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01. April 2019

Mit Wassercraftbier in die Energiezukunft!

Friedrich Willach hat sich einen Traum erfüllt und betreibt mit seiner Frau Nadine eine Kleinbrauerei im Bezirk Melk. In flow spricht er über gelebte Regionalität als Antrieb, Geschmacksvielfalt und Wassercraftbier.

Friedrich Willach mit seinem Wassercraftbier vor einer Turbine des Laufkraftwerks Melk.
Friedrich Willach mit seinem Wassercraftbier vor einer Turbine des Laufkraftwerks Melk. © VERBUND
Aufstehen morgens um 5:00 Uhr. Morgentoilette, frühstücken und dann Abfahrt kurz nach 6:00 Uhr. Eine Stunde später trifft Friedrich Willach am Wochenmarkt in St. Pölten ein und bereitet alles für den Verkauf vor. Der 53-Jährige kümmert sich um den Vertrieb einer kleinen Craftbierbrauerei aus dem niederösterreichischen Gerolding, während seine Frau Nadine die Arbeiten am Braukessel übernimmt. Dazu gehört es auch, dreimal die Woche auf Märkten in Melk und St. Pölten sein Bier anzubieten. Nachhaltigkeit und Regionalität sind dem Brauunternehmer sehr wichtig – Werte, die er mit VERBUND teilt.
Nadine Willach stellt Wassercraftbier in der Kleinbrauerei Geroldinger her.
Nadine Willach rührt fest in ihrem Braukessel um und veredelt Wasser zu Bier. © Paul Plutsch

Kleinbrauerei im ländlichen Raum

Zunächst war das Bierbrauen für die gelernte pharmazeutisch-technische Assistentin Nadine Willach aus der Nähe von Rosenheim in Deutschland nur ein Hobby. Vor knapp 20 Jahren kam sie nach Österreich und lernte in Friedrich Willach ihren künftigen Mann und Geschäftspartner kennen. Gemeinsam besuchten sie Brauereien bis hinauf nach Schottland und planten ihren Betrieb. Eine Kleinbrauerei in Gerolding, Bezirk Melk sollte es werden: Aus Holz errichtet, mit Rohstoffen aus der Region und örtlichem Wasser gebraut. „Denn zum Bierbrauen ist das Wasser der wichtigste Rohstoff“, so Friedrich Willach. Für das ländlich gelegene Gerolding sprachen aber auch eine perfekte Anbindung und weitere Dinge. „Wir haben hier oben eine gute Infrastruktur. Es gibt einen Kaufladen, ein Schwimmbad und eine eigene Schule mitten im Ort. Das ist für eine kleine Gemeinde doch eine feine Sache!“ Seinen Betrieb nahm das Geroldinger Brauhaus 2013 auf.
Friedrich Willach bei der Flaschenabfüllung im Geroldinger Brauhaus.
Mehrweg statt Einweg: Friedrich Willach an der Flaschenabfüllanlage. © Paul Plutsch

Von Direktvertrieb und Geschmacksvielfalt

Steht Friedrich Willach nicht am Wochenmarkt, dann liefert er persönlich das Bier aus oder betreut den Hofladen, der an die Brauerei angeschlossen ist. „Weil wir Direktvertrieb auf dem Markt und dem Ab-Hof-Laden machen, haben wir den Vorteil, dass wir unseren Kunden Informationen zum jeweiligen Bier mitgeben können“, erklärt Willach. „Wenn sie zum Bier im Regal im Supermarkt greifen, erzählt ihnen ja keiner etwas dazu.“ Aber warum ist das wichtig? „Viele Menschen verstehen unter Craftbier ein exotisches Bier, das man eben mag oder auch nicht.“ Dabei bedeutet der Ausdruck nichts anderes als handwerklich gebraut. „Sobald die Leute mitbekommen, dass dieses Craftbier mehr kann als die Einheit der Biere der Großbrauereien, macht es richtig Spaß!“ Beim Angebot hält es Familie Willach wie die moderne Gastronomie, die davon abgeht, das ganze Jahr die gleichen Gerichte zu verkaufen. So entstanden auch die prämierten Spezialitäten des Geroldinger Brauhauses wie das staatsmeisterliche Hanfbier.
Die Braumeisterin Nadine Willach im Hofladen, der direkt an die Kleinbrauerei angeschlossen ist. © VERBUND
Die Braumeisterin Nadine Willach im Hofladen, der direkt an die Kleinbrauerei angeschlossen ist. © VERBUND

Wasserkraft von VERBUND ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie

Strom aus Wasserkraft steht für etwas, das die Familie Willach mit ihrer Brauerei auch aktiv lebt: Nachhaltigkeit. „Wir haben ganz bewusst unsere Brauerei aus Holz errichtet, aus einem nachwachsenden Rohstoff. Wir haben Bügelverschlussflaschen im Einsatz. Denn wir wehren uns dagegen, einen hochwertigen Rohstoff – und dazu zähle ich auch Glas – wegzuschmeißen“, erklärt uns der Brauhausunternehmer. „Das, was wir an Abfall produzieren, ist verschwindend gering.“ Der Treber, der nach dem Brauprozess übrigbleibt, geht an einen benachbarten Landwirt, der damit sein Rot- und Damwild füttert. „Soweit es möglich ist, beziehen wir unsere Rohstoffe aus Österreich. Da war es naheliegend, dass wir auch auf erneuerbare Energie setzen.“ 

Sehr weit hat es die Ressource Strom nicht nach Gerolding: Im Oktober 2018 besuchte Friedrich Willach das VERBUND-Donaukraftwerk Melk während der Revisionsarbeiten. „Es ist beeindruckend, was die Kraft des Wassers bewirkt – auch von der Leistung her. Und es ist schön, dass man in Österreich diese Ressource vernünftig nutzt.“ Ist ein Kraftwerk einmal errichtet, dann frisst es kaum mehr Ressourcen und wirft keine unerwünschten Nebenprodukte ab. „Es funktioniert hundert Jahre und länger. Unter dem Strich steigt man mit Wasserkraft besser aus“, so der überzeugte Freund von nachhaltiger Ressourcennutzung. Wassercraftbier? „Die veredelte Wassernutzung.“

Was ist euer Antrieb die Energiezukunft mitzugestalten? Weitere Geschichten rund um Nachhaltigkeit und sauberen Strom findet ihr hier: Mein Antrieb. Meine Energie.

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Strom für das Geroldinger Bier aus Melk