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Mit vereinten Kräften und viel Spaß haben 45 Kinder und Jugendliche der Pfadfindergruppe Sauwald am Freitag, 10. April 2026 einen wichtigen Beitrag zur Renaturierung der Donaulandschaft geleistet: Für das EU-LIFE-Projekt „Blue Belt Danube Inn", in dessen Rahmen VERBUND gewässerökologische Maßnahmen im Stauraum Jochenstein umsetzt, pflanzten sie am Kößlbach 1.100 Jungbäume und legten damit den Grundstein für einen neuen Auwald."
Gepflanzt wurden heimische Triebe von Weiden, Pappeln, Ulmen und Erlen – jene Baumarten, die für Auwälder charakteristisch sind. Die weitere Entwicklung der Fläche wird der natürlichen Sukzession überlassen, sodass sich die Natur selbst entfalten kann. Auf den angrenzenden Wiesenflächen wird eine Glatthafer-Wiese mit Wiesenknopf angesät. Bereits in wenigen Jahren wird sich die Natur den Lebensraum zurückerobern und ein wertvolles Biotop für Insekten und Amphibien entstanden sein.
„Der Umgang mit der Natur ist einer unserer acht Schwerpunkte bei den Pfadfindern", erzählt Andreas Protil, Gruppenleiter der Sauwald Scouts. „Wir haben die Renaturierung am Kößlbach von Anfang an mitverfolgt und freuen uns riesig, dass wir jetzt selbst mit anpacken können. Die Kids haben jede Menge Spaß, tun dabei etwas richtig Nachhaltiges und können in den nächsten Jahren das Wachstum des Auwalds mitverfolgen. Und als ich ihnen gesagt habe, dass sie dabei wahrscheinlich richtig schmutzig werden, da waren alle sofort Feuer und Flamme!"
„Mit dem Abschluss der Maßnahmen am Kößlbach haben wir ein wichtiges Etappenziel erreicht", erklärt Christian Rucker, Projektleiter bei VERBUND. „Auf sechs Hektar ist hier wirklich ein neues Stück Donau-Aulandschaft entstanden. Dass die Pfadfindergruppe Sauwald zum Abschluss noch 1.100 Bäumchen gepflanzt hat, ist das i-Tüpfelchen. Die jungen Leute können in ein paar Jahren wiederkommen und sehen, wie sich hier ein richtiger Auwald entwickelt hat. Für uns ist das auch ein schönes Zeichen: Naturschutz funktioniert, wenn alle zusammenhelfen – von der Planung über die Umsetzung bis hin zu solchen großartigen Aktionen mit den Kindern."
Die Pflanzaktion bildet den abschließenden Höhepunkt eines umfassenden Maßnahmenpakets, das VERBUND seit Oktober 2025 im Stauraum Jochenstein umgesetzt hat. Mit dem Abschluss der Arbeiten am Kößlbach wurde ein wichtiger Meilenstein der gewässerökologischen Maßnahmen (GÖMS) erreicht.
Im Mündungsbereich des Kößlbaches errichtete VERBUND ein großzügig angelegtes, durchströmbares Insel-Nebenarm-System sowie mehrere Stillgewässer. Die Mündung des Kößlbaches in die Donau wurde verlegt und verlängert, um eine strukturelle Aufwertung zu erreichen. Auf rund 6 Hektar Fläche entstanden ein Altarm, mehrere Amphibientümpel sowie eine neue, große Kiesinsel am Donauufer. Insgesamt wurden an diesem Komplex rund 190.000 m³ Material bewegt.
Bei der Maßnahme Hecht wurde ein bestehender Altarm entlandet und mit weiteren Tümpeln versehen. In Roning wurde zusätzlich ein neues Stillgewässer geschaffen, das in Verbindung mit dem Hauptstrom der Donau steht. Diese Maßnahme zielt auf eine wesentliche Verbesserung der Lebensbedingungen für wechselwandernde und krautlaichende Fischarten ab. Durch die Schaffung von isolierten Amphibienlaichgewässern verschiedener Gewässertiefen entstehen neue Lebensräume für Amphibien.
Die neuen Strukturen bieten Gewässerorganismen wie Fischen und Kleinstlebewesen sowie Besiedlern wechselfeuchter Bereiche – darunter Amphibien, Libellen, Pioniervegetation und typische Arten der Weichen Aue – hochwertigen neuen Lebensraum. Die bestehenden seichten Biotope sind durch die Adaptierung unempfindlicher gegen kurzfristige Wasserstandsschwankungen.
Viele Abschnitte der Donau sind durch künstliche Uferbefestigungen und Bebauungen in ihrem natürlichen Flussverlauf eingeschränkt. Durch die Schaffung naturnaher Uferzonen werden Lebensräume für Fische, Vögel, Amphibien und andere Tierarten revitalisiert. Bei den Planungen von Kiesbänken und Altarmen wurde besonderes Augenmerk auf die Schaffung von Laichhabitaten für Fische gelegt, um die Populationen zu vergrößern.
Im nächsten Bauabschnitt sollen in den Jahren 2027 bis 2028 im Stauraum Aschach gewässerökologische Maßnahmen umgesetzt werden. Der dritte und letzte Bauabschnitt beschäftigt sich wieder mit dem Stauraum Jochenstein am linken, deutschen Ufer und soll 2028 bis 2029 fertiggestellt werden.
Die Maßnahmen sind Vorarbeiten zum Energiespeicher Riedl und Teil des Großprojekts „LIFE Blue Belt Danube Inn", mit dem VERBUND die letzten bislang unterbrochenen Lebensräume entlang von Donau und Grenz-Inn verbindet. Die Kraftwerke Schärding-Neuhaus, Passau-Ingling, Jochenstein, Aschach und Ybbs-Persenbeug werden mit Fischwanderhilfen ausgestattet und Ufer großflächig renaturiert. Damit werden Donau und Inn fischpassierbar von Rumänien bis Rosenheim. Flankiert werden die Maßnahmen durch Uferstrukturierungen an Donau und Inn, um Lebensräume und geschützte Laichzonen für die Donaufische zu schaffen.
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