Urban Gardening: Garteln mitten in der Stadt

Im Frühling geht die Saison für Hobbygärtner wieder los. Auch in den Städten kann der Traum nach einem eigenen Stück Grün verwirklicht werden. Urban Gardening ist dabei mehr als nur ein Trend.

Sonnenstrahlen tanken, umgeben sein vom Duft frischer Blüten und buntes Gemüse soweit das Auge reicht: Der Traum vom eigenen Garten lässt das Herz höherschlagen. Auch für Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner kann dieser Wunsch in Erfüllung gehen. Ein Balkon, Gemüseparzellen oder Gemeinschaftsgärten tragen dazu bei, das Wunder Natur im Stadtgebiet zu erhalten.

Blumenwand

Warum Urban Gardening?

Vom Hobby-Garteln am Balkon bis zum gemeinsamen Gemüseanbau auf städtischen Freiflächen: Urban Gardening heißt, die Stadt zum Erblühen zu bringen. Die Motivation dafür kann vielfältig sein. Sie reicht von der Eigenversorgung mit regionalen Lebensmitteln bis zur Möglichkeit, vom Alltag abzuschalten und sich die Hände schmutzig zu machen.

Fakt ist, dass es der Umwelt guttut. Bienen und Insekten erhalten neuen Lebensraum, seltene Pflanzen können wieder Wurzeln schlagen und die Luftqualität verbessert sich. So erhält die Natur ein Stück zurück.

Vertikaler Garten

Balkon voll ausnutzen

Ein Balkon ist zwar nett, aber zu klein, um sein eigenes Gemüse anzubauen? Ganz im Gegenteil: Denn es gibt viele kreative Wege, den Platz optimal zu nutzen. Eine Variante ist Vertical Gardening. Dabei werden Pflanzen nicht nebeneinander, sondern übereinander platziert. Blumentöpfe lassen sich etwa an Wänden befestigen und Blumenampeln an der Decke anbringen. Zudem helfen Gitter den Pflanzen dabei, nach oben zu wachsen, anstatt sich über dem Boden auszubreiten.

Wer seinen Balkon in einen „Naschgarten“ verwandeln will, muss auf die passenden Sorten achten. Blattgemüse lässt sich besonders leicht anbauen – dazu zählen Paprika oder Gurken. Auch Kräuter sind praktisch und brauchen nicht viel Pflege. Je nach den Bedürfnissen der Pflanzen können diese sinnvoll kombiniert werden. Ein Beispiel: Wird Basilikum unter einer Tomatenstaude eingesetzt, profitiert er vom Schatten ihrer Blätter und hält gleichzeitig Schädlinge von ihr fern.

Gemuesebeet

Gemüseparzellen mieten

Wer im größeren Stil anbauen und ernten will, könnte mit einer eigenen Gemüseparzelle richtig liegen. Unter dem Schlagwort Urban Farming verpachten viele landwirtschaftliche Betriebe in ganz Österreich Parzellen für den Gemüseanbau. Varianten gibt es mittlerweile zahlreiche: So können Pächterinnen und Pächter etwa das Gemüse für sich anbauen lassen und nur das Unkrautjäten und Ernten übernehmen.

Ein Beispiel sind die Morgentaugärten – das größte heimische Urban-Farming-Projekt mit Standorten in Oberösterreich und der Steiermark. Hier bekommen Nutzerinnen und Nutzer das Beet professionell aufbereitet und können es ab April selbst bepflanzen. Zur Auswahl stehen unterschiedliche Größen: von 20 Quadratmetern für zwei Personen bis zu 60 Quadratmetern, die einen Sechs-Personen-Haushalt versorgen können.

Seed Bomb

Im Trend: Guerilla Gardening

Warum nicht im öffentlichen Raum Pflanzen ansetzen, ohne vorher groß nachzufragen? Das ist das Motto von Guerilla Gardening. Ein Mittel dazu sind die sogenannten Seedbombs. Dabei handelt es sich um Bälle aus Erde, Ton und Samen, die einfach auf freie Flächen fallengelassen werden. Guerilla Gardening hat einen rebellischen Hintergrund und das Ziel, den öffentlichen Raum für die Natur zurückzuerobern. Regelmäßige Treffen gibt es zum Beispiel in Wien: Guerilla Gardening.

Gemeinschaftsgarten

Im Gemeinschaftsgarten anbauen

Zusammen graben, aussäen, gießen und ernten – das ist der Traum vom Gemeinschaftsgarten. Dabei handelt es sich um Vereine, deren Mitglieder gemeinsam ein Grundstück pachten und sich die Arbeit sowie die Ernte untereinander aufteilen. Der große Vorteil hier: Einzelpersonen müssen nicht über viel gärtnerisches Wissen verfügen: Jede Gärtnerin und jeder Gärtner bringt unterschiedliche Spezialisierungen mit – und es gibt viel voneinander zu lernen.

Aus diesem Wunsch heraus ist auch der Mohoga Gemeinschaftsgarten in Graz entstanden. Hier zählen nicht nur Gartenarbeit, sondern auch Gartenfeste und Kräuterwanderungen zum fixen Programm. Einer spannenden Vision folgt die niederösterreichische Initiative Natur Garten. Hier stehen bio-veganes Gärtnern ohne chemisch-synthetische Dünger sowie Arten- und Sortenvielfalt im Mittelpunkt.

Seestadt

Essbare Stadt nutzen

Ganz ohne Verein und Mitgliedsbeitrag funktioniert die essbare Stadt: Anders als bei Gemeinschafts- oder Nachbarschaftsgärten können hier alle Interessierten anbauen und ernten. Genutzt werden dafür öffentliche Grünflächen, die die Stadt dafür zur Verfügung stellt. Egal, ob es sich um Beeren zum Naschen oder ganze Kürbisse für eine herzhafte Mahlzeit handelt – jeder darf beim Pflanzen mithelfen und sich bedienen.

Ein Praxisbeispiel liefert die Seestadt Aspern in Wien Donaustadt. Ein Team von Forscherinnen und Forschern begleitet seit 2019 Pflanzenfreunde dabei, ihre Anbauwünsche umzusetzen. Einen ähnlichen Weg geht Dornbirn in Vorarlberg. Ziel ist, öffentliche ungenutzte Flächen mittels biologischer Bewirtschaftung zum Aufblühen zu bringen. Im Fokus stehen Gemüse und Kräuter sowie Vogelnährpflanzen und pollenreiche Insektenpflanzen.

Gemeinschaftsgarten

Urbane Gärten schaffen Raum für die Natur und verbessern das Zusammenleben in den Städten.

Mit Strom aus 100 % klimaneutraler und sauberer Wasserkraft leisten wir von VERBUND unseren Beitrag zum Erhalt der heimischen Naturwunder und sichern die Energieversorgung für Generationen. Mehr dazu unter: Strom aus 100 % Wasserkraft.