Adhoc: VERBUND Ergebnis Quartale 1–2/2014: Preise, Wasserführung und Restrukturierung im thermischen Kraftwerkportfolio belasten Ergebnis

30.07.2014Wien

Der dramatische Umbruch in den europäischen Strommärkten setzt sich weiterhin fort. Die Profitabilität der konventionellen Stromerzeugungsanlagen in Europa sinkt massiv. Besonders prekär ist die Situation von Gaskraftwerken.

Im Mai beschloss VERBUND die Restrukturierung der thermischen Erzeugung. Dies umfasst die temporäre Stilllegung der Gas-Kombikraftwerke Mellach in Österreich sowie Pont-sur-Sambre und Toul in Frankreich. Weiters werden das Steinkohlekraftwerk Dürnrohr sowie das Öl-Fernheizkraftwerk Neudorf/Werndorf geschlossen. 

Trotz dieser eingeleiteten Maßnahmen ist die Entwicklung des Ergebnisses rückläufig. Das EBITDA sank auf 354,8 Mio. € und das Konzernergebnis auf 56,6 Mio. €. Der starke Rückgang geht vor allem auf die umfangreichen positiven Einmaleffekte im Jahr 2013 zurück, die aus dem Asset-Swap mit E.ON resultieren. Aber auch das um diese Einmaleffekte bereinigte Ergebnis ist gesunken. Das berei-nigte EBITDA verminderte sich um 33,4 % auf 421,0 Mio. €, das Konzernergebnis um 62,6 % auf 93,6 Mio. €. Dafür sind vor allem drei Gründe maßgeblich: eine stark gesunkene Wasserkraftproduktion aufgrund der niedrigen Wasserführung, die weiter gesunkenen Großhandelspreise für Strom sowie Einmalaufwendungen für die Wärmekraftwerke.

Für das Geschäftsjahr 2014 erwartet VERBUND auf Basis einer durchschnittlichen Eigenerzeugung aus Wasserkraft im zweiten Halbjahr nun ein EBITDA von rund 690 Mio. € und ein Konzernergebnis von rund 70 Mio. €. Die geplante Ausschüttungsquote für 2014 liegt unverändert bei rund 50 % des um Einmaleffekte bereinigten Konzernergebnisses von rund 150 Mio. €.

Kennzahl Einheit Q1–2/2013* Q1–2/2014* Veränderung in %
Umsatzerlöse Mio. € 1.648,3 1.398,8 -15,1
EBITDA Mio. € 806,2 354,8 -56,0
Operatives Ergebnis Mio. € -78,7 196,7
Konzernergebnis Mio. € 406,4 56,6 -86,1
Ergebnis je Aktie 1,17 0,16 -86,1
EBIT-Marge % -4,8 14,1
EBITDA-Marge % 48,9 25,4
Cashflow aus operativer Tätigkeit Mio. € 483,7 345,0 -28,7
Free Cashflow nach Dividende Mio. € 483,9 -322,8
Nettoverschuldungsgrad % 73,8 78,2

Seit dem 1.1.2014 ersetzt IFRS 11 „Gemeinsame Vereinbarungen“ die bisherigen Regeln des IAS 31 „Anteile an Joint Ventures“. Die neuen Regeln führten dazu, dass die Beteiligung an der Ennskraftwerke Aktiengesellschaft als gemeinsame Tätigkeit einzustufen ist. Dadurch wurden bereits berichtete Zahlen angepasst.

Obwohl das den französischen Gas-Kombikraftwerken zuzurechnende Ergebnis nach IFRS 5 gesondert von den fortzuführenden Aktivitäten darzustellen ist, beziehen sich die Kennzahlen, zur besseren Aussagekraft, auf das zusammengefasste Ergebnis aus fortzuführenden und nicht fortzuführenden Aktivitäten des Konzerns.

Kontakt

Andreas Wollein Andreas Wollein

Leiter Finanzmanagement, M&A und Investor Relations

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