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„Energie ist kein abstraktes Prinzip, sondern ein materieller Prozess. Sie durchströmt unseren Alltag als technisch organisierter Fluss: gebündelt in Leitungen, reguliert durch Netze, transformiert in Kraftwerken. Meist bleibt sie unsichtbar – gerade weil sie zuverlässig funktioniert. Doch jede Kilowattstunde ist an konkrete Räume, Infrastrukturen und Eingriffe gebunden.“ – Professur Baukultur, Kunstuniversität Linz
Mit diesem Ansatz veranstaltete das Institut für Architektur / Schwerpunkt Baukultur der Kunstuniversität Linz in Zusammenarbeit mit dem afo architekturforum oö und VERBUND im Rahmen der diesjährigen Architekturtage 2026 eine Exkursion zum Laufkraftwerk Abwinden-Asten. Die Auseinandersetzung mit der Bauweise und Historie der Donaukraftwerke in Oberösterreich findet anlässlich des heurigen Themas der Architekturtage „Was uns verbindet – Infrastrukturen des Alltags“ statt.
Die Teilnehmenden kamen teilweise mit dem Fahrrad, begleitet von Univ.-Prof. Heidi Pretterhofer und Univ.-Prof. Michael Rieper, Univ.-Ass. Eva Mair-Zeller und Paul David Daubek-Puza.
Unter der versierten Leitung von VERBUND-Stromhaus-Chef Herbert Wagner besuchten am 30. Mai die rund 25 Besucher:innen unser Kraftwerk. Im Anschluss zeigten die Studierenden der Architektur ihre Arbeiten über eine der wichtigsten Infrastrukturen des Alltags: Bauwerke zur Gewinnung von Strom und wie diese Energieflüsse Landschaften strukturieren.
Herbert Wagner führte die Besucher durch die Anlage: „Das VERBUND-Kraftwerk Abwinden-Asten ist ein für die in den 1970er und frühen 1980er errichteten Donaukraftwerke typisches Bauwerk und wurde in Niedrigbauweise errichtet,“ so Wagner und informierte: „Die Idee dahinter war, kein architektonisches Zeichen zu setzen, sondern sich – nahezu unsichtbar – in die Landschaft einzufügen. Daher erfolgte die Gestaltung einer inneren Funktionalität und der Optimierung betrieblicher Abläufe.“
Die Exkursion Infrastruktur im Fluss versteht Bewegung als Methode. Auf einer geführten Radtour vom Hauptplatz in Linz entlang der Donau bis zum Laufkraftwerk Abwinden-Asten wurde Energie als räumliche und gesellschaftliche Ordnung lesbar. Eine Führung durch das Innere des Kraftwerks eröffnete Einblicke in seine technische und räumliche Logik. Beim anschließenden Power-Picknick wurden baukulturelle Belange aufgetischt: Wie strukturieren Energieflüsse Landschaften? Welche technischen, ökologischen und gesellschaftlichen Systeme überlagern sich im Flussraum und im Netz?
Die Tour zeigte Infrastruktur als gestaltende Praxis – zwischen Natur und Technik, Alltag und globaler Zirkulation – und machte ihre materiellen Bedingungen vor Ort erfahrbar.
Die Architekturtage – das biennale Festival für Baukultur und Ingenieurtechnik – sind die größte Publikumsveranstaltung für Architektur und Baukultur in Österreich. Kuratiert und umgesetzt von den zehn Architekturinstitutionen Österreichs, fand die Ausgabe von 28. Mai – 30. Mai 2026 unter dem Motto Was uns verbindet – Infrastrukturen des Alltags statt.
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