Europa wird elektromobil erfahrbar

16.12.2015

EU-finanziertes Schnellladenetz ermöglicht Elektrofahrzeugen Mobilität in ganz Europa

Im Dezember 2015 werden vier EU-finanzierte Projekte abgeschlossen, die ein Netz von 429 Multistandard-Schnellladestationen in 10 europäischen  Ländern installierten. Dadurch wird der europäische E-Mobility Markt deutlichen Auftrieb erfahren. Folgende Meilensteine wurden für die klimaschonende Bewältigung von Langstrecken erreicht:

• Pilot-Netz in vier europäischen Projekt-Regionen ist fertiggestellt
• 429 Schnellladestationen im Rahmen von vier Projekten in 10 Ländern installiert
• Das Programm wird von der EU und vier führenden E-Mobil-Herstellern finanziert
• Multistandard-Ladestationen sorgen für 80% Aufladung innerhalb von 20-30 Minuten und ermöglichen E-Autos die Bewältigung von Langstrecken

Gemeinsam finanziert vom TEN-V (Transeuropäisches Verkehrsnetz) der Europäischen Union, vier wichtigen E-Mobil-Herstellern – BMW, Nissan, Renault und Volkswagen – sowie führenden Energieunternehmen (EDF, E.ON, ESB und Verbund), wurden 26,3 M EUR in vier Regionen investiert:

• GB und Irland (Rapid Charge Network)
• Österreich, Slowakei, Slowenien, Bayern, Zagreb (Central European Green Corridors)
• Frankreich (Corri-Door)
• Dänemark und Schweden (Greening-NEAR)

Bei den 429 Schnellladestationen handelt es sich um neueste Multistandard-Entwicklungen für E-Autos mit CCS, CHAdeMO und Typ 2 Steckern. Jede Station ist in der Lage, alle handelsüblichen E-Auto-Batterien in nur 20 Minuten zu laden. Das Netz deckt über 10.540 km der wichtigsten europäischen Autobahnen ab.

Das innovative Programm zur E-Mobil-Infrastruktur ist das umfangreichste seiner Art und wird von einem Konsortium getragen, an dem die Europäische Union, Fahrzeughersteller, Energieunternehmen, nationale Regierungen, E-Mobility-Betreiber und akademische Partner teilhaben. Es trägt dazu bei, das Wachstum der E-Mobil-Lade-Infrastruktur zu beschleunigen und damit gleichzeitig die Akzeptanz bei den Nutzern zu erhöhen. Erste Ergebnisse von Studien, die im Rahmen der vier Projekte durchgeführt wurden, zeigen, wie die Entwicklung von Schnellladenetzen das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten in E-Autos erhöht und die Fahrerinnen und Fahrer ermutigt, längere Strecken in Angriff zu nehmen.

Dirk Beckers, Geschäftsführer der Exekutivagentur für Innovation und Netze (INEA), welche die Umsetzung der Projekte überwacht, sagte dazu: „Es ist eine klare Priorität der Europäischen Kommission, für effiziente und nachhaltige Lösungen für den Verkehr zu sorgen und dabei Synergien mit Energieversorgern und der Nutzung von alternativen Treibstoffen zu schaffen. Unsere Aufgabe liegt darin, die Umsetzung dieser Vorgaben zu unterstützen. TEN-V und CEF Funding finanzierten bereits 14 Projekte rund um Elektromobilität. Das bedeutet, dass 1.000 schnelle und halb-schnelle Ladestationen bei einer Gesamtinvestition von knapp 100 Millionen € und einer EU-Stützung von 50 Millionen € errichtet wurden. Wir haben vor, diesen Trend fortzusetzen, und fordern alle Interessensgruppen auf, ihre Vorschläge für umweltfreundlicheren Verkehr beim CEF zur Finanzierung einzureichen.“

Die Europäische Union setzte das Ziel, den CO2-Ausstoß im Verkehr bis 2050 um 60% zu reduzieren. Der Umstieg eines Teils des Personenverkehrs auf E-Mobile ist ein wichtiger Bestandteil der Strategie, dieses Ziel zu erreichen sowie die Abhängigkeit von Erdöl zu verringern und die Luftqualität im urbanen Raum zu verbessern.

Henrik Hololei, Generaldirektor von DG Move: „Die CO2-Reduktion im Verkehr ist ein wichtiges Ziel der EU-2020-Strategie. Die vier erfolgreichen Pilotprojekte zeigen, wie das Zusammenspiel von Industrie und öffentlicher Hand die Zunahme von Elektrofahrzeugen in Europa fördern können. Wir stehen lediglich am Beginn eines neuen Zeitalters des Verkehrs und haben vor, den Umstieg auf alternative Kraftstoffe und die dazu notwendige Infrastruktur an Stromtankstellen weiterhin zu unterstützen.“

In enger Zusammenarbeit verwirklichen die Projektpartner innovative Lösungen zur grenzüberschreitenden Implementierung neuer Technologien und Dienstleistungen. Die Bereitstellung dieser Lösungen für Ladenetz-Anbieter unterstützt eine breite Entwicklung von Schnellladenetzen innerhalb und außerhalb der vier Pilot-Regionen des TEN-V-Programms der EU.

Olivier Paturet, Nissan, Projektkoordinator für das TEN-V-RCN-Projekt: „Es gibt eine klare Korrelation zwischen der Verfügbarkeit des Ladenetzes, der Reichweite von E-Autos und der Akzeptanz der Elektrofahrzeuge durch die Konsumentinnen und Konsumenten. Dieses zukunftsweisende gesamteuropäische Programm holte die Schlüsselfiguren an einen Tisch, um die Infrastruktur der Stromtankstellen vorwärts zu bringen.“

„Diese wichtigen Schritte sind von zentraler Bedeutung, um das derzeitige Wachstum im Verkauf und in der Nutzung von Elektrofahrzeugen zu stabilisieren. Der nächste Schritt muss auf diesem Wachstum aufsetzen, die Entwicklung weiterer Ladenetze in noch mehr Ländern unterstützen und sich für die nächste Generation höherer Ladekapazitäten rüsten. Kontinuierliche Investitionen von privater und öffentlicher Seite sind daher unerlässlich, um die Akzeptanz von E-Mobilen in Europa zu beschleunigen und den Umweltzielen der EU näherzurücken.“

Verhaltensmuster und persönliche Einstellungen der E-Mobil-Fahrer wurden im Rahmen jedes Projektes von akademischen Partnern und Marktforschungsinstituten untersucht. Es ist das Ziel, die Vorteile kompatibler Schnellladenetze für die Akzeptanz von Elektromobilen durch Konsumentinnen und Konsumenten herauszustreichen. Informationen von Fahrerinnen und Fahrern, unter anderem das Verhalten hinsichtlich des Ladens der Fahrzeuge und Änderungen in Mobilitätsmustern, helfen mit, den zukünftigen Ausbau von Schnelladeinfrastruktur in den europäischen Mitgliedsstaaten zu beschleunigen.

- Ende –

Die Projekte im Einzelnen

CEGC
Das Central-European-Green-Corridors-Projekt installiert 115 Hochleistungs-Multistandard-Ladestationen in Österreich, der Slowakei und in Slowenien mit Verbindungen nach München und Zagreb, um ein landesweites Ladenetz bereitzustellen, das zu marktgängigen Elektrofahrzeugen mit Hochleistungsladetechnologie kompatibel ist. Alle Ladestationen sind Teil eines einzigen integrierten Netzes. Diverse Studien konzentrierten sich auf Erwartungshaltungen, Lademuster, Energienutzung und das Zusammenspiel mit anderen alternativen Treibstoffen (Wasserstoff), Netzplanung und Qualitätsmanagement bei der Einführung und im Betrieb. CEGC wird von den folgenden Partnerunternehmen umgesetzt: VERBUND AG (Koordination), BMW, Nissan, Renault, Volkswagen, OMV, SMATRICS, SODO, ZSE, Stadtverwaltung Zagreb, slowenische Regierung, Bayern Innovativ, Greenway, Schrack Technik und Petrol. CEGC wird von den Transeuropäischen Netzen-Verkehr der Europäischen Union kofinanziert.

Rapid Charge Network
Das RCN-Projekt in Großbritannien und Irland umfasst ein Netz von 74 Schnellladestationen. Es wird von Zero Carbon Futures verwaltet, einem Beratungsunternehmen aus Sunderland für CO2-armen Verkehr. Die EU finanzierte die Hälfte der 7,4 M EUR, und Nissan steht an der Spitze der beitragenden Industriebetriebe, zu denen auch BMW, Renault und VW gehören. Ein signifikanter Teil des Projektes ist ein von der Newcastle University durchgeführtes Forschungsprogramm. Ecotricity (GB) und ESB (Irland) stellen als Energieversorger die Stromversorgung der Schnellladestationen sicher.

Greening NEAR
Das dänisch-schwedische Projekt Greeing NEAR umfasst ein Netz von 40 ABB Terra 53 Schnellladestationen, die in der Lage sind, alle modernen E-Mobile innerhalb von 20-30 Minuten aufzuladen. Das Netz bietet eine signifikant verbesserte Verfügbarkeit von Ladestationen und Dienstleistungen für den Betrieb von Elektrofahrzeugen – entlang der wichtigsten Autobahnen in Dänemark und in der Region um Malmö und Lund in Südschweden. E.ON Dänemark setzt das Projekt um und erhält 1,15 M EUR aus dem TEN-V-Programm.

CORRI-DOOR
Das CORRI-DOOR-Projekt installiert 200 interoperable Multistandard-Schnellladestationen (CCS, CHAdeMO, Drehstrom) entlang der TEN-V-Hauptverkehrswege und Autobahnen Frankreichs. Das Ladenetz ist vollständig kompatibel zu allen E-Mobilen, die auf dem Markt erhältlich sind. Die Interoperabilität mit anderen bereits existierenden französischen oder länderübergreifenden Netzen wird entweder durch bilaterale Zusammenarbeit der Betreiber oder über eRoaming-Plattformen wie Gireve in Frankreich gewährleistet. Ein Ergebnis dieser Entwicklung sind offizielle Empfehlungen für landesweite und grenzübergreifende Interoperabilität. Das Netz ist bereits kommerziell im Einsatz, während Studien über die Akzeptanz bei Kundinnen und Kunden läuft. Die angewandten Geschäftsmodelle werden hinsichtlich einer Empfehlung an die Europäische Kommission geprüft. Ebenso werden der Vorschlag eines Fahrplans für die Installation weiterer Schnellladestationen in Frankreich und Empfehlungen für länderübergreifende Verkehrswege vorbereitet. CORRI-DOOR wird von EDV und ihrer Tochter Sodetrel umgesetzt, weiters von BMW, Nissan, Renault, VW und ParisTech. CORRI-DOOR wird von der Europäischen Kommission über das europäische TEN-V-Programm mit 4,85 M EUR kofinanziert.

Editorische Anmerkung
Das Abschluss-Event mit Präsentationen der Projektergebnisse, Empfehlungen der Interessensgruppen und einem Ausblick in die Zukunft fand am 1. Dezember in Brüssel unter Teilnahme der Projektpartner, Vertretern der Europäischen Kommission (Mobilität und Verkehr), der Exekutivagentur für Innovation und Netze (INEA) und der Europäischen Investitionsbank (EIB) statt.

Gerlinde Gänsdorfer VERBUND Pressestelle

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