Die Zeit ist reif für Elektromobilität

26.08.2010Wien

Zu den zentralen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zählen neben Klimaschutz auch der steigende Energiebedarf.

Versorgungssicherheit ist gefragter denn je. Ein Szenario, das neue Wege in der Mobilität fordert. Das bestätigt auch das Ergebnis einer von VERBUND initiierten BürgerInnen-Konferenz in Kramsach, Tirol. Zentrales Anliegen der BürgerInnen ist eine umweltfreundliche Mobilität im Individualverkehr und im öffentlichen Verkehr – beides unterstützt durch Elektromobilität.

Die Rahmenbedingungen sind klar definiert. Hand in Hand mit dem Steigen des Energieverbrauchs, für den weltweit bis 2030 ein Plus von 45 Prozent prognostiziert wird, geht die Verknappung der Ölreserven. Alleine der Transportsektor innerhalb der EU-27 verbraucht beispielsweise 73 Prozent des in Europa verwendeten Erdöls. Mobilität ist aber nicht nur in Europa zu einseitig vom Rohstoff Öl abhängig. „Der Transportsektor bietet daher das höchste Potenzial für den Ersatz von Erdöl durch erneuerbare Energie,“ betont VERBUND-Chef Wolfgang Anzengruber. Deshalb entwickelt VERBUND gemeinsam mit starken Partnern aus Wirtschaft und Forschung im Rahmen der eigens dafür gegründeten Austrian Mobile Power ein Gesamtsystem für Elektromobilität auf Basis erneuerbarer Energie. Dieses System ist beim Forum Alpbach erstmals in einer interaktiven Präsentation zu erleben.

Versorgungssicherheit

Vor dem Hintergrund der volkswirtschaftlichen Zielsetzungen – Energieeffizienz, Reduktion von Emissionen und Versorgungssicherheit ist Elektromobilität daher ein wichtiger Schlüssel zur Erreichung der europäischen und österreichischen Energie- und Klimaschutzziele, da sie zu jedem einzelnen dieser Ziele einen beachtlichen Beitrag leisten kann. Da Elektrofahrzeuge mindestens zwei- bis dreifach so energie-effizient unterwegs sind wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, werden sie wesentlich zur Stabilisierung des Energieverbrauchs beitragen. Darüber hinaus wird durch den Einsatz heimischer erneuerbarer Energie die derzeit sehr einseitige Abhängigkeit von fossiler Energie – speziell im Transportsektor – ausgeglichen und die Energieversorgung langfristig gesichert.

Erreichung der Klimaschutzziele

Eine kürzlich veröffentlichte Studie des Umweltbundesamtes zeigt deutlich, dass die CO2-Emissionen des PKW-Verkehrs bis zum Jahr 2050 durch reine Effizienzmaßnahmen bei konventionellen Antrieben um lediglich 20 % sinken würden. Die Einführung der Elektromobilität auf Basis erneuerbarer Stromquellen hingegen kann 80 % der CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 vermeiden. Laut Experten ist Elektromobilität derzeit technologisch die aussichtsreichste Option, die CO2-Emissionen im Straßenverkehr zu reduzieren. Damit dieses Potenzial auch Realität wird, muss der Strom dafür aus erneuerbaren Quellen kommen. Durch den Umstieg auf E-Mobile werden aber nicht nur CO2 Emissionen reduziert, gleichzeitig sinkt auch die Lärm- und Feinstaubbelastung auf unseren Straßen nahezu gegen Null.

Volkswirtschaftliche Perspektiven

Wesentliche Basis für den nachhaltigen Erfolg der E-Mobilität, ist das Zusammenspiel aller erforderlichen Komponenten. Allen voran jene der Stromgewinnung und Bereitstellung aus erneuerbaren Energien. Österreichs Stromerzeugung basiert zu zwei Dritteln auf erneuerbaren Energieträgern, vor allem Wasserkraft. Bis 2015 werden in Österreich durch bereits laufende Kraftwerksprojekte rund 900 GWh Strom aus erneuerbaren Quellen dazukommen, damit kann der Bedarf der E-Mobilität bis 2020 mehr als abgedeckt werden. Das bietet optimale Voraussetzungen für eine umweltfreundliche „Revolution“ des Verkehrswesens. Anzengruber: „Wir sind Teil der Lösung und für die Aufbringung der erforderlichen sauberen Strommengen gerüstet. VERBUND gewinnt 90 % des Stroms aus heimischer Wasserkraft.“ Eng damit verknüpft sind aber auch Investitionen in den Ausbau und die Erneuerung der Stromnetze. Gefragt sind „Intelligente Netze“: Speziell wenn es zu berücksichtigen gilt, dass E-Fahrzeuge künftig eine Doppelrolle als Fortbewegungsmittel und mobiler Energiespeicher zu erfüllen haben, müssen die Energie- und Kommunikationsschnittstellen zum Versorgungsnetz standardisiert werden.

Elektromobiles Gesamtsystem entspricht Anwenderbedürfnissen

„Das Gesamtsystem Elektromobilität, beginnend vom Fahrzeug, über die intelligente Ladeinfrastruktur, die Einbindung in Smart Grid, sowie Abrechnungssysteme und Verkehrstelematiklösungen braucht eine wirtschaftliche Basis. Übergreifende neue Geschäftsmodelle werden entstehen, das ist eine enorme Chance für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Österreich,“ ist Anzengruber überzeugt. Energie und Mobilität wachsen zusammen und ermöglichen den Kunden von morgen aktiv ihren eigenen Energieeinsatz zu steuern und optimieren.Eine Perspektive, die mit der Erwartungshaltung der Anwender übereinstimmt, wie das Ergebnis einer von VERBUND initiierten BürgerInnen-Konferenz vom vergangenen Wochenende in Kramsach, Tirol deutlich macht. Repräsentative 32 BürgerInnen aus ganz Österreich haben15 Empfehlungen zur Zukunft des öffentlichen Verkehrs und der Elektromobilität erarbeitet. Eine umweltfreundliche Mobilität im Individualverkehr und im öffentlichen Verkehr – beides durch Elektromobilität unterstützt, ist allen BürgerInnen ein zentrales Anliegen.