VERBUND stellt ökologische Durchgängigkeit am Zemmbach bis 2027 wieder her
Investition von 2,7 Millionen Euro für naturnahe Lebensräume und Fischwanderung im Zillertal
VERBUND setzt im Zillertal einen weiteren wichtigen Schritt zur ökologischen Aufwertung des Zemmbachs. Mit einem mehrstufigen Projekt zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit werden bis April 2027 die vorhandenen Wanderhindernisse für Fische und wirbellose Wasserorganismen dauerhaft beseitigt und der Lebensraum naturnah gestaltet.
Projektstart 2026: Naturnahe Rampe im Unterwasser des Kraftwerks Mayrhofen
Der erste Bauabschnitt im Unterwasser des Kraftwerks Mayrhofen hat Mitte Jänner 2026 begonnen und wird im April abgeschlossen. Hier entsteht zunächst ein rund 160 Meter langes provisorisches Umgehungsgewässer. Sobald der Zemmbach umgeleitet ist, wird bei Kohlstatt die bestehende technische Rampe umgebaut. In der halben Bachbreite wird dann eine abgeflachte rund 90 Meter lange, ökologisch verbesserte Rampe errichtet. Mit naturnahen Beckenstrukturen, wechselnden Wassertiefen und einer variablen Gewässerführung werden zukünftig stabile Wanderrouten für alle Lebensstadien der Fische und strömungsberuhigte Rückzugsräume geschaffen, die zur Erhöhung der strukturellen Vielfalt des Gewässers beitragen.
Synergieeffekt für Sport und Natur: Die Maßnahmen verbinden Ökologie und Freizeitsport, da das neue Gewässer auch für Kajakfahrer und Rafter leichter befahrbar wird.
Baufortführung 2027: Triebwasserweg und Rampe Kreuzlau
Mit Jahresbeginn 2027 werden die Arbeiten wiederaufgenommen werden. Im Bereich des Kraftwerks Roßhag quert der Triebwasserweg zwischen Kraftwerk und Speicher Stillup den Zemmbach unterirdisch. Das heute mit Wasserbausteinen befestigte Gewässerbett wird durch neue Strukturelementen ökologisch durchgängig gestaltet und die unterwasserseitige Erosionsstrecke gegen unerwünschte Sohlvertiefungen gesichert.
Zusätzlich wird die Rampe Kreuzlau entsprechend der Rampe Kohlstatt naturnah umgebaut werden. Dies ermöglicht die Fischdurchgängigkeit und erleichtert zugleich die Befahrung für Kajakfahrer und Rafter.
Nach derzeitiger Planung werden bis April 2027 alle Arbeiten abgeschlossen, die Bauflächen rückgebaut und ökologisch wiederhergestellt – die Durchgängigkeit des Zemmbachs wird damit in diesen Bereichen hergestellt.
Investition für Natur und Region
„VERBUND investiert 2,7 Millionen Euro in die Wiederherstellung der Durchgängigkeit des Zemmbachs und setzt einen wichtigen Meilenstein für die Gewässerökologie im Zillertal. Die neu geschaffenen Strukturen ermöglichen Fischen die Wanderung flussauf- und flussabwärts. Durch ein begleitendes professionelles Monitoring können wir bei Bedarf nachjustieren und so den langfristigen Erfolg sicherstellen", erklärt VERBUND-Werksgruppenleiter Marco Fiegl.
Mehrfacher Nutzen des Projekts:
- Wiederherstellung der Vernetzung und Wanderkorridore am Zemmbach
- Stärkung der Fischerei und Verbesserung der Gewässerökologie
- Erhöhung der landschaftlichen Qualität
- Keine Verkehrseinschränkungen während der Baumaßnahmen
Über VERBUND im Zillertal:
VERBUND ist Österreichs führendes Energieunternehmen und einer der größten Stromerzeuger aus Wasserkraft in Europa. Rund 98 Prozent des Stroms erzeugt das Unternehmen aus erneuerbaren Energien, vorwiegend Wasserkraft. Im Zillertal betreibt VERBUND 9 Wasserkraftwerke mit rund 1.260 MW Turbinenleistung, 695 MW Pumpenleistung und einer Jahreserzeugung von rund 1,7 TWh. Damit kann die Versorgung von 500.000 Privathaushalten mit grünem Strom aus Wasserkraft sichergestellt werden.
Im Zeitraum von 2010 bis 2025 wurden Revitalisierungen und Erweiterungsprojekte mit einem Investitionsvolumen von rund 210 Mio. Ꞓ umgesetzt.