und findet heuer bereits zum achten Mal statt. Rund 60 Studierende von Universität Wien, BOKU, Technischer Universität Wien und Wirtschaftsuniversität Wien nehmen daran teil. Alle Fäden laufen beim Regional Centre of Expertise (RCE) zur Bildung für nachhaltige Entwicklung zusammen.

VERBUND-Experte Markus Urban-Hübler spricht mit den Studierenden.
Tipps vom Profi: VERBUND-Experte Markus Urban-Hübler im Gespräch mit den Studierenden. © Daniel Schmelz/RCE

Studierende setzen SDGs in der Praxis um
Die diesjährige Challenge steht unter dem Motto „Nachhaltigkeit findet Stadt. Die SDGs als Chance für urbanen Wandel?“. Dabei dreht sich alles um die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Diese umfassen Entwicklungsziele rund um Themen wie Armutsbekämpfung, Gesundheit oder Umweltschutz. Festgesetzt wurden sie im Rahmen eines Gipfeltreffens im Jahr 2015. Alle 193 Mitgliedstaaten verpflichteten sich, die Ziele bis 2030 zu erreichen.

VERBUND unterstützt die Challenge aus Überzeugung. „Wir bekennen uns zur Nachhaltigkeit und leisten besonders zu SDG 7 ‚Bezahlbare und saubere Energie’ unseren Beitrag“, erklärt Markus Urban-Hübler, Nachhaltigkeitsbeauftragter des Unternehmens und Projektkoordinator. „Wir investieren kontinuierlich in erneuerbare Energieformen wie Photovoltaik. Ein Beispiel ist unser Tochterunternehmen SOLAVOLTA.“

Rund 150 Personen nahmen am Stop-Over-Event der Sustainability Challenge teil.
Reger Andrang: Am Stop-Over-Event der Sustainability Challenge am 11. Jänner nahmen rund 150 Personen teil. © Daniel Schmelz/RCE

Nachhaltigkeit motiviert junge Forscher
Die Sustainability Challenge ist also rundum eine gelungene Sache – besonders für die Studierenden „Der interdisziplinäre Ansatz hat mich sehr gereizt“, schildert Klara Krgovic ihre Motivation. „Es ist ausgesprochen lehrreich zu sehen, wie andere Studenten an bestimmte Aufgaben herangehen. Und die Nachhaltigkeit ist für mich ohnehin ein Thema von zentraler Bedeutung.“

Wie es mit ihrem Projekt nun weitergeht? Nach der Auswertung der Interviews wird im nächsten Schritt den Interviewpartnern ein fiktives Angebot unterbreitet, um das Interesse potenzieller Kundinnen und Kunden an urbaner Photovoltaik zu ermitteln. Dabei sollen auch vorhandene Hindernisse ausfindig gemacht werden. Die Challenge endet im Juni 2018. Wir sind auf die Ergebnisse gespannt. Die Bewerbungsphase für die nächste Runde der Sustainability Challenge wird noch im April beginnen. Bewerbungen können bis 7. Juli 2018 eingereicht werden.

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