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Die Donau ist steinreich, allerdings liegt der Kies nicht immer dort, wo es sinnvoll ist. Wir nutzen den Donau-Schotter derzeit, um die Ufer zwischen Ybbs und Melk für Mensch und Tier wieder instand zu setzen.

Beliebter Donau-Zungenbrecher: Schotterschuten schütten Schotter
Eines der Teilprojekte des EU-LIFE+ Projektes Netzwerk Donau ist die Wiederherstellung von Schotterbänken und –inseln als Lebensraum entlang der Donau. Unterhalb des Kraftwerks Ybbs-Persenbeug arbeitet die VERBUND-Flotte derzeit an einem Fisch-Kindergarten. Denn die Fischlarven sind nur wenige Zentimeter groß und brauchen für ihr Aufwachsen ruhige, flache Zonen. Diese gab es an der hart verbauten Donau nur ungenügend. LIFE+ Netzwerk Donau schließt nun Lücken.
Im Einsatz ist das modernste Gerät, das derzeit auf der Donau schwimmt. Die „Röthelstein“ ist mehr ein schwimmendes Kraftwerk: Mit dem dieselelektrischen Antriebskonzept  wird Strom für zwei starke Azipod-Antriebe mit einer Gesamtantriebsleistung von 1500PS erzeugt. Eigentlich kann die „Röthelstein“ Eis von bis zu einem Metern Dicke brechen. Da im Sommer aber eher wenig Bedarf besteht, dient sie als mächtigstes Schubschiff der VERBUND-Flotte. 
Im Baggerschiff Walter verbirgt sich hochmoderne Elektronik. Wie Baggerführer Dietmar Naderer dem staunenden ORF-Kamerateam erklärt, baggert er nach mit GPS-Koordinaten, die per USB-Stick eingespielt werden. Denn bei den Baggermaßnahmen wird nichts dem Bauchgefühl und schon gar nicht dem Zufall überlassen, wo die Schotter-Banker ihren Kies anlegen. 
400 Tonnen Eigengewicht plus 500 Tonnen muss Kapitän Dietmar Moissi zentimetergenau bewegen. Was schwer anzutreiben ist, ist auch schwer zu bremsen. Bei der gewaltigen Mengen von 200 m³ Schotter in der Klappschute ist ohnehin keine Hektik angebracht. 20 LKWs wären nötig, um diese Menge zu bewegen. Dietmar Moissi und seine Kollegen schaffen an einem guten Tag 6 mal mehr.
Herr Eberstaller, machen Sie bitte eine charakteristische Handbewegung. 
Jürgen Eberstaller ist quasi der Aufsichtsratsvorsitzende der Kies-Banker. Seine Aufgabe ist die ökologische Bauaufsicht. In den kommenden Jahren werden (unter Einhaltung der Schonzeit für die Fische) zwischen Ybbs und Melk mehr als 200.000 m³ Kies umgebaggert. 
Fragt man ihn nach dem Nutzen der Aktion, gerät er ins Schwärmen und hört nicht mehr auf mit der Nennung von Fischen und Vögeln, die an den neuen Flachwasser-Uferzonen ihre Freude finden werden. Wer in den kommenden Jahren also einen Flussregenpfeifer beim Brüten beobachten möchte, der wage sich  in die Nähe der Ybbser Scheibe. Aber bitte vorsichtig,  um die gut getarnten Eier nicht zu zer- und die Vogeleltern nicht zu verstören! Denn was gut ist für Fische und Vögel, das dient auch der Lebensqualität des Menschen.

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