Bayerischer Inn wird wieder fischpassierbar
Ende Juni starten die VERBUND-Innkraftwerke mit dem Bau der Fischwanderhilfe am Innkraftwerk Rosenheim. Mit dem Projekt wird die ökologische Durchgängigkeit des Inns wiederhergestellt und der angrenzende Naturraum gezielt aufgewertet. Alle erforderlichen Genehmigungen liegen vor.
Die Baustelleneinrichtung beginnt am 22.06.2026, der Start der Bauarbeiten ist für den 29.06.2026 vorgesehen. Errichtet wird ein rund 2,2 Kilometer langes naturnahes Umgehungsgewässer auf der linken Flussseite zwischen der Innbrücke Miesbacher Straße / St2095 und dem Happinger Ausee.
Für die Dauer der Bauarbeiten wird der entlang des Stauhaltungsdamms verlaufende Inntalradweg auf der linken Seite umgeleitet. Das Baufeld bleibt aus Sicherheitsgründen gesperrt, die Umleitung für den Geh- und Radverkehr wird vor Ort ausgeschildert. Die entsprechende Verkehrsregelung gilt von 22.06.2026 bis 31.08.2027. VERBUND dankt im Voraus für das Verständnis.
Die Fertigstellung der Hauptarbeiten ist für Juni 2027 geplant, die abschließenden Rekultivierungs- und Restarbeiten für Herbst 2027.
Der Inn wird nach 100 Jahren wieder barrierefrei für die Fische
Herzstück dieses Ökoprojekts ist die Errichtung eines rund 2,2 Kilometer langen, naturnah gestalteten Umgehungsgewässers auf der linken Uferseite des Inns. Dank einem mäandrierenden Verlauf mit unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten und Wassertiefen sollen alle Fischarten und Wasserbewohner die Möglichkeit erhalten, das Kraftwerk zu umschwimmen und dabei einen Höhenunterschied von 8,3 Metern zu überwinden. Mit dem Einbau von Kiesbetten, Schotterbänken und Rauhhölzern entsteht ein attraktiver Lebensraum mit neuen Unterschlupfmöglichkeiten und Laichplätzen.
Mit der Fertigstellung der Fischwanderhilfe wird der bayerische Inn ab 2027 erstmals seit der Errichtung der Kraftwerke vor über 100 Jahren wieder für Fische und die Wasserlebewesen durchgängig sein.
Daten und Fakten Fischwanderhilfe Rosenheim
- Länge: 2.215 m, Breite: zwischen 8,6 und 34 m (im Bereich lokaler Inselstrukturen)
- Wassertiefe: zwischen mindestens 0,4 m und ca. 1,2 m
- Höhenunterschied: 8,3 m
- Durchfluss: variable Dotationsmenge in Anlehnung an natürliche, dynamische Abflüsse eines Auenbaches: Basisdotation grundsätzlich 1,5 m³/s, variable Zusatzdotation bis insg. max. 4,0 m³/s.
- Zudem Möglichkeit für temporäre Spüldotation (Freispülen von Laichplätzen, Förderung von Sedimentumlagerung von insg. max. 6,0 m³/s)
- Gestaltungselemente: Kiesschnellen, Rauhbäume, Wurzelstöcke, Schotterbänke für Fi-sche und Vögel, Flachwasserzonen, Eiablageplätze und Steinhaufen für Reptilien etc.