Felskaverne für Pumpspeicher-Kraftwerk Reißeck II fertig

06.12.2011Reißeck/Kärnten

Mineure feierten am Barbaratag gemeinsam mit den Projektpartnern VERBUND, KELAG und Energie AG den Baufortschritt auf Kärntens größter Kraftwerksbaustelle

In Rekordzeit wurde die Felskaverne für das neue VERBUND-Pumpspeicher-Kraftwerk Reißeck II in Kärnten gebaut. Während der vergangenen Monate sind mehr als 64.000 Kubikmeter Gestein ausgebrochen worden. Allein die Maschinenkaverne, in der ab dem Jahr 2014 zwei hocheffiziente Pumpturbinen arbeiten werden, könnte mit ihren beachtlichen Ausmaßen das Hauptschiff des Gurker Domes aufnehmen.

Hoch über dem Kärntner Mölltal befindet sich im Mühldorfer Graben derzeit die größte Kraftwerksbaustelle Österreichs. Für die Öffentlichkeit ist der rasante Baufortschritt leicht zu übersehen, denn die Arbeiten für das neue VERBUND-Pumpspeicher-Kraftwerk Reißeck II finden tief im Inneren des Berges statt.

Innerhalb weniger Monate ist nun eine 58 Meter lange, 25 Meter breite und 39 Meter hohe Felskaverne ausgebrochen worden. Die mehrheitlich aus Kärnten und der Steiermark stammenden Mineure feierten am 4. Dezember den raschen Baufortschritt  zum Namenstag der Heiligen Barbara, dem traditionellen Feiertag der Bergmänner und Tunnelbauer.
Mit dem Pumpspeicher-Kraftwerk Reißeck II investieren VERBUND, KELAG und Energie AG nicht nur in den Ausbau der erneuerbaren Energien in Österreich, sondern es entsteht auch  – in der Kombination mit den bestehenden Speicherkraftwerken Malta und Reißeck – eine der leistungsstärksten Wasserkraftwerksgruppen Europas.

Ulrike Baumgartner-Gabitzer, als Mitglied des Vorstands von VERBUND für den Bereich Wasserkraft  zuständig, anlässlich der diesjährigen Barbarafeier der Arbeitsgemeinschaft  Reißeck II: „Pumpspeicher-Kraftwerke wie Reißeck II sind die ökologisch wie großtechnisch  sinnvollste Art, die schwankende Stromerzeugung aus Wind- und Solarkraft auszugleichen und damit erneuerbare Energie optimal nutzbar zu machen.“

Eine „grüne Batterie“ in den Alpen

Karl Heinz Gruber, technischer Vorstandsdirektor der VERBUND Hydro Power AG, erklärt die Funktionsweise eines Pumpspeicher-Kraftwerks: „In unserem Stromnetz muss zu jeder Sekunde die Stromerzeugung und der Stromverbrauch zusammenpassen. Zu jenen Zeiten, wo es einen hohen Strombedarf gibt, wird das Wasser aus dem Oberbecken über die beiden hochmodernen Turbinen abgearbeitet und sauberer Strom erzeugt. In verbrauchsschwachen Stunden hingegen, wenn mehr Strom im Netz vorhanden ist als benötigt wird, kann Reißeck II diese Energie effizient speichern. Und zwar, indem Wasser aus dem Unterbecken in das Oberbecken hochgepumpt wird.“. Durch diese Doppelfunktion wird das Kraftwerk Reißeck II zu einer „grünen Batterie“ im Berg. Mit den beiden neuen eingebauten Pumpturbinen wird Reißeck II eine Gesamtleistung von 430 Megawatt aufweisen, und zwar sowohl bei der Stromerzeugung im Turbinenbetrieb, als auch im Pumpbetrieb. Die Gesamtanlage Malta/Reißeck hat im Endausbau nach 2014 eine Turbinenleistung von rd. 1.460 MW und ist damit die leistungsstärkste Speichergruppe von VERBUND.

Michael Amerer, kaufmännischer Vorstandsdirektor der VERBUND Hydro Power AG, erinnert im Rahmen der diesjährigen Barbarafeier in der fertig ausgebrochenen Maschinenkaverne an die wirtschaftliche Dimension von Kärntens größter Kraftwerksbaustelle: „Bis zu 250 hochspezialisierte Fachkräfte erbringen hier auf der Baustelle im hochalpinen Raum jeden Tag Spitzenleistungen. Die Gesamtinvestition dieses Projektes in der Höhe von 385 Millionen Euro, die wir gemeinsam mit unseren Partnern tragen, bedeutet besonders vor dem Hintergrund einer sich erneut eintrübenden Konjunktur einen wichtigen Impuls für Wirtschaft und Arbeitsmarkt. Über die überregionale Wertschöpfung hinaus belebt Reißeck II vor allem die lokale Kärntner Wirtschaft.“

Pressesprecher für Kärnten und Steiermark

Robert Zechner Robert Zechner

Pressesprecher für Steiermark und Kärnten

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