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18. Juli 2019

SAMMLUNG VERBUND goes Barcelona

Feministische Avantgarde der 1970er-Jahre – so heißt die neue Ausstellung des CCCB – Centre de cultura Contemporànea de Barcelona in der demnächst über 200 Werke der SAMMLUNG VERBUND ausgestellt werden.

KunstSAMMLUNG VERBUND in Vorbereitung für Barcelona
Die Kunstwerke der Sammlung VERBUND werden für die Ausstellung in Barcelona vorbereitet.
Sammlung VERBUND in Barcelona
Kunstwerke auspacken, ihren Zustand detailliert kontrollieren und in die Ausstellungsräumlichkeiten hängen - vor der Eröffnung muss noch einiges erledigt werden. Die letzten Vorbereitungen laufen. Nach Brüssel, Hamburg, London, Wien und Karlsruhe gastiert die Kunstsammlung nun in Barcelona, Spanien.
Für die aktuelle Station wurden aus dem 600 Werke umfassenden Sammlungsschwerpunkt 200 Kunstwerke aus den 1970er-Jahren von 67 Künstlerinnen ausgewählt und zusammengestellt.

VERBUND Sammlung Barcelona
Von 18. Juli bis 1. Dezember 2019 können über 200 Kunstwerke aus der SAMMLUNG VERBUND in Barcelona bestaunt werden. Die Ausstellung zeigt, wie Künstlerinnen in den 1970er-Jahren zum ersten Mal ein eigenes „Bild der Frau“ kollektiv neu kreierten.
Gleichzeitig läuft die Ausstellung „Choreographies of Gender“, in der zeitgenössische Künstlerinnen das Thema Feminismus aus unterschiedlichen Perspektiven darstellen.

Kunstengagement und verborgene Schätze

Gabriele Schor, Ana Sanchez de Vivar und Theresa Dann kümmern sich um einen reibungslosen Ablauf.
Die SAMMLUNG VERBUND, welche 2004 als Firmensammlung gegründet wurde, bleibt bis heute ihrer zeitgenössischen und internationalen Ausrichtung treu.
Das Kunstengagement steht dabei im Mittelpunkt und ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmenskultur.
Dabei wird auch darauf geachtet, dass sowohl bereits bekannten Künstlerinnen, als auch jenen, die noch wenig Popularität erlangt haben, eine Bühne zu bieten. „Meine Werke waren 40 Jahre lang unbeachtet auf dem Dachboden, keiner interessierte sich für sie“, erklärt die deutsche Künstlerin Renate Eisenegger. Ihre Arbeiten finden nun, neben vielen anderen, einen Platz in der internationalen Ausstellung.

Die Schau ist in fünf Bereiche gegliedert: Reduktion auf Mutter, Hausfrau und Ehefrau, Rollenspiele, Schönheitsdiktate, weibliche Sexualität, das Eingesperrtsein und der Ausbruch aus eindimensionalen Rollen dargestellt. Viele der hier vertretenen Künstlerinnen entfernten sich vom männlich dominierten Genre der Malerei und wandten sich den Medien Fotografie, Video, Film und Performance zu.


Avantgarde neu gedacht

„Den Werken der Feministischen Avantgarde ist gemeinsam, dass sie aus einer existenziellen Notwendigkeit entstanden sind, das spürt man in der Ausstellung. Es ist spannend zu sehen, dass, obwohl sich viele der Künstlerinnen nicht kannten, sie ähnliche ästhetische Strategien einsetzten und ähnliche thematische Felder berührten“, erklärt Gabriele Schor.
Die Kuratorin Gabriele Schor, die gleichzeitig auch Sammlungsdirektorin ist, prägte den Begriff „Feministische Avantgarde“ und brachte ihn in den kunsthistorischen Diskurs ein. Damit gelang es ihr, die Pionierleistung dieser Künstlerinnen hervorzuheben. So erweiterte sie den männlich dominierten Kanon der Avantgarden und lenkte die Aufmerksamkeit in eine künstlerische Bewegung, die bisher zu wenig Beachtung in der Kunstgeschichte fand.

Ausstellungsort:
CCCB - Centre de Cultura Contemporànea de Barcelona
Montalegre 5
08001 Barcelona
 
Ausstellungsdauer:
19.07. – 01.12.2019