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Die ökologische Pflege der VERBUND-Kraftwerksdämme am unteren Inn zeigt beeindruckende Erfolge: Seit Beginn des wissenschaftlichen Monitorings im Jahr 2022 hat sich der Bestand des Neuntöters vervierfacht. Die Anzahl der Brutreviere stieg von 10 auf 38, die Gesamtzahl der Individuen erhöhte sich von 28 auf 125 Vögel.
Der Neuntöter – so genannt, weil er seine Beute auf Dornen aufspießt und damit regelrechte Vorratskammern anlegt – hat an den Inn-Dämmen ideale Bedingungen gefunden. "Durch gezielte Pflegemaßnahmen haben wir eine perfekte Kombination aus einzelnen Gebüschgruppen und artenreichen Trockenrasenflächen geschaffen", erklärt VERBUND-Ökologin Barbara Grüner. "Die Gebüsche nutzt der Vogel als Ausguck und Brutplatz, die offenen Bereiche bieten ihm eine hohe Dichte an Insekten als Nahrungsgrundlage."
Im Rahmen des EU-geförderten LIFE-Projekts "Riverscape Lower Inn" setzt VERBUND zahlreiche Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung der Flusslandschaft um. Dazu gehört die Entwicklung hochwertiger Wiesenflächen auf den Dämmen, die nicht nur technische Anlagen zur Stauhaltung sind, sondern auch wichtige Lebensräume für seltene und geschützte Arten bieten. Zweimal jährlich werden über 100 Hektar Wiesenlandschaft - eine Fläche von mehr als 140 Fußballfeldern - auf einer Länge von rund 40 Kilometern gemäht. Der Abtransport des Mähguts sorgt für den notwendigen Nährstoffentzug, während nicht gemähte Wiesenstreifen als Rückzugsorte für Insekten dienen.
Von dieser Pflege profitieren nicht nur Neuntöter: Am Simbacher Damm wurden 57 Wildbienenarten gezählt, dazu zahlreiche Tagfalter und Heuschrecken. Die Inn-Dämme bilden heute ein blühendes Band entlang des Flusses. Hier wachsen sogar Arten aus dem Alpenraum wie Alpenleinkraut, Uferreitgras, Franzen-Enzian und Schweizer Moosfarn. Die aufwendige Pflege der Dämme erweist sich als Win-win-Situation: Sie dient sowohl der Standsicherheit als auch der Förderung der Biodiversität.
Obwohl der Neuntöter in Bayern und Oberösterreich noch relativ weit verbreitet ist, steht er bereits auf der Vorwarnliste gefährdeter Arten. In den Brutgebieten macht ihm vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft zu schaffen, die sein Nahrungsangebot an großen Insekten reduziert. Das bis 2027 laufende Monitoring untersucht neben dem Neuntöter auch andere charakteristische Vogelarten wie Flussuferläufer und Flussregenpfeifer.
Das von VERBUND getragene Naturschutzprojekt „LIFE Riverscape Lower Inn“ dient im Rahmen des Natura 2000 Programms der Erreichung wesentlicher Naturschutzziele der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie im Europareservat Unterer Inn.
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