Erneuerung Kraftwerk Jettenbach-Töging: Positiver Genehmigungsbescheid

22.07.2019Mühldorf am Inn, Töging am Inn

Mühldorfs Landrat Georg Huber überreichte den bayerischen VERBUND Innkraftwerken den Bescheid persönlich

„Der Tag beginnt mit einem ausgesprochen erfreulichen Ereignis“, sagte Michael Amerer, Geschäftsführer der bayerischen VERBUND Innkraftwerke GmbH, als er – 100 Jahre nach dem Baubeginn für das Kraftwerk Jettenbach-Töging - den positiven Bescheid für das Projekt zur Erneuerung und Effizienzsteigerung erhielt. „Diese mehr als 400 Seiten sind das Ergebnis jahrelanger Arbeit – bei den VERBUND Innkraftwerken aber auch bei den Behörden. Ihnen allen danke ich sehr herzlich für ihren Einsatz in diesem Großverfahren.“
 

2015 wurde das Projekt „Erneuerung Kraftwerk Jettenbach-Töging“ von den bayerischen VERBUND Innkraftwerken beim Landratsamt Mühldorf am Inn zur Genehmigung eingereicht. „Mit einem Investitionsvolumen von rund 250 Mio. Euro handelt es sich um das derzeit größte Wasserkraftprojekt Deutschlands. Unser Ziel ist die Leistung des bestehenden Kraftwerks in Töging um rund 25 Prozent zu steigern und künftig Strom für rund 200.000 Haushalte zu erzeugen“, erläuterte Michael Amerer das Projekt, das im Jahr 2022 abgeschlossen werden soll.
 
Landrat Georg Huber: „Wir freuen uns, dass wir dieses anspruchsvolle Planfeststellungsverfahren für die Erweiterung und Effizienzsteigerung des Wasserkraftwerks Jettenbach-Töging nun erfolgreich abschließen konnten. Letztlich leistet das Vorhaben einen Beitrag zum Ausbau der regenerativen Energien über unseren Landkreis hinaus und somit auch zum Klimaschutz. Dank der guten Zusammenarbeit zwischen den Behörden, insbesondere der Landkreise Mühldorf a. Inn und Altötting, den Ämtern für Wasserwirtschaft und den Naturschutzbehörden sowie der VERBUND Innkraftwerke GmbH konnte dieses bundesweit einzigartige Wasserkraftgroßprojekt sehr effizient auf den Weg gebracht werden.“
 
Mehrerzeugung aus Wasserkraft oder 116 Fußballfelder
Statt mit dem Wasser des Innkanals, der vom Wehr Jettenbach bis nach Töging führt, 14 Francis-Turbinen anzutreiben, werden künftig im neu errichteten Krafthaus Töging 3 Kaplanturbinen zum Einsatz kommen. Moderne Technik macht es möglich, dass pro Jahr rund 700 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Die Mehrproduktion entspricht dem Stromverbrauch von etwa 40.000 bayerischen Durchschnittshaushalten. Alleine um diese Mehrproduktion in der Region aus Photovoltaik zu bewerkstelligen, würden bei günstigsten Voraussetzungen Flächen im Ausmaß von mehr als 116 Spielfeldern des FC Bayern München benötigt werden. Damit leistet die Wasserkraft hier in Töging einen wesentlichen Beitrag zum erneuerbaren Energiesystem und ist die verlässliche Partnerin für Strom aus Wind und Sonne.

Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger: „Energie aus Wasserkraft hat dank modernster Technologie bei uns eine gute Zukunft. Sie ist unverzichtbar für das Gelingen der Energiewende und ein elementarer Baustein für unsere Energieversorgung. Mit einem Anteil von rund einem Drittel ist sie nach wie vor der wichtigste regenerative Energieträger in Bayern. Gerade kleine Wasserkraftwerke sind darüber hinaus ein wichtiger regionaler Wirtschaftsfaktor.“
 
Projektverlauf
Bereits im Herbst 2018 konnten die VERBUND Innkraftwerke mit vorgezogenen Maßnahmen im Sinne der Projektumsetzung beginnen. Neben Herstellungsarbeiten von Baugrubenabdichtungen und Vorbereitungsleistungen beim Wehr Jettenbach und in Töging selbst wurde auch begonnen, die Dichtung des Innkanals nach oben hin zu verlängern. Projektleiter Bernhard Gerauer: „Die Möglichkeit ausgewählte Maßnahmen vorzuziehen hat für den Projektverlauf und das Fertigstellungsziel 2022 viel gebracht. So war es unter anderem möglich, am Innkanal in der vegetationsfreien Winterzeit Arbeiten zu verrichten, die wir jetzt trotz positivem Bescheid aus guten Gründen des Naturschutzes nicht ausführen könnten.“ Damit betont der Projektleiter auch die hohen Standards im Sinne des Natur- und Umweltschutzes, denen im Genehmigungsverfahren – trotz Effizienzsteigerung einer Bestandsanlage – großes Gewicht eingeräumt wurde. „Entsprechende Auflagen finden sich nun im Bescheid. Umfassende Ausgleichsmaßnahmen sind zudem fixer Projektbestandteil. Das ist grundsätzlich positiv zu bewerten, zeigt es doch, dass Wasserkraft, Natur und Umwelt Partner sind.“
 
Technische Daten
Die Leistung des Kraftwerks Töging von derzeit rund 85 MW soll um rund 25 % auf rund 118 MW gesteigert werden. Die Jahresstromerzeugung (Regelarbeitsvermögen) von derzeit rund 560 GWh pro Jahr wird auf rund 700 GWh steigen. 
Möglich wird dies durch den Einsatz von künftig 3 Maschinensätzen mit Kaplan-Turbinen, die die vorhandenen Maschinensätze ersetzen. Dazu wird der Neubau so behutsam wie möglich in die Situation integriert. Lediglich zwei schlichte Schlitze im unberührt erscheinenden Hang geben einen subtilen Hinweis auf das neue Kraftwerk und tritt somit auch nicht in Konkurrenz zum denkmalgeschützten Bestand. Zudem wird der Wasserstand und die Wassermenge im Innkanal erhöht. Die Projektkosten werden mit etwa 250 Mio. Euro veranschlagt, die Fertigstellung ist für 2022 geplant.
 

Mediensprecher für Salzburg, Tirol und Bayern

Wolfgang Syrowatka Wolfgang Syrowatka

Pressesprecher für Salzburg, Tirol und Bayern

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