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26. November 2013

Frieren in der Freudenau

VERBUND sorgt nicht nur für die Stromerzeugung an der Donau, sondern kümmert sich auch umfassend um die gesamte Kraftwerksanlage. Dazu gehört auch die Wartung der Schleusenanlage für die via donau. Bis so eine Schleuse inspiziert werden kann, muss sie mit spektakulärem Aufwand trockengelegt werden.

Der Wetterbericht hätte besser ausfallen können: zwar hat es mit 2 Grad Celsius plus spätherbstliche Kühle, doch der teilweise böige Wind fegt Laub und erste Eiskristalle als frühen Wintergruß über die Donau beim Kraftwerk Wien-Freudenau. Revisionsleiter Andreas Hirsch hätte auf den Wind gerne verzichtet, denn die Kraftwerksmannschaft muss heute die 50 Tonnen schweren Dammbalken in die Schifffahrtsschleuse heben. Der Transport der 24 Meter langen und drei Meter hohen Stahlteile bei böigem Wind erfordert vor allem vom Kranführer Nerven aus Stahlseil und gute Koordination mit dem Bodenpersonal.

Die Aufgabe ist delikat, ist doch der Balken gerade so breit wie die Schleuse, die er abdichten soll. Der Portalkran des Kraftwerks (hebt mühelos bis zu 160 Tonnen) transportiert den Dammbalken vom der Lagerstätte bis zur Schleuse. Dort wird das hohle Teil zu Wasser gelassen und mit einem Motorboot zum schweren Schwimmkran geschleppt. Dieser hat die Kraft, ihn in den vorgesehenen Spalt zu versenken. Ein Taucher kontrolliert, ob der Balken dicht am Grund der Schleuse sitzt und hängt den Dammbalken unter Wasser ab. Vier Dammtafeln braucht es, um die 13,5 Meter tiefe Schleuse abzudämmen. Erst, wenn sie dicht ist, wird sie leergepumpt und die eigentliche Inspektion und Wartung kann beginnen. Geplante Dauer der Maßnahme, die alle sechs Jahre am Plan steht: bis Ende Februar 2014.