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„Fish and Chips“ lautet derzeit das Ökologen-Motto an der Donau. Bis zu 20.000 Fische könnten in Ottensheim und Greifenstein mit Sendern ausgestattet werden. Die brandneuen mobilen Reusen in den Fischwanderhilfen Ottensheim und Greifenstein erlauben es, die wandernden Fische aufzulesen, zu erfassen und technisch markiert wieder in die Freiheit zu entlassen.

gläsener Fisch
„Was im Haustierbereich schon Standard ist, setzen wir nun in der wissenschaftlichen Untersuchung unserer Fischwanderhilfen ein“, erklärt Walter Reckendorfer, der das Projekt seitens VERBUND betreut. Der winzige Sender-Chip der Firma Biomark wird individualisiert und dem Fisch in den Bauch implantiert. Für geschultes Personal bedeutet das nur ein paar Handgriffe, die dem Fisch weniger Schmerz zufügen als der Haken eines Hobbyfischers.
Walter Reckendorfer
Damit besagte Fischer sich nicht am Chip verschlucken, werden die Fische an der Unterseite markiert. Beim Ausnehmen würde der Chip so üblicherweise entfernt. So braucht niemand Angst haben,  dass seine Bewegungsdaten plötzlich bei Walter Reckendorfer am Computer aufscheinen. Zusätzlich werden die Fischer über ihre Fischereiverbände vor dem Sender gewarnt und gebeten, diesen zu retournieren. Auch so können Daten über die Fische gesammelt werden. Die Absicht ist aber eine andere.
Chip impfen
So wird der Fisch mit dem Chip geimpft.
Einbau Fisch-Sender

Entlang der Fischwanderhilfe sind Empfängerstationen eingebaut, die durch die Sender der Fische angesprochen werden. So kennen wir das Bewegungsverhalten der Fische und können unterschiedliche Vorlieben der Arten herausfinden. Wie lange hält sich ein Fisch in der Fischwanderhilfe auf? Wie häufig nutzt er die Fischwanderhilfen- und die alte Königsfrage aller Kraftwerker: wie viele Fische nutzen die Schifffahrtsschleusen an der Donau zum Wandern und pfeifen auf den anstrengenden Weg über die Fischleiter?  Was im Supermarkt schon ganz normal ist- Kunden loggen ihr Mobiltelefon in das gratis WLAN ein und das Unternehmen verfolgt das Bewegungsprofil- geschieht nun auch in den Fischwanderhilfen. 

Bild: Einbau eines Fisch-Senders.

Gewässerökologen bei der Bestandsaufnahme

Bei der Fischreuse in Greifenstein herrscht Hochbetrieb. Horst Zornig und Benjamin Droop von Profisch (http://profisch.at/) haben in den ersten vier Wochen seit Eröffnung bereits 500 Fische in Greifenstein gefangen, bestimmt, vermessen und mit Chip ausgestattet. Barben, Aitel, Labe, Rußnase, Gründling und Günster haben sich heute in der Reuse verfangen. Auch eingewanderte Schwarzmaulgrundeln und ein Wolga-Zander sind darunter. 

Bild:  Gewässerökologen bei der Bestandsaufnahme

Mit diesen harten und transparenten Daten kann die Funktionstüchtigkeit der Fischwanderhilfen hieb- und stichfest nachgewiesen werden. Der Sender-Standard erlaubt es auch, markierte Fische aus anderen Renaturierungsprojekten der Donau zu identifizieren. Die Donau wird somit zum bestüberwachten Fluss der Welt. Was früher mühsam von Hand oder mit teurem Sender auf wenige Exemplare beschränkt war, kann nun mit wenig Mühe auf fast die gesamte Population ausgedehnt werden. Überraschungen sind nicht ausgeschlossen.

Mehr zu den Projekten: www.life-netzwerk-donau.at  

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