Nächster Meilenstein bei der Erhöhung der Limbergsperre in Kaprun erreicht
Die Betonierarbeiten der Sperrenblöcke für die Erhöhung der Limbergsperre am Hochgebirgsstausee Wasserfallboden wurden am 30. August 2026 erfolgreich abgeschlossen. Damit ist ein weiterer wesentlicher Meilenstein des Erweiterungsprojekts erreicht.
Die bereits jetzt beeindruckende 120 Meter hohe Limbergsperre wird bis Ende 2027 um 8,70 Meter erhöht, um den Nutzinhalt des Hochgebirgsstausees Wasserfallboden von derzeit 81,2 Millionen um 15.6 % auf 93,9 Millionen Kubikmeter zu steigern. Dieses Wasservolumen von 12,7 Millionen Kubikmetern entspricht beinahe dem jährlichen Trinkwasserbedarf der Stadt Salzburg und erhöht die Speicherkapazität des Wasserfallbodens von rund 160 Gigawattstunden um weitere rund 30 Gigawattstunden, was dem Strombedarf von etwa 500.000 E-Autobatterien oder 3 Millionen Haushalts-PV-Speichern entspricht.
Betonieren unter besonderen Bedingungen
Für die Erhöhung wurden in 25 Blöcken rund 24.500 Kubikmeter Beton eingebaut. Um eine stabile Verbindung zwischen der bestehenden Sperre und dem neuen Bauteil zu schaffen, wurde die Bestandsoberfläche durch Hochdruckwasserstrahlen mit bis zu 3.000 bar aufgeraut und anschließend bis zu 2,85 m tiefe Eisenstäbe vormontiert.
Darauf wurden dann die einzelnen Betonblöcke aufgesetzt. Eine besondere Herausforderung war dabei die Einhaltung der Frischbetontemperatur zwischen 7 und 12 Grad Celsius. Dies war deshalb wichtig, um die Gefahr von Spannungen und Rissbildungen im Bauwerk durch die bei der Aushärtung des Betons entstehende Hydratationswärme zu vermeiden. Speziell in den wärmeren Jahreszeiten musste dem Beton deshalb auch Scherbeneis beigemischt werden - in Summe etwa 1.200 Tonnen Eis. Um die Transportwege kurz zu halten, wurde der Beton und das Eis direkt vor Ort im hochalpinen Gelände unterhalb der Moosersperre hergestellt. Die benötigten Zuschlagstoffe wurden auch am Berg gelagert, um ihre Temperatur möglichst niedrig zu halten. Aus demselben Grund fanden die Betonierarbeiten überwiegend in den Nachtstunden statt.
Arbeiten bis zur Fertigstellung
Mit dem Abschluss der Sperrenbetonage ist die gesamte Talsperre auf eine Höhe von 1.680,10 Metern erhöht. Darauf wird in den kommenden Monaten noch die 1,10 Meter starke Kronenplatte aufgesetzt und eine 1,35 Meter hohe Brüstungsmauer errichtet. Abschließend folgen weitere Arbeiten am Nassschacht, am Hochwasserüberlaufbauwerk sowie an der technischen Ausstattung.
Der Ersteinstau mit dem neuen Stauziel ist für den Spätsommer 2027 vorgesehen. Die Gesamtfertigstellung des Projekts ist für Ende 2027 geplant.
Zahlen und Fakten:
Limbergsperre
Fertigstellung: 1951 - Erhöhung 2027
Höhe: 120 Meter + 8,7 Meter = 128,7 Meter
Kronenlänge: 357 Meter
Mauerstärke am Fuß: 37 Meter
Mauerstärke an der Krone: 6 Meter
Bestehendes Betonvolumen: 446.000 Kubikmeter
Wasserlast: rund 920.000 Tonne
Hochgebirgsstausee Wasserfallboden
Bestehender Nutzinhalt: 81,2 Millionen Kubikmeter
Nutzinhalt nach der Erhöhung: 93,9 Millionen Kubikmeter
Zuwachs: +12,7 Millionen Kubikmeter
Oberfläche: + 85.600 m² (5,7 %)
Zusätzliche Speicherkapazität: rund 30 Gigawattstunden