Wels-Rekordfang in Greifenstein

19.06.2018Stockerau

Zwei Monate nach der Inbetriebnahme der neuen Fischwanderhilfe in Greifenstein beweisen die Ergebnisse: die Aufstiegsmöglichkeit wird von den Fischen hervorragend angenommen. Rekordfang bislang war ein 1,25 Meter langer Wels- der Fisch des Jahres 2018.

Nicht schlecht staunen derzeit die Ökologen bei der Probebefischung in Greifenstein. Jeder Fisch, der den neuen Aufstieg nutzen möchte, muss die mobile Reuse passieren. Täglich wird der Käfig entleert. Zuletzt fand sich ein beeindruckender Wels von 125 cm Länge darin und das erst zwei Monate nach der offiziellen Inbetriebnahme.

Auch die Menge ist beachtlich: 1364 Fische aus 39 Arten wurden bereits gefangen. Fische ab 10cm  Größe enthalten zu Forschungszwecken einen Chip implantiert. Dieser „Tag“ hilft den Ökologen, die Wanderbewegung des Fisches zu studieren. Online kann verfolgt werden, wo der Fisch zuletzt vorbeigeschwommen ist. Gleichzeitig ist das System mit anderen Projekten kompatibel, so dass beim Kraftwerk Greifenstein auch Fisch erfasst werden, die zB bei der Fischwanderhilfe in Nußdorf am Donaukanal markiert wurden.

Verblüffende Artenvielfalt 

Mehr als 50 Fisch-Arten sind in der Donau heimisch. Davon wurden bereits mehr als die Hälfte in der Fischwanderhilfe Greifenstein registriert. Darunter auch seltene Arten wie Zingel oder Rußnase, Zingel, Schrätzer und Frauennerfling. Insgesamt wurden 10.000 Chips vorbereitet. Eine Auswertung der Daten wird voraussichtlich ab Herbst möglich sein.

Partner im LIFE+ Projekt „Netzwerk Donau“

Die Fischwanderhilfe Greifenstein ist Teil des „Netzwerk Donau“. VERBUND hat 2011 das LIFE+ Projekt „Netzwerk Donau“ gestartet, das sich die Herstellung der Durchgängigkeit an ausgewählten Strecken der Donau, sowie die Errichtung spezieller Strukturmaßnahmen in Stauwurzelbereichen in Form von Kiesbänken, Inseln und Nebenarme zum Ziel gesetzt hat. In den kommenden Jahren wird VERBUND mit einem Gesamtaufwand von rund 25 Mio. Euro und mit sechs Finanzierungspartnern (EU, Ministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus, die Landesregierungen von Ober- und Niederösterreich, sowie den Landesfischereiverbänden Ober- und Niederösterreich) die Fischfauna von vier Natura 2000-Gebieten und von Zubringersystemen verbessern. 

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Florian Seidl Florian Seidl

Pressesprecher Erzeugung

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