Positiver Baufortschritt beim Projekt Unterer Tuxbach

20.09.2017Tuxbach, Mayrhofen

Tunnelbohrmaschine beginnt mit Herstellung der Stollenverbindung Tuxbach – Stillupp-Speicher

Zentrales Element des Projektes Unterer Tuxbach, das im Zillertal von VERBUND in Partnerschaft mit den Stadtwerken Schwaz umgesetzt wird, ist eine 8,6 km lange Stollenverbindung zwischen unterem Tuxbach und Stillupp-Speicher. In den vergangenen Monaten wurden die mittels Sprengvortrieb die Voraussetzungen für den Einsatz einer Tunnelbohrmaschine geschaffen. Den Auftakt ihres Einsatzes bildete eine kleine Feier vor dem Tunnelportal, die ganz im Zeichen der Hoffnung auf eine erfolgreiche und vor allem unfallfreie Bauabwicklung stand.

Die Tunnelbohrmaschine wird den Stollen zunächst von Karlsteg aus in Richtung Tuxbach vorantreiben. Anschließend wird die Maschine aus dem Berg herausgefahren und die Verbindung Karlsteg – Stillupp-Speicher herstellen. Die Gesamtbauzeit für das Projekt Unterer Tuxbach, dessen Umsetzung Anfang 2017 in Angriff genommen wurde, wird mit 3 Jahren veranschlagt. 

Michael Amerer, Geschäftsführer der VERBUND Hydro Power GmbH: „Die Verbindung zwischen Tuxbach und Stillupp-Speicher ist das Herzstück des Projektes, in das wir 60 Mio. Euro investieren. Eine Investition, die lokale und regionale Wertschöpfung auslöst. In Verbindung mit dem Zillertal-Vertrag ist sichergestellt, dass die Region dauerhaft am Erfolg der Wasserkraft beteiligt ist. Denn hier im Zillertal wird deutlich, worum uns andere Länder beneiden: Unsere langjährige Tradition und den partnerschaftlichen Stil bei der Nutzung der erneuerbaren Wasserkraft.“

Auf die Energiezukunft ging Karl Heinz Gruber, Geschäftsführer der VERBUND Hydro Power GmbH, ein: „Seit vielen Jahren nutzen wir bereits die Wasserkraft im Zillertal. Mit dem Projekt Unterer Tuxbach gelingt es uns, die Anlagen an die gestiegenen Anforderungen anzupassen: mehr Flexibilität mit dem Ziel, volatile Erzeugungsformen wie Wind und Photovoltaik zu integrieren. Das Projekt Unterer Tuxbach bedeutet eine effiziente Erweiterung der Grünen Batterie in den Zillertaler Alpen für die kommenden Jahrzehnte.“ 

Die Stadtwerke Schwaz wurden durch Bürgermeister Hans Lintner vertreten: „Die Stadtwerke Schwaz sind seit 1897 in der Wasserkraft tätig und zählen zu den Pionieren der Elektrifizierung in Tirol. VERBUND und Stadtwerke sind nicht nur Partner im Projekt, wir teilen auch die Überzeugung, dass uns die Wasserkraft – wie schon in der Vergangenheit – gute Dienste im Sinne der sauberen, sicheren und leistbaren Stromversorgung leisten wird.“ 

LH-Stv. Josef Geisler betonte die Bedeutung der Wasserkraft für Tirol: „Das Beispiel des Projektes Unterer Tuxbach zeigt, dass wir in Tirol aktiv an der Umsetzung unserer Energiestrategie arbeiten. Wir handeln, um unser Ziel, 2050 energieautonom zu sein und unseren Energiebedarf aus heimischen, erneuerbaren Energiequellen zu decken, zu erreichen. Mit dem partnerschaftlichen Weg, den wir dabei beschreiten, stellen wir sicher, dass wir nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kinder und unsere Enkel Brücken in die Zukunft bauen.“

Projekt Unterer Tuxbach

Das Wasser von Stilluppbach, Tuxbach und Zemmbach wird seit bald 90 Jahren im Kraftwerk Bösdornau zur sauberen Stromerzeugung genutzt. Für die Zeit nach Ende der Konzessionsdauer des Kraftwerkes in 2019 wurde eine ökologische und ökonomische Nachfolgelösung entwickelt und genehmigt. Dazu wird eine unterirdische Verbindung zwischen Tuxbach und dem Stillupp-Speicher hergestellt und am Ende der Überleitung an der Einmündung in den Speicher ein Ökostromkraftwerk mit einer Leistung von rund 1,7 MW errichtet. Durch die einmalige Kombination aus der neuen Überleitung und der Verknüpfung mit dem bestehenden Kraftwerk Mayrhofen und dem neuen Kleinkraftwerk Stillupp können in Summe jährlich zusätzlich 74 Mio. Kilowattstunden heimischer Wasserkraftstrom erzeugt werden - um mehr als 20.000 Haushalte mit CO2-freien Strom zu versorgen. Die Umsetzung des Projektes wird etwa 3 Jahre in Anspruch nehmen. 

Zusagen werden umgesetzt

Rund um das Projekt Unterer Tuxbach wurden zahlreiche projektbezogene Vereinbarungen getroffen. Der Zillertal-Vertrag wurde bereits 2015 angepasst und sichergestellt, dass die Talschaft auch künftig vom Erfolg der sauberen Wasserkraft profitiert und der finanzielle Spielraum der Gemeinden vergrößert wird. Zudem werden zahlreiche weitere Zusagen eingelöst werden, etwa die Errichtung einer Strecke für den Wassersport im Zuge des Rückbaus der Zemm-Wehre in Mayrhofen. Zudem wird der Hochwasserschutz im Bereich Ufersiedlung verbessert. Die Zusage, dass VERBUND die Zentralwarte Zillertal in Mayrhofen erhalten wird, wurde in den Verhandlungen erneuert.

Rückbau

Auf dem Gemeindegebiet von Finkenberg wird die bestehende Kraftwerksanlage Tuxbach aufgelassen. Der mit der Gemeinde verhandelte Rückbau des zum Kraftwerk gehörenden Beckens Großdornau führt zu freien Flächen, die der Gemeinde für eine anderweitige Nutzung zur Verfügung stehen. Die derzeit oberirdisch laufenden Rohrleitungen zum Kraftwerk Bösdornau werden zudem im Bereich Großdornau unter die Erde verlegt. 

Ebenfalls verhandelt wurde, dass VERBUND zukünftig auf die Nutzung der Wasserfassung Stillupp verzichtet. Zudem wird zukünftig auch die bestehende Wasserfassung am Tuxbach nicht weiter genutzt werden. Im bestehenden Krafthaus Bösdornau wird daher nur mehr ein Maschinensatz mit dem Wasser des Zemmbaches betrieben, um den Eigenbedarf der Kraftwerke zu decken und die Schwarzstartfähigkeit im Falle großflächiger Stromausfällen zu sichern. Damit bleibt es möglich, von diesen Anlagen ausgehend die Stromversorgung Schritt für Schritt wieder überregional herzustellen. Mit der Rest-Nutzung des Kraftwerks Bösdornau wird auch sichergestellt, dass das in den Jahren 1928 bis 1930 errichtete und industriehistorisch attraktive Kraftwerksgebäude als Teil der Geschichte der Wasserkraft in Tirol und bei VERBUND erhalten bleibt.
 

Mehr Informationen zum Projekt Unterer Tuxbach

Mediensprecher für Salzburg, Tirol und Bayern

Wolfgang Syrowatka Wolfgang Syrowatka

Pressesprecher für Salzburg, Tirol und Bayern

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