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Rechtzeitig zu Weihnachten bescheren unsere Kraftwerker Österreichs ältestem Donaukraftwerk ein gewichtiges Geschenk: Ein nagelneuer Transformator wird dort zukünftig helfen, die Effizienz enorm zu steigern.

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Der „Transformator“ ist keine Film-Rolle, die Arnold Schwarzenegger abgelehnt hat, sondern ein wichtiges und in der Wahrnehmung der Laien oftmals unterschätztes Teil im Kraftwerk. Seine Aufgabe ist es, die niedrige Spannung des Generators (10,5 kV), mit dem der Strom erzeugt wird, auf 220 kV anzupassen. Nur so können die elektrische Energie über große Distanzen transportiert und gleichzeitig die Leitungsverluste minimiert werden. Der Transformator „HU6“ ist ein Hochspannungs-Umwandler, der den Strom aus Ybbs-Persenbeug auf das Niveau des österreichischen Hochspannungsnetzes bringt. So kann Ybbs-Persenbeug direkt in das Hochspannungsnetz der Austrian Power Grid einspeisen.

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100 Tonnen hängen am Haken

Der Transformator mit einer Scheinleistung von 45 MVA wiegt bei Anlieferung beinahe 100 Tonnen, entsprechend langsam müht sich der Portalkran mit der Last. Den Hauptteil des Gewichtes macht die um den Eisenkerne gestülpte Kupferwicklung aus, aber selbst die gewieftesten Agenten der Buntmetall-Mafia würden am massiven Stahlgehäuse scheitern. Zentimeterweise schwebt der Transformator seinem Bestimmungsort entgegen. Die letzten Meter in der Maschinenhalle des Kraftwerks legt der Transformator auf Schienen zurück. Alles ist hier maßgefertigt und passt verblüffend präzise zusammen. Die Handgriffe sitzen, mittlerweile ist es der dritte Tausch eines Transformators und die Mitarbeiter haben Routine mit Schwerlast-Hüben.

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Österreichische Wertarbeit

Das kompakte Stück wurde innerhalb von 8 Monaten durch Siemens in Linz gefertigt. Der Transformator ist ein wichtiges Teilstück des Modernisierungsprogramms Ybbs2020. Bei dem Tausch aller Anlagen-Teile wird in Summe eine Mehrerzeugung von 77 Mio. Kilowattstunden pro Jahr erzielt, das entspricht dem Jahresverbrauch von 22.000 Haushalten.


Perfekt durchdacht


Alles ist ausgeklügelt: Von seinem Plätzchen mit Blick auf die historische Altstadt von Ybbs aus versorgt der Transformator nicht nur das Netz mit optimaler Spannung, sondern auch das Kraftwerk mit Wärme. So ist der Transformator zugleich Niederösterreichs größte Warmwasserheizung. Selbst für den Brandfall haben sich die Kraftwerker etwas einfallen lassen: statt brennbares Hydrauliköl im riskanten Löschangriff von unten zu bekämpfen kann die Feuerwehr bequem vom Dach des Kraftwerkes aus den Transformator mit Schaum ablöschen (mehr dazu im Beitrag „Schaumparty in Ybbs“)

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Falls jemand so einen Transformator daheim über die Feiertage nachbauen möchte: Hier eine Erklärung. Aus Gründen des Patentrechtes dürfen wir den Plan leider nur verschwommen wiedergeben, sorry.

Mehr Details zum Projekt gibt es unter www.verbund.com/ybbs2020