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Am 2.3.2026 hat VERBUND den Speicher Schlegeis der Kraftwerksgruppe Zillertal vollständig entleert, um gemäß einer behördlichen Auflage alle unter Wasser liegenden Anlagenteile zu inspizieren und eventuell notwendige Instandhaltungsarbeiten durchzuführen.
Der Speicher Schlegeis der VERBUND Werksgruppe im Zillertal gehört zu den größten Stauseen Österreichs und verfügt über ein Speichervolumen von 126,5 Millionen m³ Wasser bei einer maximalen Tiefe von rund 116 Metern. Um den sicheren Betrieb zu gewährleisten, muss er gemäß Auflage der Wasserrechtsbehörde in festgelegten mehrjährigen Intervallen entleert werden. Die letzte Totalentleerung fand 2013 statt. Dies erfolgt üblicherweise in den Wintermonaten bei geringem natürlichem Zufluss. So können unter Wasser befindliche Anlagenteile inspiziert und bei Bedarf Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden.
Eine Totalentleerung eines Stausees erfordert eine gewissenhafte und langfristige Planung. Mit dem langsamen Abstau wurde bereits vor Wochen begonnen, wobei das Wasser planmäßig über die Turbinen abgesenkt wurde. Jene Restwassermenge, die nicht mehr durch die Turbinen abgearbeitet werden konnte, wurde über den Grundablass abgelassen. Am Morgen des 2. März wurde dieser schrittweise geöffnet, um eine möglichst geringe Belastung für die Tier- und Pflanzenwelt zu gewährleisten. Mit einem Durchfluss von etwa 12 Kubikmeter pro Sekunde dauerte dieser Vorgang bis zur vollständigen Entleerung bis zum Nachmittag. In den nächsten Wochen werden nun Reinigungs-, Inspektions- und Instandhaltungsarbeiten an sämtlichen im Normalbetrieb ständig unter Wasser liegenden Bauwerken, wie Einlaufbauwerke und Triebwasserweg durchgeführt. Auch die Stahlwasserbauteile werden genau kontrolliert.
Nach dem Abschluss der Instandhaltungsarbeiten wird Ende März 2026 der Grundablass wieder geschlossen und mit dem Wiederaufstau begonnen. Damit verschwinden die Bauteile wieder für Jahre unter der Wasseroberfläche. Abhängig von Regen und Schneeschmelze wird es einige Wochen dauern, bis mit der Stromerzeugung wieder begonnen werden kann. Bis zum Spätsommer wird der Speicher Schlegeis wieder entsprechend der Jahreszeit gefüllt sein.
Die Arbeiten im Speicher starten unmittelbar nach der Entleerung „Wir müssen die Ablagerungen im Stauraum vor den Grundablässen entfernen", erklärt VERBUND-Werksgruppenleiter Marco Fiegl. Die mehr als 700 Meter lange und 131 Meter hohe Staumauer kann sich nun für ein paar Wochen „entspannen". Die Neigung der Mauer verändert sich nämlich, je nachdem, wie viel Wasser gegen den Betonbogen drückt. Das zeigen die Messungen im Inneren der Mauer. Diese wird mit Sensoren und Messpunkten kontinuierlich überwacht. „Talsperren gehören zu den am besten überwachten Bauwerken in Österreich. Die Staumauer verfügt hier über rund 1.000 Messeinrichtungen. Die wesentlichen davon sind die Lotanlagen", so Fiegl. Die Daten aus der Schlegeis-Staumauer werden in der Zentralwarte in Mayrhofen rund um die Uhr ausgewertet. Dort können die Mitarbeiter sofort reagieren, falls etwas Außergewöhnliches passieren sollte.
Das Projekt wird durch eine ökologische Bauaufsicht begleitet und durch umfangreiche Monitoring Maßnahmen überwacht. Mit dem gewässerökologischen Monitoring wurde bereits Monate vor der Entleerung begonnen und es wird erst rund ein Jahr nach Ende der Entleerung abgeschlossen.
Bei der Entleerung werden keine Sedimente aus dem Stausee entnommen, sondern lediglich die Sedimente weitertransportiert, die durch die natürliche Schleppkraft des Wassers mobilisiert werden.
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