Corporate News: VERBUND Ergebnis Quartale 1-2/2022

28.07.2022Wien

Gute Ergebnisentwicklung aufgrund gestiegener Großhandelspreise für Strom

Das Quartal 2/2022 war weiterhin von geopolitischen Spannungen, dem sich fortsetzenden Krieg in der Ukraine sowie Inflationsrekorden und steigenden Leitzinserwartungen geprägt. Die schwierigen Rahmenbedingungen führten an den europäischen Energiemärkten zu starken Verwerfungen und zu stark steigenden und volatilen Energiepreisen. Vor allem bei der Gaspreisentwicklung machten sich veränderte Gasliefermengen und eine gewandelte Abnahmestruktur bemerkbar. Als Folge der stark gestiegenen Weltmarktpreise für Primärenergieträger sowie der hohen Kosten für CO2-Zertifikate stiegen auch die europäischen Großhandelspreise für Strom.

Die aktuelle Entwicklung an den internationalen Energiemärkten zeigt auf drastische Weise die Dringlichkeit des Ausbaus der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen wie auch der Erweiterung der Netze und der Speicher. Im Fokus steht der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen. VERBUND leistet in diesem Zusammenhang einen wertvollen Beitrag. Im Zuge der Strategie 2030 wird VERBUND neben den umfangreichen Investitionen in das traditionelle Kerngeschäft – Wasserkraft und Stromnetze – in den Ausbau der erneuerbaren Erzeugung und in die Entwicklung der europäischen Wasserstoffwirtschaft investieren. Im Wasserkraftbereich werden wir in 2022 rund 363 Mio. € investieren, hier vor allem in die Projekte Limberg III, Reißeck II plus und Töging. In das Stromnetz investieren wir 2022 rund 354 Mio. €, mit den größten Projekten 380 kV-Salzburgleitung sowie dem Reschenpassprojekt. Damit leistet VERBUND einen wichtigen Beitrag zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit in Österreich.

Der andauernde Krieg in der Ukraine und dessen Auswirkungen auf den Versorger-Sektor beeinflusste die Entwicklung der VERBUND-Aktie in den Quartalen 1– 2/2022. Mit einem Schlusskurs von 93,4 € per 30. Juni 2022 verzeichnete die VERBUND-Aktie in den Quartalen 1– 2/2022 im Vergleich zum Jahresultimo 2021 ein Minus von 5,6 % und entwickelte sich damit weit besser als der österreichische Leitindex        ATX  (– 25,4 %) sowie der Branchenindex STOXX Europe 600 Utilities (– 13,2 %).

Das VERBUND-Ergebnis konnte in den Quartalen 1–2/2022 deutlich gesteigert werden. Das EBITDA stieg um 110,5 % auf 1.378,9 Mio. €. Das Konzernergebnis erhöhte sich um 151,8 % auf 817,1 Mio. € gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres. Der Erzeugungskoeffizient der Laufwasserkraftwerke lag mit 0,90 um 6 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahres und um 10 Prozentpunkte unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke stieg hingegen in den Quartalen 1–2/2022 gegenüber der Vorjahresberichtsperiode um 18,7 %. Die Erzeugung aus Wasserkraft reduzierte sich somit um insgesamt 455 GWh. Deutlich positiv auf die Ergebnisentwicklung wirkten die stark gestiegenen Termin- und Spotmarktpreise auf dem Großhandelsmarkt für Strom. Der durchschnittlich erzielte Absatzpreis im Bereich der Eigenerzeugung aus Wasserkraft stieg um 65,9 €/MWh auf 112,5 €/MWh.  Positive Effekte resultierten darüber hinaus aus der Vollkonsolidierung der Gas Connect Austria GmbH, des regulierten Gasfern- und Verteilnetzbetreibers in Österreich, die mit Wirkung vom 31. Mai 2021 erworben wurde und aus dem deutlich höheren Beitrag der Flexibilitätsprodukte. Das Konzernergebnis war in den Quartalen 1–2/2022 von Einmaleffekten in Höhe von 82,6 Mio. €. (Q1–2/2021: 9,3 Mio. €) beeinflusst. Bereinigt um diese Einmaleffekte stieg das Konzernergebnis um 133,0 % auf 734,5 Mio. €.

Ergebnisausblick für 2022

Auf Basis einer durchschnittlichen Eigenerzeugung aus Wasser-, Wind- und Photovoltaik-Produktion in den Quartalen 3– 4/2022 sowie der Chancen- und Risikolage erwartet VERBUND für das Geschäftsjahr 2022 ein EBITDA zwischen rund 3.000 Mio. € und 3.500 Mio. € und ein berichtetes Konzernergebnis zwischen rund 1.680 Mio. € und 2.030 Mio. €. Weiters plant VERBUND für das Geschäftsjahr 2022 eine Ausschüttungsquote zwischen 45 % und 55 % bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis in Höhe von zwischen rund 1.600 Mio. € und 1.950 Mio. €. Der Ergebnisausblick und die Angabe über die voraussichtliche Ausschüttungsquote erfolgt unter dem Vorbehalt keiner negativen Auswirkungen von möglichen energiepolitischen Maßnahmen zur teilweisen Abschöpfung von Gewinnen bei Energieunternehmen.

Zudem beschloss der Vorstand der VERBUND AG, der Hauptversammlung 2023 aufgrund der guten Geschäftsentwicklung zusätzlich zur ordentlichen Dividende eine Sonderdividende in Höhe von 400 Mio. € vorzuschlagen. Die Ausschüttung der Dividenden erfolgt vorbehaltlich der Billigung des Aufsichtsrates in seiner bilanzfeststellenden Sitzung sowie der Genehmigung der Aktionär:innen der VERBUND AG im Rahmen der Hauptversammlung 2023.
Kennzahlen Einheit Q1-2/2021 Q1-2/2022 Veränderung in %
Umsatzerlöse Mio. € 1 724,3 4 731,8 174,4
EBITDA Mio. € 654,9 1 378,9 110,5
Operatives Ergebnis Mio. € 459,1 1 184,2 157,9
Konzernergebnis Mio. € 324,5 817,1 151,8
Ergebnis je Aktie 0,93 2,35 151,8
EBIT-Marge % 26,6 25,0
EBITDA-Marge % 38,0 29,1
Cashflow aus operativer Tätigkeit Mio. € 426,4 920,3 115,8
Free Cashflow vor Dividende Mio. € -141,5 366,9
Free Cashflow nach Dividende Mio. € -473,1 -111,0
Performance der VERBUND-Aktie % 11,2 -5,6
Nettoverschuldungsgrad % 38,7 67,0

Kontakt

Andreas Wollein Andreas Wollein

Leiter Finanzmanagement und Investor Relations

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Weitere Informationen sowie den Zwischenbericht Quartale 1–2/2022 finden Sie auf www.verbund.com > Investor Relations > Aktuelles Finanzergebnis.