Fischwanderhilfe Ybbs-Persenbeug eingereicht
Mit dem EU-Projekt „LIFE Blue Belt Danube-Inn“ sorgt VERBUND für Barrierefreiheit für Fische und andere Wasserlebewesen entlang von Donau und Inn. Mit der Fischwanderhilfe beim Kraftwerk Ybbs-Persenbeug wird eine der letzten Barrieren beseitigt. Die Fischwanderhilfe, bestehend aus Schlitzpass, Untertunnelung und naturnahem Gerinne wurde nun endgültig nach erforderlichen Anpassungen bei den zuständigen Behörden von Land und Bezirk zur Genehmigung eingereicht.
Das Donaukraftwerk Ybbs-Persenbeug wurde im Jahr 1959 fertiggestellt. Entscheidend für den Standort war die Entschärfung einer schwierigen Stelle für die Schifffahrt. So kam es, dass das Kraftwerk an einer Engstelle entstand. Beiderseits des Kraftwerks verblieb kaum Platz, sodass für die nachträgliche Errichtung eines Umgehungsgewässers wenig Spielraum besteht. Es war eine planerische Herausforderung, zwischen Leitungen, Rohren und Schienen einen Weg für die Fische zu finden. Ein kurzer Teil der Fischwanderhilfe wird sogar unterirdisch erfolgen, wobei Erfahrungen zeigen, dass dies dem Interesse der Fische keineswegs im Wege steht.
Technische Daten zur Fischwanderhilfe
Die Gesamtlänge beträgt knapp 1,6 Kilometer, davon verlaufen 260 Meter „unterirdisch“, also überdeckt. Der oberwasserseitige Ausstieg befindet sich auf Höhe der Lehrlingsunterkunft der LernWerkStatt Donau, der Einstieg unterhalb des Kraftwerks liegt am rechten Donau-Ufer in der aktuell nicht genutzten Böschung. Für die nach der Umplanung großzügiger dimensionierte Variante konnte ein dafür notwendiges Grundstück erworben werden. Insgesamt müssen die Fische 10,5 Höhenmeter überwinden, durch die Fischwanderhilfe strömen 3 bis 6 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Eine Einrichtung zur Not-Dotation verhindert, dass die Fischwanderhilfe trockenfällt, wenn der Wasserspiegel durch Staulegung bei Hochwasser abgesenkt wird.
LIFE Blue Belt Danube-Inn
Mit dem Projekt „LIFE Blue Belt Danube-Inn“ verbindet VERBUND die letzten bisher durch Staudämme unterbrochenen Lebensräume entlang von Donau und Grenz-Inn. Aufbauend auf bereits umgesetzte erfolgreiche Projekte an österreichischen Flüssen werden die Kraftwerke Schärding-Neuhaus, Passau-Ingling, Jochenstein, Aschach und Ybbs-Persenbeug mit Fischwanderhilfen ausgestattet. Durch eine Investition von über 60 Millionen Euro, unterstützt von der Europäischen Union aus Mitteln des LIFE-Fonds, sollen die Donau und der Inn von Rumänien bis Rosenheim bis 2027 für Fische passierbar gemacht werden.
Das ökologische Ziel des Projekts ist es, den Erhaltungszustand gefährdeter Fischarten, insbesondere wandernder Arten, lokal und regional zu verbessern. Durch die Vernetzung zuvor isolierter Lebensräume entlang von Donau und Inn, sowie die Aufwertung bestehender Uferstrukturen sollen die Vielfalt und die Bestandsdichte aller Arten gefördert werden.
Im Zentrum stehen dabei Flussfische, die als sogenannte Mittelstreckenwanderer vernetzte Lebensräume an Donau und Inn benötigen, wie zum Beispiel Nase, Barbe, Äsche und Sterlet. Die Herstellung der Durchgängigkeit an den Kraftwerken ermöglicht eine ungehinderte Wanderung der Fische sowohl flussaufwärts als auch flussabwärts und trägt so zur genetischen Vielfalt regionaler Populationen bei.
Dieses Maßnahmenpaket setzt die bereits erfolgreichen Ökologie- und Vernetzungsprojekte von VERBUND und seinen Partnern fort.