Ökologischer Kraftakt für die Donau

30.05.2012Ottensheim-Wilhering, Abwinden-Asten, Melk, Greifenstein

Bedeutender Schritt für die Durchgängigkeit Europas wichtigster Wasserstraße

VERBUND, Österreichs größtes Stromunternehmen und Betreiber der Donaukraftwerke, stellt ein umfassendes Maßnahmenpaket für die ökologische Aufwertung der Donau an vier Kraftwerksstandorten vor. Mittelfristiges Ziel bis 2020 ist die Herstellung der Durchgängigkeit für Wasserlebewesen an der gesamten Donau-Kette und die Vernetzung von Naturschutzgebieten in Österreich. "Das Projekt wird das bisher Größte seiner Art in Österreich sein. Damit zeigen  wir einmal mehr, wie sehr uns die Lebenswelt der Flüsse, an denen unsere Kraftwerke stehen, am Herzen liegt", so Ulrike Baumgartner-Gabitzer, zuständiges Vorstandsmitglied für die Wasserkraft bei VERBUND.

"Schon in den vergangenen Jahren haben wir bei einzelnen Standorten begonnen, die ökologisch wertvolle Lebensräumen entlang der Donau durch verschiedene Maßnahmen zu verbessern. Mit den aktuellen Projekten bei den Kraftwerken Ottensheim-Wilhering, Abwinden-Asten, Melk und Greifenstein wollen wir zusätzliche Impulse für die Umwelt und einen weiteren Schritt in Richtung einer völligen Durchgängigkeit der Donau für Wasserlebewesen schaffen", ergänzt Karl Heinz Gruber, technischer Vorstand der VERBUND Hydro Power AG.

Mit Fördermitteln aus dem EU-LIFE+ Fonds, der Unterstützung des Lebensministeriums sowie der Fischereiverbände aus Oberösterreich und Niederösterreich werden bis 2018 Maßnahmen zur Vernetzung an der Donau umgesetzt. Dazu zählen Verbesserung des Lebensraumes für Fische in Form des Einbaus von Umgehungsbächen und die Schaffung von Lebens- und Laichräumen für 17 FFH-geschützte Fischarten. Mittels "ökologischer Trittsteine" werden vier Natura-2000-Gebiete miteinander vernetzt. Insgesamt werden 325.000 Kubikmeter Kies für die Anlage von Lebens- und Laichräumen an den Ufern eingebracht. Die Projekte werden im Einzelnen noch regional diskutiert und in Folge nach einer detaillierten Planung bei den zuständigen Behörden zur Genehmigung eingereicht. Neben der  Berücksichtigung der Interessen der Anrainer und Grundbesitzer wird dabei auch der bisherige Hochwasserschutz sichergestellt.

"Für die aktuellen Maßnahmen zur Aufwertung des Lebensraumes Donau sind in den kommenden Jahren 14,5 Mio. Euro vorgesehen" erläutert Michael Amerer, kaufmännischer Vorstand der VERBUND Hydro Power AG und ergänzt: "Die Vorgangsweise aus vielen verschiedenen Maßnahmen, darunter auch LIFE Natur Projekten, ein großräumiges Gesamtkonzept zu erarbeiten, soll als Beispiel für andere Donauanrainerstaaten dienen".

Oberösterreich: Umgehungsgerinne in Ottensheim und Abwinden-Asten
Ende des Jahres 2012 ist vorgesehen, das Projekt für einen Umgehungsarm am rechten Donauufer des Kraftwerks Abwinden-Asten einzureichen. Ergänzt wird der Lebensraum um einen neu angelegten Nebenarm am Ende des Stauraumes Abwinden-Asten in der Marktau (Einreichung Sommer 2013). Im Sommer 2012 werden die Projekte für einen rechtsufrigen Umgehungsarm beim Kraftwerk Ottensheim eingereicht.

Niederösterreich: Fischpassage in Greifenstein und Schotterbänke in Melk
Greifenstein ist bekannt für den Lebensraum des „Gießganges“. Dieser Au-Lebensraum entstand beim Bau des Kraftwerkes und bietet Rückzugsmöglichkeiten für eine vielfältige Artensammlung bedrohter Tiere, von der Feuerlibelle bis zum Biber. Dieser Lebensraum soll durch eine in Planung befindliche moderne Fischwanderhilfe ergänzt werden. Durch neue Schotterbänke wird darüber hinaus beim Kraftwerk Melk - an der Ybbser Scheibe - der Anschluss an das erfolgreiche LIFE+ Vernetzungsprojekt Donau-Ybbs hergestellt.

Mittelfristiges Ziel: Fischpassierbarkeit der Donau
Vorbehaltlich der Genehmigungsverfahren ist bei den genannten Projekten mit dem Baubeginn stufenweise ab 2013 bzw. 2014 zu rechnen. Parallel dazu werden bei den Donau-Kraftwerken Aschach (OÖ) und Ybbs-Persenbeug (NÖ) Studien für eine optimierte  Anlage einer Fischwanderhilfe durchgeführt.

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Florian Seidl Florian Seidl

Pressesprecher Erzeugung

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