EmporA "Leuchtturm" der Elektromobilität in Österreich

29.01.2010Wien

Am 26. Jänner beschloss das Präsidium des Klima- und Energiefonds die Förderung von "Technologischen Leuchttürmen der Elektromobilität".

Vor dem Hintergrund der volkswirtschaftlichen Zielsetzungen Energieeffizienz, Reduktion von Emissionen – allen voran CO2 aber auch Feinstaub oder Lärm – und Versorgungssicherheit will die Plattform Austrian Mobile Power (AMP) mit EmporA ein übergeordnet gültiges Gesamtsystem ins Leben rufen, das in Österreich aber auch grenzüberschreitend funktioniert. Im Vordergrund stehen Anwendernutzen, österreichische Wertschöpfung und CO2-Reduktion.

Am 26. Jänner beschloss das Präsidium des Klima- und Energiefonds die Förderung von "Technologischen Leuchttürmen der Elektromobilität". Mit diesen Projekten soll laut Klima- und Energiefonds zum einen österreichische F&E-Kompetenz im Bereich elektrischer Antriebstechnologien gesichert werden. Zum anderen wird so der Produktionsstandort Österreich auf den technologischen Wandel vorbereitet.

Die Jury gründete die Entscheidung für EmporA vor allem auf:

1) Innovationsführerschaft und Vernetzung
"Im Rahmen von EmporA arbeiten erstmals alle Partner aus den Bereichen Fahrzeugindustrie, Infrastrukturtechnologie, Energieversorgung und Wissenschaft an der Entwicklung einer integrierten Systemlösung für Elektromobilität. Die  Partner von EmporA sind die AMP-Mitglieder Verbund, Siemens, Magna, Wien Energie, EVN, AVL, Infineon, Raiffeisen Leasing, The Mobility House, REWE und AIT sowie Salzburg AG und HEI. Gemeinsam streben sie eine klare Innovationsführerschaft an. "Wesentlich dabei ist auch die Vernetzung zu anderen europäischen Forschungs- und Entwicklungsprojekten", begründet Ingmar Höbarth die Förderentscheidung", so der Klima- und Energiefonds in seiner Presseaussendung vom 28.01.2010.

Die im Sommer 2009 vom Verbund initiierte Plattform Austrian Mobile Power, in der die wesentlichen österreichischen Technologieunternehmen zusammenarbeiten, um die Basis für eine rasche Umsetzung der Elektromobilität in Österreich zu schaffen umfasst Spitzenrepräsentanten aus den Bereichen Fahrzeugentwicklung, Systementwicklung, Infrastruktur, Forschung, Finanzierung und Handel. Sie  ist mittlerweile als Verein mit 13 Mitgliedern organisiert.  Neu dazugekommen ist die  EVN.

Das Projekt EmporA arbeitet nach drei Maximen: Erstens ist das erklärte Ziel bei der Entwicklung eines Gesamtsystems den Anwendernutzen in den Vordergrund zu stellen. Das bedeutet vor allem, dass Technik und Infrastruktur einem einheitlichen – international abgestimmten - Standard unterliegen. Die Plattform schreibt sich aber auch auf die Fahnen, die österreichische Wertschöpfung zu optimieren. Folgerichtig sind ihre Mitglieder österreichische Leit-Unternehmen mit internationalem Hintergrund. 

Die Förderung des Projekts EmporA  trägt maßgeblich dazu bei, dass das ambitionierte Ziel der Plattformmitglieder erreicht wird, bis 2020 50 Mio. Euro für die Einführung der Elektromobilität in Österreich zu investieren. Die Mittel werden eingesetzt, um die Markteinführung von serienreifen Elektrofahrzeugen zu fördern, ausreichende Ladeinfrastruktur für Strom aus erneuerbaren Energien bereit zu stellen sowie kundenorientierte Mobilitäts-Dienstleistungen zu entwickeln.

Die Plattform wird außerdem eine führende Rolle bei der Konzeption und Etablierung mobiler Dienstleistungen übernehmen. Sie wird sich dafür einsetzen, dass für die Kunden geeignete politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Integration mit dem öffentlichen Personen-(nah)verkehr sichergestellt ist und einheitliche Informations- und Kommunikationsschnittstellen zur Verfügung stehen.

2) Alltagstaugliches Ladekonzept
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Ladestrategie. Im Gegensatz zu Konzepten wie dem Batterietausch setzt die AMP auf das so genannte "Charge Everywhere" Konzept. Es gibt keine Stromtankstellen im herkömmlichen Sinn: "Getankt" wird haushaltsverfügbarer Starkstrom aus der Steckdose, die auch über Kommunikationsschnittstellen verfügt. Jedes Fahrzeug gilt als eigener Verbraucher und wird identifiziert. Dann kann "getankt" werden, ob zuhause, in der Garage, im Büro oder während des Einkaufs im Supermarkt. Dahinter steht ein Informationssystem - eine Clearingstelle. Danach wird dann auf Basis der vorhandenen Daten abgerechnet. Für eine optimale Verfügbarkeit müssen pro Auto bzw. Zweirad 2,3 Ladepunkte - also Stecker - vorhanden sein.

3) Einsparung von einer halben Million Tonnen CO2
Für die Infrastruktur bedeutet das - ausgehend vom "Charge Everywhere"-Konzept - 230.000 bis 575.000 Steckplätze. Ganz Österreich verbraucht im Jahr 70 TWh Strom, 250.000 Elektrofahrzeuge (das sind rund 6 % aller in Österreich zugelassenen Pkw) bedeuten einen Mehrverbrauch an Strom von rund 0,8 TWh  also etwas mehr als 1 % des österreichischen Verbrauchs. Gleichzeitig erspart man durch die Verwendung von elektrisch betriebenen Autos eine halbe Mio. Tonnen CO2 und 225 Mio. Liter Rohöl.

Der Strom für die neue Art der Mobilität kommt aus erneuerbaren Energien: Bis 2015 errichtet bzw. plant der Verbund neue Wasserkraftwerke in Österreich, mit denen jährlich zusätzlich fast 0,9 TWh Strom erzeugbar sind. Dazu kommen 0,1 TWh, die der Verbund zusätzlich in den kommenden Jahren aus heimischer Windkraft gewinnen will. Somit kann allein der Verbund im Jahr 2015 eine Mehrerzeugung an Strom aus heimischen erneuerbaren Energiequellen von 1 TWh anbieten.