Rückläufige Ergebnisse aufgrund gesunkener Großhandelspreise

02.03.2011Wien

VERBUND präsentiert für das Geschäftsjahr 2010 - wie prognostiziert - ein rückläufiges Ergebnis.

Im Vergleich zu 2009 fielen die Umsatzerlöse um 5,0 % auf 3.307,9 Mio. €, das EBITDA gab um 15,4 % nach, das operative Ergebnis sank um 20,5 % auf 828,5 Mio. €, und das Konzernergebnis reduzierte sich um 37,8 % auf 400,8 Mio. €. Die steuerungsrelevanten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen entwickelten sich wie folgt: Die EBIT-Marge sank von 29,9 % auf 25,0 %, das Gearing verbesserte sich von 140,4 % auf 96,8 %, und der operative Cashflow reduzierte sich von 968,0 Mio. € auf 778,2 Mio. €.

In der Hauptversammlung am 13. April 2011 wird eine Dividende von 0,55 €/Aktie vorgeschlagen. Die vorgeschlagene Dividende orientiert sich somit unverändert an einer Ausschüttungsrate von 45 bis 50 % und wird für 2010 47,7 % betragen.

Ergebnisse Einheit

2009

2010

Veränderung

Umsatzerlöse Mio. €

3.483,1

3.307,9

-5,0%

EBITDA Mio. €

1.251,5

1.059,2

-15,4%

Operatives Ergebnis (EBIT) Mio. €

1.042,3

828,5

-20,5%

Konzernergebnis Mio. €

644,4

400,8

-37,8%

Gearing 1 %

140,4

96,8

n.a.

Operativer Cashflow Mio. €

968,0

778,2

-19,6%

(Vorgeschlagene) Dividende je Aktie 2

1,25

0,55

-56,0%

1 Die Kennzahl wurde einer Überarbeitung unterzogen. Die Vorjahreswerte wurden angepasst.
2 2009 inklusive einer Sonderdividende von 0,25 € je Aktie

Wasserführung, Großhandelspreise und Einmal-Effekte belasten Ergebnis
Die im Vergleich zu 2009 schwächere Wasserführung der Flüsse wirkte sich negativ auf das Ergebnis aus, da VERBUND in Österreich rund 90 % des Stroms aus Wasserkraft gewinnt. Der Erzeugungskoeffizient lag mit 0,99 zwar nur um 1,0 % unter dem vieljährigen Durchschnitt, aber um 7,0 %-Punkte unter dem Wert vom Vorjahr. Durch den Erwerb der bayerischen Innkraftwerke im Jahr 2009 konnte die witterungsbedingte Mindererzeugung der Laufkraftwerke aber kompensiert werden. Die Produktion der Jahresspeicherkraftwerke sank aufgrund der wesentlich geringeren Zuflüsse im Vergleich zu 2009 um 9,7 %. 2010 erzeugte VERBUND inklusive Bezugsrechte 26.708 GWh aus Wasserkraft, das sind rund 1,4 % weniger als 2009.

Im Gegenzug dazu stieg die thermische Erzeugung um 56,9 % auf 4.258 GWh an. Ausschlaggebend dafür war die höhere thermische Eigenerzeugung sowie der anteilige Strombezug aus dem POWEO-Kraftwerk Pont-sur-Sambre, das seit Ende September 2009 in Betrieb ist. Insgesamt betrug die Eigenerzeugung im Jahr 2010 31.078 GWh, also um 3,9 % mehr als noch 2009.

Zusätzlich wurde das Ergebnis durch die äußerst schwache Entwicklung der Großhandelspreise erheblich beeinflusst. So lagen die für das Geschäftsjahr 2010 relevanten Preise für im Jahr 2009 gehandelte Strom-Forwardkontrakte „Year Base 2010“ im Durchschnitt mit 49,2 €/MWh um 30,0 % unter dem Vorjahresniveau. Die Preise für die im Jahr 2009 gehandelten Front-Year-Peak-Kontrakte sanken im Jahresdurchschnitt 2009 mit 69,8 €/MWh um 29,8 %. Am Spotmarkt wurden demgegenüber 2010 bereits wieder etwas höhere Preise realisiert. Der von VERBUND 2010 insgesamt erzielte durchschnittlich Absatzpreis lag mit 52,1 €/MWh um 9,2 €/MWh unter dem Vorjahresniveau.

Die Ergebnisentwicklung von VERBUND war auch 2010 von Einmal-Effekten beeinflusst. Sie wirkten sich negativ mit rund 30 Mio. € auf das operative Ergebnis sowie mit rund 30 Mio. € auf das Finanzergebnis aus.

Kapitalerhöhung treibt Investitionen in Wasserkraft an
Ein Meilenstein in der Geschichte von VERBUND war die am 24. November 2010 durchgeführte Kapitalerhöhung in Höhe von rund 1 Mrd. €. Das neue Kapital ermöglicht eine zügige Umsetzung der geplanten Investitionen auf Basis einer soliden Kapitalstruktur und einem Rating im „A“-Bereich. In den kommenden sechs Jahren wird VERBUND rund 2,4 Mrd. € in Wachstumsprojekte, wie die großen Pumpspeicher-Kraftwerke Limberg II in Salzburg und Reißeck II in Kärnten, investieren. Zudem werden der Ausbau des Hochspannungsnetzes in Österreich weiter vorangetrieben und die Investitionen in der Türkei fortgesetzt.

Ausblick
Für das Geschäftsjahr 2011 werden, auf Basis einer durchschnittlichen Wasserführung, ungefähr gleichbleibende Ergebnisse erwartet. Die Dividendenpolitik orientiert sich weiterhin an einer konstanten Ausschüttungsquote zwischen 45 und 50 % des Konzernergebnisses.

Kontakt

Andreas Wollein Andreas Wollein

Leiter Finanzmanagement, M&A und Investor Relations

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