5,8 Kilometer langer naturnaher neuer Lebensraum am Innkraftwerk Egglfing-Obernberg
Weniger als zwei Jahre nach Eröffnung der Fischwanderhilfe beim Innkraftwerk Braunau-Simbach startet VERBUND das nächste große Naturschutzprojekt am Unteren Inn: Im Rahmen des EU-LIFE Projekts „Riverscape Lower Inn" entsteht beim Kraftwerk Egglfing-Obernberg auf einer Länge von 5,8 Kilometer das größte naturnahe Umgehungsgewässer am Inn – ein neuer strukturreicher Gewässerlebensraum für Tiere und Auenpflanzen.
Mit dem feierlichen Spatenstich am 8. Mai 2026 fiel der Startschuss für den Bau der längsten Fischwanderhilfe am Inn. Im Beisein regionaler politischer Vertreter:innen, Projektpartner:innen und Mitarbeiter:innen wurde beim Innkraftwerk Egglfing-Obernberg der Beginn der Bauarbeiten gewürdigt. In den kommenden eineinhalb Jahren errichtet VERBUND dort ein naturnahes Umgehungsgewässer, das dank der ökologischen Gestaltung nicht nur die Wanderung der Fische ermöglicht, sondern auch neue Laich- und Rückzugsräume für die vielfältigen Fische und Wasserlebewesen am Inn schafft.
Mehr als nur ein Wanderkorridor
Die von Gewässerökolog:innen und Wasserbauern geplante Fischwanderhilfe ist weit mehr als eine bloße Durchgangsroute: Mit Furten, angeströmten Kiesbänken, Flachwasserzonen, Totholz und Buchten entsteht im Umfeld des Kraftwerkes Egglfing-Obernberg ein strukturreiches Gewässer mit einer natürlichen Abflussdynamik. Flache Kiesbänke dienen zukünftig als Laichplätze und Aufenthaltsort für Jungfische, während tiefe Wasserzonen großen Inn-Fischen, wie etwa dem Huchen, Raum bieten.
Durch die neue Fischwanderhilfe werden, je nach Jahreszeit, zwischen 4 und 10 Kubikmeter Wasser pro Sekunde strömen. Zur Laichzeit vom Frühjahr bis in den Sommer ermöglicht ein gesteuertes Zusatzdotationsbauwerk eine saisonale Erhöhung des Durchflusses. Auch der Malchinger Bach fließt in das neue Gewässer ein, und das Inn-Ufer wird unterhalb der Mündung auf einer Länge von 1,7 Kilometern strukturreich renaturiert.
„In dieses Projekt ist die Erfahrung aus allen Fischwanderhilfen eingeflossen, die wir in den vergangenen zwei Jahrzehnten gebaut haben. Rund um das Umgehungsgewässer entstehen neue Lebensräume für kiesbrütende Vogelarten, Amphibien, Reptilien, Insekten und typische Auepflanzen. Die Bauarbeiten werden klimaschonend umgesetzt: Das Aushubmaterial wird für neue Kieslebensräume direkt vor Ort wiederverwendet", erklärt Michael Amerer, Geschäftsführer der VERBUND Grenzkraftwerke.