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20. Januar 2014

Sicherheit hat Vorrang- Ein Tunnel für den Donauradweg

Wer eine Großbaustelle betreibt, muss viele Interessen berücksichtigen. Dabei darf das Projektziel nicht aus den Augen schwinden, die Kosten müssen eingehalten und alle Interessen, vom Naturschutz bis zum Tourismus, müssen berücksichtigt werden. Wie das geht, sehen wir beim Projekt LIFE+ Traisen, Österreichs derzeit größtem Renaturierungsprojekt.

eroeffnung-fahrradtunnel-donauradweg-altenwoerth-radweg-01Die Rampe mit der Fahrrad-Unterführung kurz nach Fertigstellung

Die Traisen erhält in ihrem Mündungsgebiet eine vollkommen neue Landschaft. Dazu ist viel Arbeit erforderlich: tausende LKW-Fuhren mit Schotter müssen entnommen werden, um Platz für Nebengewässer, Tümpel und Mäander zu schaffen. 320.000 Tonnen Schotter werden umweltschonend per Schiff abtransportiert.

Hier trifft Österreichs größtes Renaturierungsprojekt auf Österreichs meistbefahrenen Radweg.

Beide Interessen werden mit einer cleveren Verkehrslösung berücksichtig: mit dem ersten Fahrradtunnel des Donauradweges.

Reges Treiben auf der Großbaustelle

Trotz Kaiserwetter verirrten sich nur wenige Radfahrer zur Eröffnung. Den Gästen, Bürgermeister Hermann Kühtreiber aus Zwentendorf, Christoph Madl (Geschäftsführer der Niederösterreich Werbung) und Sylvia Gleitsmann (Radkoordinatiorin der Niederösterreich-Werbung) waren sichtlich beeindruckt von der Ausdehnung des ersten Projektabschnittes der Traisen-Sanierung. Um die kalte Jahreszeit zu nutzen, sind Bagger und LKWs im Dauereinsatz, wie Armin Güldner von der ausführenden Baufirma GLS erläutert. 25 Mitarbeiter mit schwerem Gerät verbringen Kies zur Donau, wo ihn ein Schubschiff aufnimmt. Der Kies, einstmals natürliches Geschiebe, wird zum Teil der Donau unterhalb von Wien zurückgegeben, zum anderen Teil für ökologische Ufer-Restrukturierungen verwendet.

eroeffnung-fahrradtunnel-donauradweg-altenwoerth-bauKies-Abtransport über die Donau

An allen Stellen trifft man auf die Spuren von Bibern. In der kalten Jahreszeit fehlt es ihnen an Grünfutter, so nagen sie Bäume an. Regelrechte Schneisen sind in der Au zu bemerken. Wo sie können, legen die Biber Vorräte an: Äste und kleinere Bäume werden ins Wasser geschleppt, wo sie frisch bleiben.

Biberspuren, kaum zu übersehen

Eine solche „Biberrampe“ entdecken wir einen Steinwurf vom Büro des Kraftwerks Altenwörth entfernt. Entgegen seiner Gewohnheit sonnt sich der Biber aber heute nicht auf seinem Lieblingsplätzen im Schilfgestrüpp. Aber deutliche Spuren beweisen die rege Aktivität des Kraftwerksnachbarn. Jetzt liegt er aber vermutlich in seinem unterirdischen Bau und träumt von der prachtvollen Landschaft, die ihn in wenigen Jahren umgeben wird.

Ohne Baugenehmigung errichtet: Biberrampe beim Kraftwerk Altenwörth 

eroeffnung-fahrradtunnel-donauradweg-altenwoerth-wasservogelDiverse Wasservögel genießen den vorläufig noch milden Winter