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12. August 2019

Neue Au in Altenwörth: Renaturierung der Traisen

VERBUND hat am Kraftwerk Altenwörth in einem EU-LIFE+ Projekt das monotone Flussbett der Traisen in eine grüne Au verwandelt und so einen neuen Lebensraum für viele Tierarten geschaffen. Die neue Mündung in die Donau ist ein Paradies für Mensch und Tierwelt.

Sommerliche Flusslandschaft an der neuen Traisen
Im Zuge des von der EU geförderten Projekts LIFE+ wurde nach jahrelanger Planung die Mündung der Traisen verlegt und eine großflächige Aulandschaft errichtet.
Eine Renaturierung rund um das VERBUND Donaukraftwerk Altenwörth war notwendig, um den Lebensraum vieler Fische zu erhalten und so die EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erfüllen. Der Unterlauf der Traisen war von den umgebenden Augewässern abgeschnitten und bot wenig Raum für typische Tier- und Pflanzenarten. 
Zusätzlich war die Passierbarkeit für Fische durch Hindernisse erschwert und teilweise unmöglich.

In der neuen Traisen-Au von Altenwörth

Fischer mit kapitalem Huchen im Fluss
Mit den LIFE+ Projekt an der Traisen wurde diese Barriere überwunden und ein Bereich für mehr Vielfalt geschaffen. Damit konnte ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung des Natura 2000 Gebiets geleistet werden.
Die Auswertung der ersten ökologischen Prüfungen zeigen überraschende Ergebnisse. Die Qualität des fischökologischen Zustandes verbesserte sich von der Note „unbefriedigend“ auf „gut“. Und: Alle donautypischen Fischarten haben sich bereits in der neuen Traisen angesiedelt.

Prozess.

Bis es so weit kommen konnte, hat es einige Jahre gedauert. Die Initiative geht auf die Grundeigentümer des umliegenden Traisen-Gebietes im Jahr 1998 zurück. 2003 wurde die erste Landwirtschaftsstudien in Auftrag gegeben. Zwei Jahre später wurde VERBUND als Partner ins Boot geholt. Im Jahr 2007 wurde der EU-Antrag zur LIFE+-Förderung gestellt und gleichzeitig eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Sobald das Projekt Genehmigung gefunden hatte, startete 2013 der Bau. In drei Jahren Bauzeit wurden auf dem 160 Hektar großen Gebiet 1,4 Mio. Kubikmeter Kies befördert, weitere 1,6 Mio. für die neuen Auflächen benutzt. Unmittelbar nach der Flutung startete die Errichtung des Auweihers.

Finanzierung.

Ein Projekt dieser Größe ist auf Unterstützung angewiesen. Die Kosten beliefen sich auf 30 Mio. Euro. Den Großteil der Finanzierung, sowie auch die Projektleitung übernahm VERBUND. Ein weiterer wesentlicher Teil kam aus der LIFE+ Förderung der EU. Zusätzlich wurde das Projekt durch die NÖ Bundeswasserbauverwaltung, via donau, den NÖ Landesfischereiverband, den NÖ Landschaftsfonds und das Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus finanziell unterstützt. Die strombezugsberechtigten Unternehmen Energie AG, KELAG und VKW waren ebenfalls beteiligt.

Erholung. 

Die neugestaltete Landschaft ist nicht nur für die Tier- und Pflanzenwelt eine Bereicherung. Für die umliegende Bevölkerung aus den Gemeinden Zwentendorf und Kirchberg am Wagram ist sie zu einem beliebten Naherholungsgebiet geworden. Der Donauradweg führt über eine eigens angefertigte Brücke quer durch das junge Augebiet. Den Radlerinnen und Radlern wird dadurch ein Einblick in die gesamte Vielfalt der Landschaft an der Traisen ermöglicht.
In Zukunft sollen weitere Projekte gemeinsam mit den angrenzenden Gemeinden folgen. 
 
Gummiente Doris mit Erinnerungstafel zum Projekt LIFE+ Traisen
Das nächste Projekt in Kraftwerk Altenwörth steht schon in den Startlöchern. Am linken Donauufer soll Niederösterreichs längste Fischwanderhilfe entstehen.
Damit wird ein weiterer Beitrag zu Aufwertung der Wasserqualität und der Biodiversität in der Donau beleistet. Mehr als 12 Kilometer lang wird der naturnahe Umgehungsbach auf der linken Uferseite der Donau. Mit Kiesaufschüttungen wird das Ufer im Altarm fischfreundlicher gestaltet. Gleichzeitig erlauben flache Stellen den Badegästen einen bequemeren Zugang zum Wasser und verbessern die Badequalität“, sagt Projektleiter Hannes Einfalt.
Donaukraftwerk Altenwörth