Unternehmensgeschichte

VERBUND ist dem österreichischen Staat seit Jahrzehnten eng verbunden. Diente das Unternehmen zunächst als kraftvoller "Elektromotor" für den Wiederaufbau des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg, so hat sich VERBUND seit dem EU-Beitritt Österreichs im Jahr 1995 zu einem Unternehmen europäischer Dimension entwickelt.

Als VERBUND im Jahre 1947 mit dem 2. Verstaatlichungsgesetz als "Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG" gegründet wird, ist in Österreich auch Strom Mangelware. In dieser Situation erhält VERBUND vom Gesetzgeber die Aufgabe, Österreichs Elektrizitätssystem wieder auf- und auszubauen.
Mit Hilfe des Marshall-Plans können in den ersten Jahren wichtige Projekte wie die Wasserkraftwerke Kaprun und Ybbs-Persenbeug umgesetzt werden.

In den "Roaring Sixties" gehen weitere Großkraftwerke ans Netz: mit Aschach (Oberösterreich) und Wallsee-Mitterkirchen (Ober-/Niederösterreich) zwei große Donaukraftwerke sowie mit Mayrhofen (Tirol), die Hauptstufe der später leistungsstärksten Speicherkraftwerksgruppe Österreichs.
Einen Ausweg aus der Energiekrise der 1970er Jahre verheißt die Atomkraft, die in Österreich jedoch nie ans Netz geht. Kaum ist das Atomkraftwerk Zwentendorf fertig, entscheidet die Bevölkerung 1978 in einer Volksabstimmung gegen die Inbetriebnahme. Die Regierung verankert daraufhin den Verzicht auf Atomkraft in der Verfassung – eine große Zäsur in der Energiepolitik der Zweiten Republik.

Rasch entschließen sich Politik und E-Wirtschaft für mehr Energie-Sicherheit durch den Ausbau der Wasserkraft. So werden in den „Seventies“ drei Wasserkraftwerke an der Donau gebaut, darunter das größte in Altenwörth (Niederösterreich) sowie das Speicherkraftwerk Malta (Kärnten) mit der höchsten Talsperre Österreichs.

1988 stellt ein bedeutendes Jahr für VERBUND dar, als 49 % des Unternehmens im Zuge eines Börseganges privatisiert werden und VERBUND die Bundesanteile an den Sondergesellschaften (wie Donaukraft, Tauernkraft oder Draukraft) übernimmt.

Für Österreichs E-Wirtschaft scheint 1984 mit dem Baustopp für das Wasserkraftwerk in Hainburg ein Ende des Großkraftwerksbaues, vor allem bei Wasserkraft, angebrochen.

VERBUND nimmt Ende der 1990er Jahre künftige EU-Vorschriften vorweg, wie die gesellschaftsrechtliche Entflechtung der Geschäftsbereiche „Erzeugung“ und „Übertragung“ von Strom in der Austrian Power Grid AG (APG). Schon vor der Jahrtausendwende ist VERBUND gut aufgestellt für die völlig Öffnung des Strommarkts, die Österreich 2001 umsetzt und der EU-weit 2007 Realität wird.

Zur Mitte der 2000er Jahre hat VERBUND Geschäftsbeziehungen in mehr als 20 Ländern und verfügt über 13 Niederlassungen bzw. Beteiligungen in Europa sowie eine in der Türkei.

2007 erweitert VERBUND seine Aktivitäten um weitere erneuerbare Energieträger und beginnt mit massiven Investitionen, vor allem in Windkraft.
Die Weltwirtschaftskrisen und massive Umbrüche am Energiemarkt treffen auch VERBUND. Besonders die gesunkenen Großhandelspreise für Strom, gepaart mit einer gesunkenen Nachfrage durch eine schwächere Industrie, führen 2010 zu einem Rückgang des Konzernergebnisses. In der Folge fokussiert VERBUND sein Geschäft noch stärker auf die Kernmärkte Österreich und Deutschland, auf die Erzeugung aus Wasserkraft und Windkraft sowie auf neue Dienstleistungen. Ende 2010 tauscht VERBUND seine türkischen Beteiligungen gegen die bayerischen Wasserkraftwerke am Inn, 2013 erwirbt VERBUND die Anteile der Grenzkraftwerke an Inn und Salzach.

Gegenwärtig baut VERBUND das Angebot an energienahen Dienstleistungen und Energieeffizienz-Produkten massiv aus und bietet innovative Lösungen für heimische Industrie- und Gewerbebetriebe wie auch Privathaushalte. Im Erzeugungsbereich gilt die Aufmerksamkeit der Effizienzsteigerung und der umfassenden ökologischen Aufwertung aller Kraftwerke.

 

Meilensteine unserer Geschichte

  • Mit enormem Einsatz und finanzieller Hilfe des "Marshall-Planes" konnte das Speicherkraftwerk in Kaprun 1952 fertiggestellt werden.

    Speicherkraftwerk Kaprun: Legende des Wiederaufbaus

    Mit enormem Einsatz und finanzieller Hilfe des "Marshall-Planes" konnte das Speicherkraftwerk in Kaprun 1952 fertiggestellt werden.

  • Nach kriegsbedingter Pause wurde der Bau des Kraftwerks 1954 wieder aufgenommen und 1959 vollendet.

    Ybbs-Persenbeug, Österreichs ältestes Donaukraftwerk

    Nach kriegsbedingter Pause wurde der Bau des Kraftwerks 1954 wieder aufgenommen und 1959 vollendet.

  • In den 1960er-Jahren galt dem Ausbau der Wasserkraft an der Donau hohe Priorität.

    Aschach, bis heute Österreichs stärkstes Kraftwerk an der Donau

    In den 1960er-Jahren galt dem Ausbau der Wasserkraft an der Donau hohe Priorität.

  • Die Tiroler Pumpspeicher schufen die Grundlage für das System von Grundlast- und Spitzenlasterzeugung, das die Strom-Versorgungssicherheit garantiert.

    Mayrhofen im Zillertal: Herz der leistungsstärksten Kraftwerksgruppe

    Die Tiroler Pumpspeicher schufen die Grundlage für das System von Grundlast- und Spitzenlasterzeugung, das die Strom-Versorgungssicherheit garantiert.

  • Energiesicherheit durch Speicherkraftwerke war das Motto der 1970er Jahre. Mit der Kölnbreinsperre entstand Österreichs höchste Staumauer.

    Baustelle der Superlative: die Kraftwerksgruppe Malta-Reißeck

    Energiesicherheit durch Speicherkraftwerke war das Motto der 1970er Jahre. Mit der Kölnbreinsperre entstand Österreichs höchste Staumauer.

  • 1985 setzte das Donaukraftwerk Greifenstein einen Meilenstein für ökologische Standards. Der neu angelegte "Gießgang" ist heute ein Naturparadies.

    Greifenstein: Natur und Technik vereint

    1985 setzte das Donaukraftwerk Greifenstein einen Meilenstein für ökologische Standards. Der neu angelegte "Gießgang" ist heute ein Naturparadies.

  • Nach einer Volksabstimmung mit überwältigender Mehrheit wurde das letzte Donaukraftwerk von 1992 bis 1998 erbaut.

    Freudenau, Europas einziges Kraftwerk in einer Millionenstadt

    Nach einer Volksabstimmung mit überwältigender Mehrheit wurde das letzte Donaukraftwerk von 1992 bis 1998 erbaut.

  • Mit der gesellschaftsrechtlichen Trennung der Netztochter erfüllte VERBUND 1999 als erstes Unternehmen die neuen Regeln des EU-Wettberwerbes.

    Das Stromnetz, Rückgrat der Versorgungssicherheit.

    Mit der gesellschaftsrechtlichen Trennung der Netztochter erfüllte VERBUND 1999 als erstes Unternehmen die neuen Regeln des EU-Wettberwerbes.

  • Der Ausbau der Pumpspeicherkraftwerke, wie Limberg II, ermöglicht den Ausgleich für Strom aus Wind und Sonne.

    Pumpspeicher, unverzichtbare Partner der Energiewende

    Der Ausbau der Pumpspeicherkraftwerke, wie Limberg II, ermöglicht den Ausgleich für Strom aus Wind und Sonne.

  • 2007 ergänzte VERBUND seine Stromerzeugung mit Windkraft in Ostösterreich.

    Bruck an der Leitha, Österreichs bestes Windkraft-Gebiet

    2007 ergänzte VERBUND seine Stromerzeugung mit Windkraft in Ostösterreich.

  • 2010 tauschte VERBUND seine türkischen Beteiligungen gegen die traditionsreiche Wasserkraft am bayerischen Inn.

    Töging, Schmuckstück am Inn

    2010 tauschte VERBUND seine türkischen Beteiligungen gegen die traditionsreiche Wasserkraft am bayerischen Inn.

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