Wallsee-Mitterkirchen: Auftakt zum Turbinentausch mit Tauchern
Wer zur Turbine will, muss tauchen. Doch nicht, um unter Wasser zu arbeiten, sondern um es loszuwerden. Die Turbinenkammer muss trockengelegt werden, bevor der Ausbau des alten Kaplan-Laufrades in Angriff genommen wird. Taucher sorgen dafür, dass die Abdämmung Dicht hält.
Um der Kraft der Donau zu widerstehen, braucht es tonnenschwere Stahlelemente, die Dammbalken. Diese stapelt der Portalkran vor der Turbine auf. Doch das funktioniert nur, wenn die Dammbalken (der schwerste wiegt alleine 15 Tonnen) wirklich dicht aufsitzen. Das ist die Aufgabe der Industrietaucher.
In 16 Metern Tiefe liegt die Sicht des Tauchers bei wenigen Zentimetern. Die Aufgabe besteht darin, die Auflagefläche des Dammbalkens am Grund der Donau von Sand und Geröll zu reinigen. Die Donau ist zwar nach den Niederschlägen der letzten Woche trüb, aber die geringe Wasserführung des letzten Jahres hat auch einen Vorteil: es wurde wenig Material angeschwemmt. Vereinzelte Äste und ein Wurzelstock hatten sich zwar im Rechen verfangen, doch solches Geschwemmsel gehört zur Routine der Taucher.
Projekt Revitalisierung Wallsee-Mitterkirchen
Durch das geplante Modernisierungspaket erfährt das in den Jahren zwischen1965 bis 1968 errichtete Donaukraftwerk eine Erhöhung der Engpassleistung um rund 10 MW auf insgesamt 220 MW, sowie eine Steigerung der durchschnittlichen Erzeugung um rund 54 Millionen Kilowattstunden auf nahezu 1,4 Milliarden Kilowattstunden. Damit erzeugt das Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen in Zukunft Strom für 390.000 Haushalte. Bis 2030 sind dafür Investitionskosten von rund 62,5 Mio. Euro vorgesehen.
Diesen Winter wird die zweite der sechs Maschinen getauscht. Dabei stehen noch heikle Hubarbeiten der tonnenschweren Maschinenbestandteile aus.
Innovationsstandort Wallsee-Mitterkirchen
Am Standort Wallsee-Mitterkirchen vereinigen sich mehrere innovative Energieprojekte, die allesamt Teil der Energietransformation sind. Zum größten Batteriespeicher an der Donau, der BlueBattery mit 10 Megawatt Leistung, gesellt sich seit 2022 eine 1,7 MW Photovoltaik-Anlage. Auf der Fläche von rund 3 ha erzeugt die Anlage im Jahr so viel Strom, wie etwa 600 Haushalte verbrauchen. Auch das Betriebsgebäude selbst ist mit einer effizienten Fassaden-PV ausgestattet, die hauseigene E-Auto-Ladestation verfügt über eine besonders innovative PV-Anlage.
