Baubeginn für Niederösterreichs längste Fischwanderhilfe

29.04.2020Kirchberg am Wagram, Zwentendorf

Das Donaukraftwerk Altenwörth wird mit Hilfe von Niederösterreichs längster Fischwanderhil-fe barrierefrei. Zusätzlich verbessert VERBUND als Kraftwerksbetreiber zusammen mit der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram die Badequalität am Altenwörther Altarm. Zusammen mit fischfreundlichen Maßnahmen im Bereich des „Gießgangs“ im Oberlauf des Kraftwerks Greifenstein entsteht somit das Projekt „LIFE Network Danube Plus“ in Partnerschaft und Mit-finanzierung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT), dem Land Niederösterreich und dem Niederösterreichischen Landesfischereiverband sowie der Europäischen Union im Rahmen der LIFE+ Projekte.

„Als Österreichs größter Wasserkraft-Betreiber wissen wir um unsere Verantwortung für die Umwelt. Wo es möglich ist, setzen wir auch in dieser schwierigen Zeit unsere langfristigen Pläne zur Verbesserung der Ökologie an Österreichs Flüssen voran“, so Achim Kaspar, zuständiges Vorstandsmitglied für die Erzeugung bei VERBUND. Der Konzern investiert in einem langfristigen Programm insgesamt 280 Mio. Euro in Renaturierung und Fischwanderhilfen in Österreich und Bayern. 

„Intakte Gewässer und Gewässerlebensräume sind nicht nur für Tiere und Pflanzen, sondern auch für uns Menschen wichtig. Der sorgsame Umgang mit unseren Gewässern ist in allen Bereichen die Basis für eine gesicherte Zukunft. Die Fischwanderhilfe beim Kraftwerk Altenwörth wird als Teil des Projektes LIFE Network Danube Plus den Naturraum Donau wesentlich aufwerten und damit attraktiveren. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus unterstützt dieses wichtige Projekt mit einer Förderung in Höhe von rund 890.000 Euro,“ stellt Bundesministerin Elisabeth Köstinger fest.

LH-Strv. Stephan Pernkopf freut sich über Niederösterreichs längste Fischwanderhilfe: Damit wird ein weiterer wichtiger Schritt für die Fische und andere Lebewesen in unseren niederösterreichischen Fließgewässern gesetzt. Für mich ist bei der Energiepolitik das Wichtigste, sie mit Hausverstand zu betreiben. Also den Ausbau von Erneuerbarer Energie zu ermöglichen und gleichzeitig auch für den Erhalt des Lebensraums zu sorgen. Die Renaturierung unserer Flüsse, besonders der Donau, ist mir dabei ein wichtiges Anliegen für unser Naturland Niederösterreich.“

„Bei dem Projekt LIFE Network Danube Plus geht es um weit mehr, als um eine Fischwanderhilfe beim Kraftwerk Altenwörth. Wir schließen mit unserem Maßnahmenbündel an die bestehenden Rena-turierungsprojekte der Donau an und vervielfachen damit den Gesamt-Nutzen des Projektes. Vom Eisernen Tor in Rumänien bis nach Ybbs wird die Donau wieder durchgängig und mit ökologischen Rückzugsmöglichkeiten aufgewertet. Davon profitiert dann nicht nur die Natur, sondern über neue Lebensräume auch der Mensch“, so Karl Heinz Gruber, Geschäftsführer des Projektträgers, der VERBUND Hydro Power GmbH.

„Als Projektträger investieren wir hier 5,5 Mio. Euro in das Generationenprojekt LIFE Network Danube Plus. Damit schaffen wir einen Hebel, den unsere Projektpartner verlängern. Ökologen bestätigen uns: große regionale Maßnahmen vervielfachen den ökologischen Nutzen gegenüber vielen kleinen Einzelmaßnahmen. Wir haben an der Donau eine Fülle von europaweit einzigartigen Erfolgen vorzuweisen und mit jedem Projekt wächst unsere Kompetenz“, so Michael Amerer, Geschäftsführer der VERBUND Hydro Power GmbH.

„Wenn Wasser fließt, müssen Fische wandern, das ist ein natürliches Phänomen und gerade zur Laichzeit besonders wichtig für die Selbsterhaltung der Populationen. Durch die Errichtung wird dabei nicht nur den wandernden Donaufischarten (zB. Nase, Huchen und Barbe) die Erreichung von anderen Lebensräumen und Laichplätzen ermöglicht, sondern mit über 12 Kilometer Länge ein völlig neuer, natürlich strukturierter Lebensraum geschaffen und wichtige Zubringerbäche neu angeschlossen“, steht für NÖ Landesfischermeister Karl Gravogl fest. 

Niederösterreichs längste Fischwanderhilfe

Die geplante Fischwanderhilfe wird mit mehr als 12,5 Kilometern Länge Niederösterreichs längste Fischwanderhilfe. Sie verbindet Renaturierungsprojekte an der Donau und ihren Zubringerflüssen und stärkt damit die Artenvielfalt der Donau. Insgesamt werden bei den Arbeiten 575.000 Kubikmeter Kies und Feinsediment bewegt. Da die Arbeiten in der Au stattfinden und kein LKW mit Aushubmaterial das Projektgebiet verlässt, wird die Verkehrsbelastung für das Siedlungsgebiet gering bleiben. Das Aushubmaterial wird vor Ort im Bereich des Altarmes genutzt. 
Zusätzlich zur Fischwanderhilfe verbessert VERBUND als Kraftwerksbetreiber zusammen mit der Marktgemeinde Kirchberg am Wagram die Badequalität am Altenwörther Altarm. An beiden Ufern des Altarmes wird ein künstliches Biotop errichtet. Sinn dieses „constructed wetland“ ist die Selbstreinigung des Wassers. Das Überangebot an Nährstoffen wird gefiltert und reduziert. So soll das Algenwachstum auf ein natürliches Maß gebremst werden. Vorbild für die Wasserqualität ist der Altarm beim Donaukraftwerk Greifenstein.

Fischfreundliche Maßnahmen in der Stockerauer Au

Bei der Errichtung des Kraftwerks Greifenstein wurde die benachbarte Au durch ein System künstlicher Stauhaltungen vor dem Austrocknen bewahrt. Dieser "Gießgang" ist heute ein geschütztes Gebiet mit einer Fülle von typischen Tier- und Pflanzenarten. 
Mit insgesamt vier „Schlitz-Pässen“ (vertical slots), die im Rahmen des Projektes neu errichtet werden, wird der Gießgang für Fische zwischen Donau und den Zugbringerflüssen Schmida und Göllersbach zukünftig barrierefrei.

Projektpartner bei LIFE Network Danube Plus

Das Projekt „LIFE Network Danube Plus“ wird von VERBUND umgesetzt und maßgeblich finanziert von der EU im Rahmen des LIFE+ Programms, dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, der Landesregierung Niederösterreich sowie dem Landesfischereiverband Niederösterreich. Beteiligt sind zudem die an den Kraftwerken Greifenstein und  Altenwörth strombezugsberechtigten Unternehmen EVN AG , Wien Energie AG, Energie AG, Kärntner Elektrizitäts-AG und Vorarlberger Kraftwerke AG.

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Florian Seidl Florian Seidl

Pressesprecher Erzeugung

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