VERBUND Jahresergebnis 2014: Ergebnisentwicklung geprägt von Einmaleffekten

11.03.2015Wien
Die Ergebnisentwicklung des Geschäftsjahres 2014 war für VERBUND, Österreichs führendes Stromunternehmen, von Einmal-Effekten beeinflusst. Weiter gesunkene Absatzpreise für Strom sowie eine im Vergleich zum Vorjahr geringere Wasserführung der Gewässer prägen das operative Geschäftsergebnis. Das Wasserkraftunternehmen hat entscheidende Maßnahmen gesetzt, um den Herausforderungen am Energiemarkt zu begegnen: Restrukturierung des Wärmekraftportfolios, Straffung der Investitionen sowie Fortführung des Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramms. Für das Geschäftsjahr 2014 gibt VERBUND ein  EBITDA von 808,8 Mio. € und ein  Konzernergebnis von 126,1 Mio. €. bekannt. Das um Einmal-Effekte bereinigte Konzernergebnis  beträgt 216,0 Mio. €.

VERBUND war auch 2014 mit sehr herausfordernden Markt- und Branchenbedingungen konfrontiert. Das Marktumfeld für Stromerzeuger war geprägt durch die schwache konjunkturelle Entwicklung, milde Witterung sowie fallende Primärenergie- und Stromgroßhandelspreise. Die Übersubventio-nierung der Wind- und Sonnenenergie, ein nach wie vor nicht funktionierender CO2-Markt sowie die Unwirtschaftlichkeit von Gaskraftwerken waren auch 2014 die beherrschenden Rahmenbedingungen in der europäischen Strombranche. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Geschäftsentwicklung von VERBUND aus.

Wärmekraft restrukturiert, Effizienz gesteigert, Kosten gesenkt
Im Geschäftsjahr 2014 wurden zahlreiche Maßnahmen beschlossen bzw. fortgesetzt, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken: Ein wichtiger Schritt war die Restrukturierung der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen: Das ölbefeuerte Fernheizkraftwerk Neudorf/Werndorf II wurde geschlossen, für das Steinkohlekraftwerk Dürnrohr  laufen die Schließungsmaßnahmen. Das Steinkohlekraftwerk Mellach dient der vertraglich bis 2020 vereinbarten Fernwärmelieferung an die Stadt Graz, das Gas-Kombikraftwerk Mellach muss aufgrund einer gerichtlichen einstweiligen Verfügung als zusätzliche Fernwärme-Ausfallsreserve bereit gehalten werden. Im Oktober 2014 wurden die Verträge über den Verkauf der französischen Gas-Kombikraftwerke Pont-sur-Sambre und Toul unterschrieben und bereits im Juli 2014 der Ausstieg aus der italienischen Beteiligung Sorgenia fixiert. Das bringt VERBUND dem Ziel einer CO2-freien Stromerzeugung näher und verringert künftige Cash-Abflüsse aufgrund von nicht rentablen Anlagen.
Weiters wurde der Investitionsplan von VERBUND weiter an die geänderten Rahmenbedingungen am europäischen Strommarkt angepasst und gestrafft. Im Zeitraum 2015-2017 werden in Österreich und Deutschland  870 Mio. € investiert. Davon entfallen rund 50 % auf Instandhaltungen. Der Hauptteil der Wachstumsinvestitionen fließt in den Ausbau des regulierten österreichischen Hochspannungsnetzes. Zudem wird in die Effizienz bestehender Anlagen und die Fertigstellung laufender Wasser- und Windkraftwerkprojekte investiert. 
Mit dem seit zwei Jahren laufenden internen Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm werden bis Ende 2015 kumuliert rund 165 Mio. € eingespart.

Einmaleffekte prägen Ergebnisentwicklung
Die Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2014 war, wie schon die Ergebnisentwicklung 2013, von Einmal-Effekten beeinflusst, was die Vergleichbarkeit erschwert. Die Ergebnisse 2013 waren stark positiv durch den Verkauf der türkischen Aktivitäten und dem gleichzeitigen Zukauf von Wasserkraftwerken in Deutschland beeinflusst. Im Geschäftsjahr 2014 führten die  veränderten energiewirtschaftlichen Parameter sowie eine Anpassung der WACCs an das gesunkene Zinsniveau zu Wertminderungen bzw. Wertaufholungen. Weitere Einmal-Effekte resultierten aus dem Verkauf der französischen Gas-Kombikraftwerke Pont-sur-Sambre und Toul sowie aus der Restrukturierung des thermischen Bereichs. Das operative Geschäft war 2014 insbesondere durch die weiter gesunkenen Absatzpreise für Strom sowie eine im Vergleich zum Vorjahr geringere Wasserführung geprägt. Das EBITDA sank daher um 492,6 Mio. € auf 808,8 Mio. €, das Konzernergebnis sank um 453,5 Mio. € auf 126,1 Mio. €. Das um Einmal-Effekte bereinigte EBITDA verringerte sich um 270,0 Mio. € auf 889,6 Mio. €, das bereinigte Konzernergebnis verringerte sich um 168,2 Mio. € auf 216,0 Mio. €.

Kundenfokus und energienahe Dienstleistungen
VERBUND baut das Angebot an leistbaren und innovativen Lösungen kontinuierlich aus. Privatkunden können mit den kombinierbaren VERBUND-Eco-Paketen Strom selbst erzeugen, speichern und nutzen. Seit November 2014 bietet VERBUND die neue plusGas-Produktpalette mit klimaneutralem Gas. Im Oktober startete die  VERBUND GETEC Energiecontracting GmbH mit maßgeschneiderten Energieversorgungskonzepten für Industrie- und produzierende Gewerbebetriebe. In Österreich hat VERBUND  bei Strom im Kleinkundensegment einen Marktanteil von 7%, im Großkundensegment von rd. 20%. In Deutschland ist VERBUND der führende Grünstromanbieter für Wiederverkäufer und Großkunden.

Dividende 2014
Bei der Hauptversammlung am 22.4.2015 wird für das Geschäftsjahr 2014 eine Dividende von 0,29 € je Aktie vorgeschlagen. 

Ausblick 2015
Auf Basis einer durchschnittlichen Eigenerzeugung aus Wasserkraft wird für das Geschäftsjahr 2015 ein EBITDA von rund 770 Mio. € und ein Konzernergebnis von rund 180 Mio. € erwartet. Für 2015 plant VERBUND eine Ausschüttungsquote von rd. 50 % – bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis.

Kennzahlen Einheit 2013 2014 Veränderung in %
Umsatzerlöse Mio. € 3.266,5 2.834,8 -13,2
EBITDA Mio. € 1.301,4 808,8 -37,9
Operatives Ergebnis Mio. € 148,3 384,4 159,3
Konzernergebnis Mio. € 579,6 126,1 -78,2
Ergebnis je Aktie 1,67 0,36 -78,2
EBIT-Marge % 4,5 13,6
EBITDA-Marge % 39,8 28,5
Cashflow aus operativer Tätigkeit Mio. € 841,4 717,6 -14,7
Free Cashflow nach Dividende Mio. € 546,7 -133,6
Net Debt/EBITDA X 2,8 5,0
(Vorgeschlagene) Dividende je Aktie 1,00 0,29 -71,0
- davon Sonderdividende 0,45
Für die Berechnung der Kennzahlen wurde das Ergebnis nach Ertragsteuer aus nicht fortzuführenden Aktivitäten miteinbezogen. Die Vergleichsinformationen wurden aufgrund der erstmaligen Anwendung von IFRS 11 retrospektiv angepasst.
Weitere Informationen sowie den Geschäftsbericht 2014 finden Sie auf www.verbund.com > Investor Relations > Aktuelles Finanzergebnis.

Konzernpressesprecherin

Ingun Metelko Ingun Metelko

Unternehmenssprecherin

E-Mail senden